samedi 22 décembre 2018

Über die vierfache Wurzel des Guten im Menschen


1. Vom Guten schlechthin

Ich habe mich einmal für einen Übersetzerpreis beworben und musste dazu Original und Übersetzung plus Rückporto einsenden. Dank Rückporto erhielt ich die Sachen wieder, jedoch kommentarlos, nur mit einem Buchzeichen in der deutschen Ausgabe, das war Kommentar genug. Das Zeichen markierte nämlich eine Seite, in der ich mir erlaubt hatte, ‘cadavre’ mit ‘Kadaver’ zu übersetzen, und zwar im Zusammenhang mit einem toten Kind. Da hatte wohl jemand ‘Leiche’ oder ‘Leichnam’ erwartet, und die Ausdrucksweise muss diese feine Seele schockiert haben. Das gesamte Buch hat sie unter Umständen schockiert, und ich hatte vielleicht noch Glück, dass sie mich nicht auch noch gleich bei der Polizei verpfiffen hat. So wird es jedenfalls nichts mit Übersetzerpreisen, sagte ich mir und stellte mir dabei lebhaft vor, was für Gestalten sie bekommen.

Nicht unmöglich, ein netter Kerl zu sein
Von Güte will ich dabei überhaupt nicht reden –
Ein netter Kerl, sofort parat, falls drum gebeten
Nicht unmöglich ist es, ein Mensch zu sein.

Das gilt wohl für die Mehrheit, heißt mitnichten
Gleich jedem Bettler einen Fuffzger zu spendieren
Und sich wie weiland Jesus Christus aufzuführen
Und so zu tun, als könnt man alles richten

Denn richten kann man gar nichts auf der Welt.
Vor allem sind die netten Kerle die Versager.
Die, die was ausrichten, sind stets vom andern Lager
Und habens in der Hand, dass alles hält.


2. Vom Seelenadel

Die Sache mit dem verarmten Adel ist auch etwas komplizierter als man denkt. Man stellt sich gerne irgendwelche Herrschaften hochfurznoblen Stammbaums vor, die noch unter erbärmlichsten Umständen im zerfallenden, ungeheizten Palais stoisch Haltung bewahren, umsorgt vom letzten verbliebenen Diener, der mit ihnen die trockenen Nudeln frisst und auf anderen Lohn untertänigst verzichtet. Tatsächlich war es über die Jahrhunderte aber so, dass Adlige, die nicht mehr in der Lage waren, ein standesgemäßes Leben zu führen, in recht kurzer Zeit ihre Titel verloren. Es sind ständig altehrwürdige Familien aus dem Gotha geflogen, während Emporkömmlinge, die frech genug waren, sich blaues Blut anzudichten, wenig später wundersam in ihn hineinrutschten. Es gab vielleicht noch die eine oder andere grauhaarige Komtesse, die gegebenenfalls an die nebulöse Herkunft derer von Axelschwitz anspielte, aber meist reichte das entsprechende Vermögen, um böse Zungen zum Schweigen zu bringen.

Dass Blumen aufblühn, wenn der Wohlstand geht
Wie man es immer wieder mal vernimmt
Ist auch so eine Sache, die nicht stimmt.

Dass innre Werte irgendwann gewinnen
Wie edle Geister sichs im Rausch ersinnen
Glaubt auch nur der, der nix von Schnaps versteht.

Dass Mammons Reich liegt in den letzten Zügen
Wie Frohnaturen dir erzählen wollen
Ist grad so wahr, wie dass die Rubel rollen.

Dass nur das Herz zu andern Herzen spricht
Und erst im Dunkeln leuchtet Sternenlicht
Ist auch nur eine ihrer feisten Lügen.


3. Von frommen Wünschen

Das Wesen von Versprechungen ist, dass nichts abzusehen ist, will sagen, sie beziehen sich auf Unabsehbares. Personen, die Versprechen zu halten gedenken, großmäulige Redenschwinger beispielsweise, sind politische Katastrophen. Das Halten von Versprechen, das die Dümmsten am höchsten schätzen, ist die Negation seiner selbst. Wer verspricht, verspricht sich – so steht es schon im Talmud – und Versprecher darf man nicht beim Wort nehmen, sondern man wird sie hoffentlich entschuldigen, sie können in Strohfeuer des Gefechts vorkommen.

Wir haben schon lange die Hoffnung verloren
Dass bessere Zeiten der Fortschritt verspricht
Und wollen jetzt eigentlich nur noch drauf hoffen
Dass halbwegs gesichert die winzige Rente.

Wir hatten uns ewige Treue geschworen
Und wussten, was Treusein bedeutet, noch nicht;
Doch „Hoffen“ heißt auch: alle Zukunft ist offen
Und „offen“ schließt ein, dass es schiefgehen könnte.

Und geht es denn schief, ist halt nichts mehr zu retten
Dann kann man auch das mit der Treue vergessen.
Wir waren ja immerhin nicht so vermessen
Uns mit mehr als billigen Phrasen zu ketten.

Und wäre nicht flüchtig das unreife Schwätzen
Und wäre die Zukunft nicht trauerberändert
Und wäre der Treubruch bewehrt mit Gesetzen
Es hätte doch alles nichts daran geändert.


