dimanche 30 novembre 2014

Fortdauernder Kampf der Kulturen


1. Wüstenpalais
             
مقر المستشار

Ein Photo des nächtlichen Bundeskanzleramts.
Ich kenne es nicht, das Berlin, das ich kenne
Hieß West-, lag vor der Wiedervereinigung
Hatte so etwas noch nicht und war über-
Haupt ziemlich heruntergekommen.

Auf dem Photo sieht das Amt fast aus wie
Ein orientalischer Palast an einem Wüstensee.
Das können sie, die Orientalen: Paläste malerisch an
Wasserflächen setzen, und zwar Wasserflächen, die sie
Auch noch mitten in der Wüste angelegt haben.
Das können sie aber nicht, die Deutschen: Dass ein
Bundeskanzleramt nämlich auch dann noch, wenn man
Genauer hinschaut, nach etwas gleichsieht.

Schaut man nämlich genauer hin, ist die Wasserfläche
Nur eine ordinär-neue Uferpromenade, die Bäume
Entsprechen EU-Grünanlagenstandard
Und selbst der Kran im Hintergrund gibt zu
Keinen übertriebenen Hoffnungen Anlass. Man
Bemerkt, dass das Land nicht vom Emir regiert wird
Sich also, Weltoffenheit hin oder her, auch
In dieser Beziehung nicht so viel geändert hat
Dass ein Besuch ungewohnte Erfahrungen brächte.

Das Christentum hat zwar viel mit Gewissensfragen zu tun
Mithin mit Verinnerlichung – das zeigt auch dieses Kanzleramt –
Doch dass freie Grundordnung, demokratischer Grundkonsens
Plus Frauenquote sich unweigerlich auch materiell
Auswirken – also irgendwie die Optik vermasseln – das
Lag auch schon zu meinen Zeiten auf der Hand.
Und ob nun Orientalen oder nicht:
Leute mit Schönheitssinn macht das krank.

Himmel, ungelenk bleibt ungelenk
Solches Abkupfern beschwichtigt sie nicht
Es herrscht – das muss man hier einmal ganz deutlich sagen –
Einfach ein Kampf der Kulturen.


2. Unlüftbare Schleier des Realen

Ein entfernter Bekannter erzählte mir einmal
Dass er als Student (oder junger Architekt)
Einen Entwurf zu den Ölscheichs geschickt hatte
– Es handelte sich um einen Wettbewerb –
Und dann irgendwann ein Photo bekam:
Das eigene Werk, riesengroß, in Marmor.

Wollte man sich dort erst am Objekt entscheiden
Oder hatte er gewonnen, ich weiß es nicht mehr –
Theorie war in der Wüste jedenfalls Praxis geworden.
Ein erhebendes Gefühl.
So erhebend wie jede Verwirklichung.

Eingeladen, das mit eigenen Augen zu sehen, hatte man ihn aber
Nicht. Es blieb beim Photo. Weshalb
Doch der Schleier des Unwirklichen über der Sache noch liegt.
Ja, auch die Wüste bewahrt sich gerne ihre Innerlichkeit.
Das ist ein weiteres Element im Kampf der Kulturen.


[Une lointaine connaissance m’a raconté un jour
Qu’étudiant (ou jeune architecte)
Il avait envoyé un dessin aux émirs
– Il s’agissait d’un concours –
Pour recevoir quelque temps après une photo
Montrant son œuvre : gigantesque, tout en marbre.

Leur fallait-il l’objet afin de se décider
Ou l’étudiant l’avait-il remporté ? Quoi qu’il en soit
Sa théorie, dans le désert, s’était faite pratique
Procurant ce sentiment d’élévation
Immanquable lorsqu’une chose se réalise.

Mais cela en restait là, à la photo. On
Ne l’invitait pas à venir voir en personne.
Ainsi, tout gardait-il à jamais un côté abstrait
Comme voilé par le niqab d’une irréalité possible.

C’est parce que le désert, lui aussi, est jaloux de son cœur.
Voilà un autre élément dans le clash des cultures.]