4. Von einer Klimax des Glücks und des Pechs

Wenn die Leute um einen herum wegzusterben beginnen, holt man den alten Kinderglauben an Jenseits und Wiedersehen hervor. Das muss man offenbar, doch man holt ihn hervor im Wissen, ihn herzuholen, also ohne so recht an seinen Glauben zu glauben. Man hätte auch gleich noch den Weihnachtsmann mit hervorkramen können. Diesen Widerspruch muss man dann auch noch aushalten. Es ist das kleinere Übel. Ob man sein Leben lang auch die Liebe selbst nur aus des Kindes Spielzeugkiste hervorgekramt hatte, ist entweder eine sehr kitzlige Frage oder überhaupt keine.

Der Gute glaubt, woran er glaubt;
Der Bessere glaubt nicht, was er glaubt;
Der Allerbeste glaubt es wieder
Und trällert ungläubige Lieder.
    Das heißt: der beste Mensch auf Erden
    Kann stets noch übertroffen werden.

Es wär schon schön, wenn jeder wüsste
Wo er sich einreiht in der Liste;
Doch glaubt er nur, sich einzureihn
Dann kann er auch der Schlimmste sein.
    Das heißt: das kleinste Glück auf Erden
    Kann stets noch unterboten werden.

Ja, sitzt wer in der Gartenlaube
Und schwirrt um ihn die Friedenstaube
Weiß der doch nicht, woran er glaubt
Sobald er sich den Glauben raubt.
    Das heißt: ihm ist als Pech beschieden
    Das allergrößte Glück hienieden.


19. Dezember 2018

vendredi 21 décembre 2018

Si je pouvais te dire


i. 

Voici mon conseil pour un été réussi : c’est l’essartage qui compte.
Mettez-vous d’abord à l’aise, allongez-vous sur une des nappes et attendez le professionnel qui s’occupera de vos oignons. Donnez-lui votre consigne qui sera respectée. Soyez le plus succinct possible, limitez-vous aux points cruciaux. S’il est de bon aloi de laisser au-dessus une petite touffe proprement délimitée, genre jeune pubère, il faut faire partir tout le reste, c’est obligatoire de nos jours. Votre toupillon circonscrit et taillé, le traitement subséquent sera effectué avec délicatesse. Pour avoir une surface convenablement lisse, on pensera, messieurs, à bien étirer et votre membre et vos bourses en les pinçant légèrement, sans écraser les parties. L’application, et aussi le retrait, se feront en douceur, toujours dans le sens du poil. Le sillon qui s’ouvre juste derrière, autrement dit la raie, se débourrera en dernier. Ici, on pourra tirer à volonté. Dans aucun cas on n’aura enduit avec du produit acheté en commerce, ce sont encore l’eau de source, le sucre en poudre, le miel d’acacia et trois gouttes de citronnade de Corse AOC qui font le meilleur mélange. L’imberbité voulue atteinte, notre spécialiste balancera la boule empoilée dans le bac approprié et vous fera admirer vos propres reflets nacrés dans une belle glace à main, discrètement grossissante. Vous vous rhabillerez, réglerez en espèces, puis partirez sans tarder, le cœur léger, en vacances. À renouveler dans les trois mois.

Il est bien loin le temps des Argonautes
À la recherche d’une toison d’or ;
Je me demande bien à qui la faute.

De la toison n’est resté que la motte.
Oui, tout autour rien que roseur de porc.
Si tu veux le savoir, je te dis : crotte !

Nous v’là partis en course à l’échalote !
L’anti-fourrure est dès lors le plus fort.
Mais où est la bâton, où la carotte ?

Toi qui as toujours tenu aux marottes
Quel bon emploi feras-tu donc d’un corps
Plus nu et dépouillé qu’une entrecôte ?

Revenez vite, héros de la flotte
Et racontez-nous vos exploits d’alors
Vécus le long d’exubérantes côtes !

Afin qu’on puisse prendre quelque note
Mettez, vous aussi, vos secrets dehors !
Et que Tiphys, par ses vues de pilote
Nous apprenne à chercher plus loin encor.

ii.

Jeune homme, mettant la fuite du temps en belle forme
Vieil homme, en ayant connu un beau bout :
Prévoir fait certes d’émouvants poèmes
Mais vivre n’est pas comparable.

Si je pouvais te dire ce
Que je ressens quand je te
Vois la tête ébouriffée de si peu
L’incertitude des sentiments, balayée.

Faut-il avoir duré pour savoir la durée ?
Le temps n’est qu’ornement, il est aussi armure
Et s’il s’avère plus brutal, il est aussi moins obstiné que nous –
C’est tout ce que je vois quand je regarde. Ô voyage !


21 Décembre 2018

mardi 18 décembre 2018

Zeiteinteilung

Schon früh wurde die Zeit eingeteilt. An den Iden des März wurde eventuell daran erinnert, was an anderen Iden des März vorgefallen war, und jetzt soll bei uns bald wieder ein Jahresende sein. Rosch Haschanah war aber schon lange, diesmal noch im Spätsommer, die Chinesen beginnen das Jahr logischerweise im Frühling, und das Mondjahr ist kürzer als das Sonnenjahr und doch auch ein Jahr. Daten sind Ansichtssachen.
Derjenige, der Geburtstage zu feiern pflegt, ist an Mondjahren älter und wäre an Lichtjahren, wenn die aus Zeit bestünden, noch keine Sekunde auf der Welt. Ein uneingeteiltes Leben wäre ein richtigeres, aber nur schwer lebbares. Selbst ein Robinson schnitt Kerben ins Holz.
Ich bin momentan erkältet. Normal, es ist Winter. Nicht normal allerdings, dass wir den sechzehnten Dezember schreiben. Doch damit hat es angefangen: weil sich die Winter wiederholen, ist man auf die Zählerei gekommen. In der wirklichen Welt kehrt aber nichts zurück, da ist alles einmalig. Ich denke dabei auch an einen mittlerweile uralten Dichter, der es einmal mehr von „seiner Frau“ (und deren Schönheit) hat. Dabei ist es schon die soundsovielte. Nun, das ist der kleine Preis dafür, dass diese Dame trotz aller Zeitmessung ewig jung geblieben ist, ja vielleicht sogar jünger wurde.

Zellen teilen sich, ganz natürlich
Doch die Zeit wird unnatürlich eingeteilt.
Jeder hat so sein System, mit den Gestirnen
Hat es nur vordergründig zu tun
Und, wie auch immer, den Gestirnen sind wir egal.

Solange der Himmel noch bevölkert war
Mit Wesen, die sich für uns interessierten
Wurde julianisch gezählt, ohne korrektes Schalten, aber
Jetzt ist Gregorianik mit präziser Gleichgültigkeit am Werk.
So einfach denkt man sich das.

Als wir dummerweise gefragt haben, ob der
Nächste runde Geburtstag noch erlebt werden würde
Wackelte die Ärztin mit ihrem Kopf, wackelte
Mit dem Kopf und verzog zweifelnd die Mundwinkel.
Ärzte sind ans Rechnen gewöhnt.


Division du temps

La division du temps a débuté tôt. Quand c’étaient les ides de mars, on se rappelait éventuellement ce qui s’était passé pendant d’autres ides de mars, et nous, on aura bientôt une nouvelle année à célébrer. Mais ça fait déjà un bail qu’on a eu Roch Hachana, cette année-ci en fin d’été, les Chinois commencent l’an logiquement en printemps, et l’année lunaire est plus courte que la solaire et néanmoins, elle aussi, une année. Les dates ne sont qu’affaire d’avis.
Celui qui a l’habitude de fêter son anniversaire, est plus âgé en années lunaires, et en années-lumière, si elles étaient faites de temps, serait à peine une seconde sur terre. Une vie non-divisée serait plus juste, mais difficilement vivable. Même un Robinson a fait des marques dans un tronc.
Actuellement, je suis enrhumé. C’est normal, on est en hiver. Ce qui n’est pas normal c’est que nous sommes un seize décembre. Mais c’est ainsi que tout a démarré : parce que les hivers se répètent, on s’est mis à compter. Pourtant, dans la réalité rien ne se répète, tout n’arrive qu’une seule fois. Cela me fait penser à un poète entre-temps nonagénaire qui, une fois de plus, s’étend sur « sa femme » (et sa beauté). Or, c’est déjà la énième. Eh bien, c’est le petit prix à payer pour que cette dame, malgré toutes les mesures du temps, soit restée éternellement jeune et ait peut-être même rajeuni.

Les cellules se divisent, tout naturellement
Mais le temps, on le divise de façon non-naturelle.
Chacun a son système, ce n’est qu’en surface
Que les astres interviennent et
Quoi qu’il en soit, ils s’en foutent de nous.

Tant que le ciel était peuplé
D’êtres qui s’intéressaient à nous
On comptait à la julienne, sans intercalation correcte, mais
Maintenant on est au grégorien avec son indifférence précise.
C’est aussi simple qu’on se l’imagine.

Lorsque nous avons eu l’outrecuidance de demander
Si le prochain anniversaire rond pourrait encore être fêté
La toubib a remué la tête, elle a remué
Sa tête et fait une moue dubitative.
Les médecins sont habitués au calcul.


16 Décembre 2018

lundi 17 décembre 2018

Poetry for the Literal-Minded

Il m’arrive d’avoir un peu de feed-back
Et en général je suis abasourdi
Par ce que j’apprends.

Je suis donc navré d’apprendre
Que je ne m’exprime jamais de sorte
À être compris par mes lecteurs de courtoisie.

Oui, j’ai quelques amis assez courtois pour me lire
Mais pas assez pour me suivre –
Sacrée courtoisie !

À quoi est-ce dû ? Manquerait-on de connivence ?
Notre belle amitié transcende pourtant
La simple absence d’entente.

Mon entente à moi
Ou alors celle de l’ami lecteur ?
Toujours la malédiction de la double entente.

15 Décembre 2018

dimanche 16 décembre 2018

Where Half the Neighborhood Went

Il paraît donc que se geler le cul à répétition dans un carrefour de cambrousse les fait reculer là-haut, au chaud dans leur château, notamment lorsqu’on ne se les gèle qu’à moitié puisqu’on a réussi à transformer leurs carrosses en braseros de circonstance. À part ça, Henri Michaux a bien raison quand il nous dit que celui qui a l’âme élevée sans être fort, sera hypocrite ou abject.

 i.

Actually proud of the island
Actually proud of the makeshifts accomplished
Actually proud of the time spent assembling some ramshackle
_____________________________________________shed

But only back again in proper civilization
But only as a sought-after guest at illustrious tables
But only while retelling inexhaustibly of old feats and fatigues.

Oh, their high-pitched silly giggles
Oh, their fascinated pale-and-empty faces
Oh, their high powdered wigs augur ill for the future.

Did there at once surge up a plan?
A bold idea like a volcano bursting under the powder?
How could society grasp the gift of wreckage and its
_____________________________________consequences?

A couple of centuries later, when visitors landed in clattering
___________________________________________hordes
Turning godforsaken hermitage into a day-trip destination
Certainly, there went the neighborhood.