30. November 2014     [Moqr ul-Mostšār am 29.]

samedi 29 novembre 2014

Abwrackprämien

Jede Witterung, zu jeder Tages- oder Jahreszeit, schafft eine eigene Atmosphäre, und wer lebt, kann sich dem eigentlich nicht entziehen, denn entzieht er sich, lebt er nicht so recht.
Jede Generation hat ihre fixen Ideen, die ihr das ganze Leben über bleiben, als ob jenseits der Wetterlagen stets ein bestimmtes Klima herrschte, man also auch durch den Zeitpunkt in eine Klimazone hineingeboren sei, wobei andauerndes Nieseln, ständiger Nebel oder ewig stahlblauer Himmel nicht gegeneinander aufzurechnen sind: Es gibt kein schönes oder schlechtes Wetter, nur Empfindungen, Töne, quasi Gesichte, die im Einklang stehen, stehen müssen.
Über die Generationen hinweg zu kommunizieren, lässt Wetterumschwung erfahren, und es ist natürlich nicht ganz einfach, mit jemandem überein zu kommen, wenn der sich tatsächlich unter anderen klimatischen Verhältnissen, in einer anderen Tages- oder Jahreszeit bewegt. Gemeinsam einzuhalten, wenn vor einem plötzlich ein morscher Knorren sein Wächtergesicht aus der Dämmerung reckt, erfordert keine großen Worte.

i.

Wir brausten damals im Cabrio
Doch alles verging wie der Wind;
Nur breche nicht den Stab, mio
Dolore, wir sind, wie wir sind!

Das Cabrio ist längst verkauft
Es soff auch zu viel Benzin.
Wer weiß, ob es noch heute sauft
Bloß: unsere Zeit ist dahin.

Dahin, vergangen, alles fort
Was wir uns im Fahrtwind geschworen.
Man hörte ja nicht mal sein eigenes Wort...
So ist denn nicht viel verloren.


ii.

Nichts schien uns unwichtiger
Als das Private
Nichts schien uns unrichtiger
Als Reservate

Allerdings lebten auch wir
Nur aus der Nähe:
Fernweh ersetzte kein „Hier
Stirb und erstehe!“

Wünsche verhülltem dem Blick
In jenem Alter
Die harte Regel des Hic
Rhodus, hic salta.

Nicht etwa lernten wir dann
Uns zu begnügen
Doch, dass sich Wo, Wie und Wann
Zusammenfügen.


iii.

Es lebten dort tüchtige Leute
Mit ziemlich verschlafenen Kindern
Doch in demselben Heute
Denselben trüben Wintern.

Auch den Kindern gelang es nicht
Mit ihrem Faulpelzwitzeln
Und vorlauten Vätergericht
Die Sonne hervorzukitzeln.

Es lag wohl an der Jahreszeit
Und der ererbten Öde.
Nicht einmal mangelnde Tüchtigkeit
Macht einen weniger blöde.


iv.

Man sieht es mir wohl an: Ich sah von Nahem
Was andre höchstens aus der Ferne sahen
Und sah, was wieder andre sahen, nicht –
Das sehe ich am anderen Gesicht.

Brav teilen wir uns Zeit und Raum und wähnen
Vor uns und hinter uns den Abgrund gähnen
Den wir mit andern Augen anders sähen;
Mehr gibt man sich nur selten zu verstehen.


v.

Da hat sich wer jahrzehntelang
An Leichtigkeiten geübt:
Schwereres gab ihm seinen Rang
Als sich sein Auge getrübt.

Was leicht ist und was schwer ist? Nun
Der Tod ist leicht und schwer;
Doch willst du Rosen, musst du tun
Als ob es das Leben wär.

Und tat er fast ein Leben lang
An Flaum und Schaum sich messen:
Gerettet hat sein Schwanengesang
Ihn aber vor dem Vergessen.


28. November 2014

mercredi 26 novembre 2014

Expression naturelle

Normalement, sur un rocher, c’est la géologie qui dessine
Assistée par le soleil : structure, cassure, ombre.
Parfois, ces traces qu’on déchiffrerait presque
Sont tout à fait l’œuvre de bestioles
Mais lorsque ce sont carrément des signes que l’homme y a
__________________________________________apposés
De tels endroits deviennent, bien plus tard, des attractions.

Voyez, c’est la main de l’homme, un miracle, ce n’est pas un
___________________________________________hasard
C’est dû à l’ancien habitant du désert et ce sont là de véritables
_______________________________________personnages
Vous ne vous trompez pas : sous l’érosion, en effet des chasseurs
_____________________________________avec des lances.

– Mais là, à côté, cette espèce de camion-citerne ? En avaient-ils
____________________________________________déjà ?
– Quelle question. De simples tâches en l’occurrence, et c’est la
_________________________________nature qui les a faites.

– La main de l’homme, sur un rocher du désert, ce n’est donc pas
_________________________________________la nature ?
– Restons un peu sérieux.
Un homme qui serait « nature »
Il pisserait peut-être contre, laissant à la limite
Un gribouillis obscène, un mot grossier ou un numéro de
_________________________________________téléphone
Mais jamais, au grand jamais, il n’y graverait ni chasseurs stylisés
__________________________________ni chevaux réalistes.

– Alors, si j’ai bien compris, la nature de l’homme
Qui se manifeste dans sa main
En un lieu isolé
Est obscène ou n’est pas
Et c’est pour cela que nous sommes venus de si loin en cette
____________________________________ grande solitude
Et si admiratifs devant ce qui n’est point le résultat de la nature.
Puis si contents de retourner à la civilisation, hein ?

Novembre 2014

mardi 25 novembre 2014

Geschmack am Makellosen

Kürzlich war ich in eine pieksaubere Wohnung eingeladen.
Das passiert selten, ich war überrascht festzustellen
Dass Reinlichkeit etwas für sich hat –
Man fühlt sich wie unmittelbar nach der Dusche.
Die ganze Wohnung eine Art von Badezimmer
Dessen schiere Präsenz noch den Gast von allem Unrat läutert:
Mir fiel bei Tisch nur absolut Stubenreines ein, also
Brillieren konnte ich nicht in diesem blitzblanken Kontext.
Es ist wohl eine Frage von Kinderstube.

Wer mich in eine aufgeräumte Wohnung lädt
Bekommt es mit einem leergeräumten Besucher zu tun
Der bloß noch Gemeinplätze absondert.
Als der Großmeister einmal sein versifftes Atelier ausmistete
Verwandelte ihn das auch quasi in einen „Kunstmaler“
Und er traute sich dann lange nicht mehr.
Ich glaube, nur regelrechten Rüpeln macht es nichts aus
Doch Bacon und mir hat man es irgendwann ausgetrieben.
Und seither profitiert unsereiner nicht mehr vom Makellosen.


Le goût de l’immaculé

Il y a peu, j’étais invité dans un appart super impecc.
La chose m’arrive rarement, je constatais avec surprise
Que le bichonnage a ses charmes –
On se sent comme immédiatement après la douche.
L’appartement tout entier, une espèce de salle de bains
Dont la pure présence décrasse jusqu’aux invités :
À table, je n’avais que des idées absolument propres sur elles
Impossible de briller dans ce contexte nickel.
Ce doit être une question d’éducation.

Qui me convie dans un appart super rangé
Aura affaire à un convive super vidé
N’excrétant plus rien d’autre que des lieux communs.
Lorsqu’une fois il a nettoyé le bordel de son atelier
Tel grand maître s’est transformé quasiment en « artiste peintre »
Et de longtemps n’a plus eu le courage de rien faire.
Je pense que seuls des malappris y sont imperméables
Mais à Bacon et à moi, on nous l’a tôt fait passer.
L’immaculé, on ne sait plus en tirer parti.


24 Novembre 2014

mercredi 19 novembre 2014

Principe de réalité

Bien banal de constater que vivre, que grandir, c’est choisir. Bons choix, mauvais choix, ce n’est pas le problème. Ni même s’il est possible de se rattraper lorsqu’on a changé d’avis parce que, justement, on a grandi, mûri au long de ses choix douteux. La question est comment on couche dans le lit qu’on s’est fait. Et en ce domaine, la nature est admirable. Je subodore qu’on couche toujours bien, et je ne salue pas là le triomphe d’une quelconque prédestination, ni l’inévitable victoire du réel, ni la résignation comme base de survie, mais l’ingéniosité d’une nature qui a voulu qu’on ne peut juger qu’après coup. La veille, on n’a pas pu juger, on a uniquement eu le choix, le libre arbitre dans les vapes d’une volonté sauvage, mais jugé après coup, tout devient nécessité. Et puisque c’est elle qui fait la loi, tout est exactement bon et à sa place, tout est juste, tout va. Si les circonstances le permettaient, on pourrait presque être enclin à s'exclamer que tout est bigrement bien fait, dis donc !


On peut les sauver par l’amour
Qu’on cesse d’éprouver pour eux :
Dès lors tout seuls, sans cour
Les rois font de beaux gueux.

Ne piquera certes personne
La rose, belle sans qu’on l’aime ;
Alors, qu’on l’abandonne
La chose, à elle-même !

Devenu plus rien que lui-même
Ainsi restera ce qu’il est
Ce grain d’espoir qu’on sème
Dans un bon sol gelé.