Is there a way to keep one’s Juan Fernández real?
Why, even worse when not a single dolt comes blowing by
Since not the slightest multi-story ocean liner anchors off that
____________________________________________shore.

The real fate thing’s cracked up to be as tragic as personal
And an exalted soul that lacks the strength for it
Makes one end up either a sham or scum.


ii.

Quand il n’y a plus de refuge, c’est qu’il faut vivre à l’écart
L’écart qui sauve. Exécrable seulement
Est le sort des larbins.

Qui est loin et quasiment invisible, qui s’échine pour l’Inca
Dans les ténèbres, préservé de son infâme présence
A toute la grandeur du vide pour lui.

Fais donc l’étoile dans le noir, fais-toi donc phare
Où il n’y a que des rafiots à renseigner
Le ciel est loin du feu astral

Plus loin que le faisceau
Qui à intervalles transperce la nuit.
Il est, dans son néant à lui, plus éphémère encore.


15 Décembre 2018

jeudi 13 décembre 2018

On Unity of View

Die französische Republik hat den Frauen das Wahlrecht erst dann zuerkannt, als sie sicher sein konnte, dass diese Wählerinnen nicht massiv klerikale antidemokratische Kräfte ins Parlament bringen würden. Die französische Republik hatte insofern nur das Wohl der Frauen im Sinn, Frauen, die in der französischen Republik sehr viel freier waren als in Ländern, in denen sie ihre Wahlzettel dazu benutzt hatten, daraus reaktionäre Pfaffenrepubliken zu machen. Man darf nicht zu früh fortschrittlich sein wollen. Auf fünf laute städtische Frauenrechtlerinnen kamen lange Zeit mindestens hundert stillschweigende hinterwäldlerische Betschwestern.

As time went on, man’s mirrored I
Became his twin in goals. Is there
A curse of wholeness in our fair
Sweet pluralistic by-and-by?

It is as well to think a bit
Before you’ve your reflected you
Decide on what is wrong or true
It’s just as well to picture it.

All mirror image (he or she)
Is of so flipping circumstance
That common future’s countenance
Must lose half its identity.

[La République française n’a octroyé le droit de vote aux femmes que lorsqu’elle pouvait être sûre que ces électrices n’utiliseraient pas les urnes pour faire entrer massivement des forces antirépublicaines à l’Assemblée nationale. La République française se souciait en ce sens parfaitement du bien des femmes, beaucoup plus libres sous elle que dans des pays où le suffrage féminin avait amené des partis cléricaux au pouvoir. Il ne faut jamais être progressiste trop tôt. Longtemps il fallait compter, pour cinq bruyantes suffragettes urbaines, au moins cent silencieuses grenouilles de bénitier en milieu rural.]

3 Décembre 2018

mardi 11 décembre 2018

Tram

              oder Über das Fassen von Gedanken

Avant l’endormissement, les associations d’idées sont tissées d’un fil tellement mince que le moindre dérangement le brise et je ne sais plus le long de quoi j’avais pensé. Même les idées « fortes » sont des passantes anonymes que je ne saurais retrouver une fois qu’elles ont tourné le coin de la rue ; on a bien pu échanger quelques mots, mais cela s’est arrêté avant de prendre le numéro du portable. Je m’étonne même comment je suis arrivé à développer quelque chose sur des bases aussi floues, n’étant même plus convaincu qu’il s’agissait d’idées ; peut-être n’étaient-ce que de vagues impressions, voire des surimpressions, déguisées en pensées.
J’ai toujours l’espoir que les véritables idées ne peuvent s’oublier totalement d’une seconde à l’autre, mais ne peux pas être sûr que, lorsque ma pensée est stable, je suis de ce fait dans le vrai, et lorsqu’elle est instable, ce n’est rien qu’hallucination. C’est là le plus déconcertant dans les pensées stables : elles ressemblent probablement beaucoup plus aux instables qu’on ne le voudrait.

Hatte in der gerammelt vollen Tram einen Sitzplatz ergattert
Und wollte einen klaren Gedanken fassen.
Hatte mir schon ausgemalt, was ich mir jetzt ausmalen, worüber
Ich bis zum Aussteigen meditieren wollte, dann kam mir
Aber wieder einmal das Spektakel des Lebens in die Quere:
Zwei gesellschaftlich Benachteiligte doch gepäckmäßig
Bevorzugte gerieten aneinander, um es kurz zu machen.

Man muss kein Marxist sein, um zu bemerken, dass die
Gesellschaftlich Benachteiligten oftmals wie Feuersteine sind
Und dass augenblicklich Funken sprühen
Schlägt ihr besonders reichhaltiges Gepäck aneinander. Nun
Gibt es immer solche Szenen im Leben, das Leben
Besteht regelrecht daraus, allerdings machen sie leider
Jedwede Meditation schlechterdings unmöglich. Ich fühlte
Mich sogar innerlich genötigt, mir eine Meinung zu bilden –
Darüber, wer von diesen Benachteiligten so quasi
Halbwegs im Recht war, und wer
Die noch dümmere Kuh. Immer kommt einem eine
Meinung dazwischen, die geeignet ist, beim Meditieren zu stören
Ja, ich selbst kam mir am Ende vor wie
Zwei gesellschaftlich Benachteiligte doch gepäckmäßig
Bevorzugte, bei denen gleich die Funken sprühen
Zwischen der Notwendigkeit einer Meinung
Und dem Willen zur Meditation.