19 Novembre 2014

mercredi 12 novembre 2014

Gute alte Freunde

Ich habe ein paar gute alte Freunde
Mit denen ich seinerzeit Pferde gestohlen habe, die mich aber
Nicht mehr besuchen, niemals anrufen und mir auch nie
_______________________________________ schreiben;
Rufe ich sie an, fallen wir sofort in den vertraulichen alten Ton
Doch ich merke bald, dass wir nicht mehr viel voneinander wissen
Und es trifft sich auch nie, dass wir uns treffen könnten.
Deshalb werde ich wohl demnächst aufhören mit meinen
_______________________________ einseitigen Initiativen.
Wir sind dann gute alte Freunde, die den Kontakt verloren haben.

Ich weiß nicht, ob ich mir damals die Falschen ausgesucht habe
Doch es kommt mir vor, als ginge es mit diesen guten alten
________________________________________Freunden
Wie den Irdischen mit den Überirdischen:
Die Gottheiten melden sich selbst nie
Doch wenn wir sie anrufen, herrscht sofort wieder der
________________________________ vertrauliche alte Ton
Nur gelingt es nie, ein Treffen zu vereinbaren
Und wir wissen auch nicht mehr viel voneinander.
So entschwinden die Götter allmählich aus dem Bewusstsein
Wie die guten alten Freunde
Mit denen man seinerzeit Pferde gestohlen hat.


De bons vieux amis

J’ai quelques bons vieux amis
Avec qui, dans le temps, j’ai fait les quatre cents coups
Mais qui ne me visitent plus jamais, qui ne m’appellent jamais
Et qui ne m’écrivent pas non plus.
Si moi, je les appelle, nous retrouvons aussitôt ce vieux ton intime
Mais je remarque qu’on ne sait plus grand-chose l’un de l’autre
Et ça tombe jamais bien qu’on puisse se rencontrer.
C’est pourquoi j’ai l’intention de cesser de les relancer.
Nous serons alors de bons vieux amis qui ont perdu contact.

J’ignore si, à l’époque, j’ai choisi les mauvais
Mais j’ai l’impression qu’il en va avec ces bons vieux amis
Comme avec les forces supraterrestres :
Les divinités ne nous contactent jamais
Mais si nous, on les appelle, on retrouve aussitôt ce vieux ton intime
Seulement on n’arrive jamais à fixer rendez-vous
Et nous ne savons plus grand-chose l’un de l’autre.
Ainsi, les dieux quittent-ils peu à peu le champ de notre conscience
Comme de bons vieux amis
Avec qui, dans le temps, on a fait les quatre cents coups.


11 Novembre 2014

lundi 3 novembre 2014

Vom Hörensagen

In der Dunkelheit übernimmt das Ohr
Und eine Welt ersteht neu, die
Im Licht schon längst verblichen war.

Welche Signale aus dem schwarzen Universum?
Fernes Stimmengewirr, des Öftern mündend in Gelächter
Dringt heran zu dem verbannten Kind
Als ob die Großen sich unten vergnügten

Ja, als herrsche nicht überall Nacht
Und eines nur ausgeschlossen sei vom schönen Fest –
Wo doch das Nachtreich keine Grenzpfähle kennt
Und Finsternis alles verhüllt um zu sein.

Was herschallt aus der Welt, ist nicht die Welt
Es sind heftigere Wünsche
Solche vom Hörensagen, früh, noch uneingezäunt, keine
Wie verschwommen auch immer erschaute Vision

Weil schließlich überall Nacht ist
Wenn das lauschende Ohr übernimmt.


De l’ouï-dire

Dans le noir, c’est l’oreille qui prend le relais
Et un monde renaît qui
Dans la lumière depuis longtemps s’était fané.

Quels signaux émet l’univers sombre ?
Un lacis de voix lointaines, souvent éclatées en rires
Montant vers l’enfant relégué
Comme si les grands s’amusaient en bas.

Oui, comme s’il ne faisait pas nuit partout
Et qu’on était seulement exclu de la belle fête
Alors que l’empire nocturne ignore poteaux ou bornes
Parce que les ténèbres voilent tout pour exister.

Ce qui résonne du monde n’est pas le monde
Ce sont désirs plus violents
Ceux de l’ouï-dire, primitifs, pas encore clôturés
Point de vision entr’aperçue dans le brouillard

Puisque la nuit est partout
Lorsqu’à l’affût l’oreille prend le relais.