24. November 2018

lundi 10 décembre 2018

Weiter als er denkt


Vorschau

Der Deutsche bedauert gern
Und der Deutsche hat es gerne von Juden
Der Deutsche bedauert gerne, was Deutsche den Juden angetan
__________________________________________haben.
Andere Deutsche, nicht er persönlich.
Das geht aber weiter als er denkt.

Jetzt z. B. sind auch die normalen Friedhöfe dran.
Die Kosten sind so gestiegen, dass ein
Klassisches Grab mittlerweile der reine Luxus ist, etwas für
Globalisierungsgewinnler.
Zum Glück gibt es allerdings Low-Cost-Angebote.
Low Cost, klingt fast wie Holocaust.
Diskret ohne Grabstein, mitten in der Natur, in
Speziell dafür ausgesuchten Wäldern.
Es könnten osteuropäische Wälder sein.
Eine neue, praktische Erfindung.
Man liegt (oder „ruht“) da zum Spartarif
Sauber, ökologisch, die Gegend nicht verunstaltend
Eben schön anonym.

Das ist etwas Deutsches: das saubere, anonyme Beiseiteschaffen.
Jetzt nur nicht die Auschwitzkeule.
Worauf ich da nur wieder gekommen bin...


Nachschau

Ganz legal beerdigt zu werden
Und trotzdem
Im Wald verscharrt
Ist letzten Endes gar nicht so übel.
Sicherlich: keine „Partisanen“, nichts als
Gewöhnliche Sterbliche um einen herum, die
Hundemarke brav an den Baum geheftet, doch warum nicht?

Helden
Sind wichtig im Leben.
Im Tod
Tuns auch Durchschnittsexistenzen.



Plus loin qu’il ne pense

Avant

L’Allemand aime regretter
Et l’Allemand aime parler des Juifs
L’Allemand aime regretter ce que des Allemands ont fait aux Juifs.
D’autres Allemands, pas lui personnellement.
Mais ça va plus loin qu’il ne pense.

Maintenant par exemple, c’est le tour des cimetières normaux.
Les frais ont tellement explosé que posséder une tombe
Classique relève désormais du luxe, réservé
Aux gagnants de la mondialisation.
Par chance, il y a des offres low cost.
Low cost, ça sonne presque comme holocauste.
Mises en terre discrètes, sans pierre, en pleine nature
Dans des forêts spécialement sélectionnées.
Ce pourraient être des forêts de l’Europe de l’est.
Une nouvelle invention bien pratique.
On y gît au meilleur prix
Proprement, écologiquement, sans salir le paysage
Dans un joli anonymat, quoi.

C’est très allemand, ça : une solution propre et anonyme.
Eh oh, pas d’Auschwitz, s’il te plaît !
Qu’est-ce que j’ai encore eu derrière la tête...


Après


Finir enterré selon les règles
Et pourtant
Enfoui dans la forêt
N’est pas aussi mal que ça en fin de compte.
Certes : pas de « partisans », rien que
Le commun des mortels autour de soi, la
Plaque d’identité gentiment clouée à l’arbre, mais pourquoi pas ?

Les héros
Sont importants dans la vie.
Dans la mort
Des existences banales font l’affaire.


1er et 10 Décembre 2018    [cf. Verwilderte Gärten]

dimanche 25 novembre 2018

Hat geschneit

Hat geschneit
Den ganzen Nachmittag hat es geschneit
Doch unten war dann nichts.
Es halt also spurlos geschneit.
Tut es öfters in dieser Stadt.

In der Wüste soll es zuweilen regnen
Ohne dass die Wüste davon unten nass wird.
Noch bevor er auf den Sand trifft
Ist der Regen in der Hitze getrocknet, vielleicht als
Dampf gleich wieder ab in Richtung von wo er herkam.

Das Denken ist auch so.
Gedacht habe ich, gegrübelt
Nachgegrübelt den ganzen Nachmittag lang
Ohne dass es die geringste Spur hinterlassen hätte.
Das ganze Leben ist vielleicht so
Die ganzen Nachmittage lang
Nachmittage voller Abschiedstränen, und
Schaust du nach unten, ist alles mitleidlos trocken geblieben.


Il a neigé

Il a neigé
Toute l’après-midi il a neigé
Mais par terre il n’y avait rien.
Il a donc neigé sans laisser de traces.
Ça arrive souvent dans cette ville.

Il semble que dans le désert il pleut parfois
Sans que ça mouille le désert en question.
Avant de pouvoir tremper le sable
La pluie a séché dans la chaleur torride, est peut-être
Tout de suite retournée en vapeur en direction d’où elle est venue.

Penser c’est pareil.
J’ai pensé – réfléchi –
Médité une après-midi entière
Sans que cela ait laissé la moindre trace.
La vie entière est peut-être ainsi faite
Tout au long de ses après-midi
Des après-midi pleines de larmes d’adieu
Et quand tu regardes par terre, tout est resté implacablement sec.


23 Novembre 2018

samedi 24 novembre 2018

Some Birds of the Flock

1st Bird: Fluent up there but not affluent.
His wealthier friends use to take over what he
Can’t afford any longer:
Nest, egg partner, flock position, etc.
Recently has tried to survive as a kleptoparasite
Which is far from easy
When all your mates are much smarter than you are.

2nd Bird: Philosopher.
When you attempt to outsmart your friends
You’ll lose them.
Let them merrily take over your
Nest, egg partner, flock position, etc.
And they will love you almost like a brother.
What’s more important in life than family?