31 Octobre 2014

dimanche 2 novembre 2014

Eigene Qualitäten


1. Reiner und schöner

Launen des Tages, für die Ewigkeit in den Arm geritzt
Unvergängliche Zeugen dafür, dass Versprechen niemals 
___________________________________eingehalten werden
Sich früh schon den Leib mit gebrochenen Schwüren
_____________________________________verschandelnd –

So kindisch ist auch das Veröffentlichen
(Die Haut ist dann das Papier)
Doch zum Glück finden wenige einen Verleger.

Jungfräulich bis auf den jüngsten Tag, alt werdend
Ohne die sichtbaren Spuren vergangener Jugend:
Derart unüberprüfbar verdirbt es sich reiner und schöner.


2. Moralisch einwandfrei

Keinen juckt es, was der Alte
Auf seinem Grundstückchen werkelt
Wie er da den lieben langen Tag herumfuhrwerkt.

Er könnte eine Leiche verbuddeln bei dem Gerümpel.
Aber dazu bräuchte er zuerst eine Leiche
Und so weit geht er nicht, so weit ist es noch nicht mit ihm.

Er beschränkt sich also auf sein Dreckszeug
Dieser noch lebende, moralisch einwandfreie Alte
Allerdings so diskret, als gäbe es einen Leichnam zu verbuddeln.


3. Robust und dennoch leicht

Jedes Ding hat seine ureigenen Qualitäten
Und so sollte doch auch er seine Qualitäten haben.
Aber welche? Es ist die Welt, die sie vergibt.

Das Schuhwerk sollte bequem und rutschfest sein
Der Anorak auf jeden Fall wasserdicht
Und der Rucksack robust und dennoch leicht.

Das weiß er, und damit begibt er sich auf seine Ausflüge
Ganz ohne eigene Qualität, denn die
Wird vergeben von anderen, und er wandert ins Menschenleere.


4. Und nicht verfallener

In der Einsamkeit kann man immer noch auf Spiegel
______________________________________zurückgreifen.
Auf den so gut versteckten Teich beispielsweise, in dem das
Mythische Wesen sich anschaut.

Selbstliebe, die sich an die Vergangenheit hält
Und eines Tages beginnt, für den jungen Mann, der man war
Quasi zärtliche Gefühle zu entwickeln –

Ist das nun ein Zeichen deiner Verwesung?
Was soll denn gegen solch ein Selbstporträt einzuwenden sein?
Es ist dem Tod nicht stärker eigen als jedes andere Bild.


Qualités propres

1. Et plus pur et plus beau

Lubies d’un jour, pour toujours burinées dans le bras
Témoins impérissables que promesses ne sont jamais tenues
Le corps tôt déjà défiguré par des serments d’ivrogne –

Pas moins puérile est la publication
(Le papier faisant office de peau)
Mais par chance, peu sont ceux qui trouvent un éditeur.

Immaculé jusqu’au Jugement dernier, vieillissant
Sans les traces visibles de jeunesse passée :
Ainsi indémontrable et plus pur et plus beau est ton pourrissement.


2. Moralement impeccable

On s’en fiche du vioc, et de ce
Qu’il fabrique sur son bout de terrain
De ce qu’il y manigance à longueur de journée.

Il pourrait enterrer un cadavre dans sa déchetterie.
Mais pour ça, il lui faudrait d’abord le cadavre
Et il ne va pas si loin, lui, il n’en est pas encore arrivé là.

Il se limite donc à ses immondices
Ce vioc toujours en vie et moralement impeccable
Mais si discrètement comme s’il y avait un cadavre à enterrer.


3. Robuste tout en restant léger

Chaque chose a ses qualités propres.
Ainsi, lui aussi devrait avoir ses qualités.
Mais lesquelles ? C’est le monde qui les donne.

Les bottes doivent être commodes et antidérapantes
L’anorak est censé être étanche
Et le sac à dos robuste tout en restant léger.

Cela, il se sait, et avec ça il effectue ses excursions
Tout à fait sans qualité propre, puisque
C’est autrui qui la donne et lui, il se rend où il n’y a âme qui vive.


4. Et pas plus périmé

En solitude, on peut toujours avoir recours aux miroirs.
Par exemple à cet étang si bien caché dans lequel
Se reflète l’être mythique.

Amour de soi qui s’en tient au passé
Et un jour se met à développer des sentiments quasiment tendres
Pour le jeune homme qu’on était –

Serait-ce là un des signes de ta putréfaction ?
Qu’est-ce qu’il y aurait à objecter à un tel autoportrait ?
Il n’est pas plus du domaine de la mort que tout autre image.


28 Octobre 2014