3rd Bird: A solitary master.
There are oodles of forage techniques.
Mine is to be on my own.
When you’re on your own
Windfall acquaintances are a help
But not necessary, windfall itself is a kind of
Acquaintance you can cooperate with.

4th Bird, on hunger strike, declares:
I simply don’t eat. Too busy.
When you’re really
Busy, your business nourishes you.
A job that feeds a bird is guarantee to stay lean.
When I’m not working, I’m working out.
Like to feel my wings?

5th Bird: Cynic.
Oh, there are many flights of life
As long as you’re part of the flock.
They’re telling you all sorts of things
But most of the time it doesn’t add up.
Don’t buy their lies, just stay in the flock.
Never contradict. The rest is a child’s game.

6th Bird: Another muscular.
The flock is V-shaped, I am V-shaped
I am flock, Chevron is my middle name.
When you’re all flock nobody can touch you
You’re too many.
Come ye bescoped flabby hunters
Try to bring me down.

7th Bird: Quality
I’m only talking quality.
One single quality bird in a flock
Enhances the entire thing, that is.
I’d qualify my flock as a quality flock and
Since I’m quality, it is mine that
Makes the difference, see?

8th Bird: Crane chicken. Please don’t mention me
I’ve no clue, just following the others
Would as well stay here. Not knowing where
We’re heading, am confident that those who do
Also know what all this dizzy flutter is about.
Believe in majority decisions and trustfully
Put my fate in democracy’s sapient hands.

9th Bird: Actually only God knows.
It is God who gave us our angel attire.
We do the flying, but it is in God’s direction
Or under God’s direction, what the heck
God is all around us and we are
His witnesses, definitely
Bird control is a crime.

10th Bird: Artist.
Considers the beauty of it.
Japanese cranes overflying the oversnowed.
Meek slopes of Kanagawa Prefecture in the
Evening, several slit-eyed yokels wearing
Straw hats looking up at us, in formation.
It feels so good, so aesthetic.

11th Bird: A maniac. Travels are tiresome
But I’ve got my knack: Focus on the rumps of the
Birds flying in front of me, shaking in unison.
Male or female I don’t care
Rumps are goodies everywhere.
Right, I start rhyming, rumps make me a poet.
Betimes even clouds reveal their buttocks.

12th Bird: Cassandra.
Going south where the blackbirds holler?
This migratory restlessness will end
Badly, they’ll build a sky wall against us.
When winter threatens, flying away from it
Is the worst solution of all. Listen, please:
The coming winter will be exceptionally harsh.

13th Bird: Prophet. This is Egypt, somehow
Anyplace shall be better, we aren’t
Given wings to sit around twittering. Shtil!
Hearken to what the cable under our claws has to say
Tremble Toe tells us: Away! Future is bright, brethren
To those who have faith. Before the sun set thrice
Three golden wires shall tender everlasting rest.

14th Bird: Late bird. There is always
One left. When everyone gone one still picking beak.
Part of the flock now solitary, will savor
Precious moments of individuality
Alone on earth – which he eventually is.
But then even one Mr. Laggard must take to the air
And reluctantly rejoin his kind.

All the others: Oh, dear
See him coming
Self-absorbed flapping grandstander!
Did you think we were waiting for you?
The flock’s you life insurance policy, poor jerk.

November 21, 2018

jeudi 22 novembre 2018

Geheimnisvolles Schattendasein

Spannt man einen Regenschirm auf und es regnet nicht
Dann scheint vielleicht zu sehr die Sonne.
Regenschirme sind auch als Sonnenschirme zu gebrauchen
Und das ist wahrlich kein Widerspruch.

Regenschirme schützen gegen das, was vom Himmel kommt –
Wassermassen oder UV-Strahlung, kannst es dir aussuchen.
Dazu muss man aber erst durchdringen, nämlich
Dass sich Regen und Sonnenschein im Grunde nicht
__________________________________unterscheiden.

Bei dem Durchdringen hilft die Spitze des Regenschirms.
Vermutlich sind Regenschirme nur deshalb oben so spitzig
Damit man erkennt, dass es letztlich nur Schirme sind, gegen
Was auch immer, Regen eingeschlossen.

Was der kluge Mensch erfindet – immer kann man es auch
Dafür benutzen, wofür es dem Namen nach nicht gedacht ist.
Sonnenschirmchen, die man mit sich herumtragen kann
Sind deshalb beinahe ausgestorben, man sieht sie eigentlich

Nur noch auf hübschen alten Bildern; jetzt führen sie ein
Schattendasein als zweckentfremdete Regenschirme.
Ja, „Schattendasein“ und „Regenschirm“, das ist gut und
Bringt die Sache auf den Punkt.


Mystérieuse existence à l’ombre

Si l’on ouvre un parapluie lorsqu’il ne pleut pas
Il se pourrait qu’il y ait trop de soleil.
On peut transformer un parapluie en ombrelle
Et ce n’est aucunement une contradiction.

Les parapluies protègent contre tout ce qui vient du ciel
Trombes d’eau ou rayons ultraviolets, peu importe
Mais c’est là un mystère qu’il faut d’abord percer, à savoir
Que la pluie et le beau temps ne se différencient pas au fond.

Pour le percer, la pointe d’un parapluie est des plus utiles.
Peut-être est-ce d’ailleurs sa seule raison d’être : elle nous
Fait alors comprendre que tout parapluie en fin de compte
N’est qu’un écran contre quoi que ce soit, pluie incluse.

Ce que l’intelligence de l’homme invente, toujours
On peut l’utiliser à des fins indétectables de par le nom.
C’est pourquoi les ombrelles ont à peu près disparu
Puisqu’on ne les voit plus que sur de jolis vieux tableaux.

Désormais, elles mènent une existence à l’ombre
En tant que parapluies détournés de leur usage premier.
Ah, « existence à l’ombre » et « parapluie », c’est bien ça !
Voilà la chose ramenée à son point essentiel.


20 Novembre 2018

dimanche 18 novembre 2018

Staunässen

Ich gieße viel.
Vielleicht übergieße ich sogar. Aber
Gießen kostet nicht viel und ich will meinen Pflanzen doch etwas
________________________________Gutes tun, häufig.
Also wenn sonst gerade Flaute ist.
Mag sein, dass ich insofern zuweilen etwas nervös oder übereifrig
___________________________________________bin
Wie Mütter, die dauernd an ihren kleinen Söhnen herumnesteln
Haare glattstreichen, mit dem angespuckten Tempo um den Mund
__________________________________wischen und so
Den Kleinen ginge es besser ohne solche Fürsorge
Die doch nur ein Zeichen mütterlicher Neurose ist.
Wer keine neurotische Mutter hat, kann ein Lied davon singen:
Läuft unfrisiert herum, mit Schokoladeflecken an Mundwinkeln
_______________________________________und Kinn.
Wenn man solche Kinder sieht, sagt man sich:
Haben die denn keine Mutti?
Wer meine Pflanzen sieht, sagt sich nicht
Dass die keinen Vati haben
Der sagt sich nur: Warum entsorgt er das Zeug eigentlich nicht?
Gleich um die Ecke ist doch ein prima Blumenladen
Und gar nicht teuer.
Was diese Menschen nicht verstehen, ist
Dass kranke Pflanzen sind
Wie übermäßig umhegte Söhne
Sie reagieren nur unverdorbener.
Nicht meine Schuld, wenn aus Söhnen neurotischer Mütter
____________________________gewöhnlich mehr wird
Als aus Hauspflanzen in Töpfen mit Staunässe.
Mainstream ist man oder man ist es nicht.

                                                        *

Wer nicht zum Mainstream gehören möchte
Kann sich dem Jetstream annähern
Wie der Sperbergeier, dieser Rüppell. Kämpft sich
So hoch hinauf, dass er womöglich mit einem Flieger
_________________________________zusammenstößt.
Das ist auch eine Art, der Erdenschwere zu entkommen:
Selbst mit Geieraugen siehst du die Idioten da unten nicht mehr.
Aber mit einem Airbus zusammenstoßen, das ja.
Und da sitzen sie auch drin, gemütlich
Beheizt, künstlich beatmet, vielleicht Pauschaltouristen
Während du, Held, auf eigene Faust, in eisiger, dünnster Luft
Wo am Ende noch Stahlvögel mit Innenmief drohen...
Da kannst du gleich in Staunässe verrotten.

                                                        *

Der eine will auf den preiswerten Jahresurlaub nicht verzichten
Der andere nicht auf die sicheren satten Bezüge.
Was soll dazwischen so einer wie du?
Nichts ist sicher auf dieser Erde
Und auch nichts im Himmel
Angefangen beim Gießen.
Hinterher kann man seine Hauspflanzen mit Haarfestiger
_____________________________________besprühen
Damit die Blätter an ihnen hängen bleiben
Doch Fachleute rümpfen die Nase über so etwas –
Echtes Gärtnern sieht anders aus –
Und erzählst du es deinen Freunden
Langen die sich an den Kopf: Mann, wir
Könnten es auch nicht, aber wir versuchen es ja auch nicht.
Dann immer noch besser, in Staunässe zu verrotten.



Des pots où stagne l’eau

J’arrose beaucoup
Peut-être arrosé-je même trop. Mais
Ce n’est pas cher et je ne veux que du bien à mes plantes, souvent.
À savoir quand il n’y a rien d’autre à foutre.
Il est possible que je sois du coup parfois un peu nerveux ou trop zélé
Comme ces mères qui tripotent sans cesse leurs jeunes fils
Leur lissant les cheveux ou essuyant la bouche avec un mouchoir ensalivé etc.
Les petits seraient mieux sans autant de sollicitude
Qui en fait n’est qu’un signe de névrose maternelle.
Qui n’a pas de mère névrosée en sait quelque chose :
Il se trimballe la tête hirsute, avec des taches de chocolat aux commissures et au menton.
Quand on voit de tels enfants, on se demande :
Mais est-ce qu’ils n’ont pas de maman ?
Qui voit mes plantes ne se demande pas
Si elles n’ont pas de papa
Il se demande seulement : Mais pourquoi il ne les vire pas, ces horreurs ?
Il y a pourtant pas loin un chouette fleuriste
Qui n’est même pas cher.
Ces gens ne comprennent donc pas
Que les plantes malades sont exactement comme
Des fils hyper-couvés
Seulement, elles réagissent avec plus de naturel.
Pas ma faute si les fils de mères névrosées réussissent en général mieux dans la vie
Que les plantes dans des pots où stagne l’eau.
Mainstream, on l’est ou on ne l’est pas.

                                                        *

Qui ne veut pas faire parti du mainstream
Peut toujours s’approcher du jetstream
Tel le vautour de Rüppell. Celui-là, il s’acharne
Pour gagner des hauteurs telles qu’il risque la collision avec un avion.
Ça aussi est une façon d’échapper à la lourdeur terrestre :
Même avec des yeux de vautour tu ne vois plus les imbéciles là-bas.
Mais entrer en collision avec un Airbus, ça oui.
Et là encore, ils s’y trouvent, confortablement installés
Chauffés, oxygénés, en voyage organisé, va savoir
Tandis que toi, mon grand, de ton propre chef dans l’air glacial et raréfié
Où menacent de surcroît des oiseaux d’acier sentant le renfermé par-dedans...
Pas mieux que pourrir dans un pot où stagne l’eau.

                                                        *

L’un tient à ses vacances annuelles bon marché
Et l’autre à ses rémunérations aussi juteuses que garanties.
Toi alors, qu’est-ce que tu fous parmi eux ?
Rien n’est garanti dans le monde
Et dans le ciel non plus
À commencer par l’arrosage.
Après, on peut les bomber à la laque, ses plantes d’intérieur
Pour que leurs feuilles restent accrochées
Mais les spécialistes voient cela d’un mauvais œil –
L’art du jardinage est quand même autre chose –
Et si tu le racontes à tes amis
Ils te traitent de cinglé : Eh mec, nous non plus
On saurait pas faire, mais est-ce qu’on essaie ?
Encore mieux de pourrir dans un pot où stagne l’eau.


17 Novembre 2018

samedi 17 novembre 2018

On Polls


i.

Where the slot is, drop it.
Then there seems to be countable choice.
But hey, you did not choose the slot
You maybe chose the ballot but not the slot.
I’d like to drop my ballots in whatever slot I choose
I’d even rather choose slots over ballots
I’m so much more into slots than I am ballot-friendly
Nice narrow slots are a treat, big ballots aren’t
But that’s not the way it works.
They have you choose your ballot not your slot
Eventually, the slot chooses the ballot
To make sure things won’t change.


ii.

The other day I was asked to have a view.
Or if I already had one.
Now, I only have a very old view, really old, and
Tattered – I toyed with it as a boy – not even good for a yard sale
The one you’re ashamed to show, you know, the one
Grown-ups forgot – and they sure looked for recent stuff
Which I hadn’t. But they insisted and so
I went fishing out and trimmed off a sliver from one side
The side less worn
Slant enough to hide how outmoded the whole posture was
And then gingerly cast it into the shiny red box
One of the comrades held before me.


iii.

This stupid game is finished, once and for all
I said to myself.
This is neither the time nor the place
To expect any outcome.
Game over, once and for all
I once more told myself
As if anyone would care.
This stupid game is not meant for individuals
And as I cannot be but an individual, and as we all
Cannot be but individuals, taken individually
It ultimately isn’t meant for anybody.
By chance, it’s but a child’s game.


[Das wie auch immer geartete Ergebnis einer Wahl darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Wähler, damit es zu einem Ergebnis kommen konnte, zuallererst wählen gehen musste. Der Wähler bestimmt also nicht nur darüber, wie eine Wahl ausgeht, sondern auch darüber, ob sie überhaupt ausgeht. Ohne Wähler keine Wahl und mithin auch kein Wahlergebnis, so wie es ohne Gläubige eben auch keinen Gott gibt, unabhängig davon, was im Himmel vor sich geht. Man muss immer zuerst glauben. Da der informierte Wähler mittlerweile nach kürzester Zeit mit jedem Wahlausgang unzufrieden ist – so wie er, falls informiert, mittlerweile auch unzufrieden ist mit dem Resultat jeglicher Gottgläubigkeit – kann man hier von einer Kollektivschuld reden. Weniger wäre mehr gewesen, und gar nichts noch mehr. Macht man sich aber schon schuldig, wenn man dem politischen Geschehen wie von der Presse angeboten willig, ja zwanghaft folgt? Macht schon das sogenannte Informiertsein schuldig? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass, wer nichts vom lieben Gott und seinem Klerus hält, meistens auch das Kirchenblättchen nicht liest, doch diejenigen, die nichts von der Politik und ihrem Personal halten, nicht selten die Informiertesten sind.]

November 16, 2018

vendredi 16 novembre 2018

Night Sky


1.

Looking up a cloudless sky
I saw this bright flickering light
And pointed and some grown-up said:
Consider it a lodestar, if you will. See, this one
Doesn’t budge while the others keep spinning around.
I asked for its name and was told that the ancients
Had dubbed it the ‘cynosure’, or ‘dog’s tail’.
So, that doggone piece of tail wags its dog, I thought.
I knew of no other model behaving like this.
Was this supposed to be guidance?

Times have changed but I am still the same
Person, and as a layman I’d just like to tell tail:
Stop shaking the one you’re the end (and compass) of
One’s pet isn’t one’s fan. I mistrust any cynosure.
It seems that their slave-driven galleys got lost without it.
Only the lonely sea stars do not care about destination.
This is reason enough and, well
I rest my case.


2.

Il y a des cieux nocturnes sans étoiles
Et c’est même la règle par ici
On sait qu’il y en a palanquée là-haut
Mais n’en perçoit aucun, et c’est peu dire.

Pendant la nuit, nos noirs immeubles poussent
Dans des hauteurs guère moins ténébreuses
Comme s’ils voulaient supplanter ce ciel
Petit à petit, en étant plus sombres.

Les seules lumières qu’on voit parfois
Sortent d’eux, on dirait que les étoiles
Sont descendues bien plus bas que leurs toits
Pour qu’on les prenne au loin pour des fenêtres.

Alors le ciel (qui n’a pas d’ouverture)
Nous fait comprendre un peu cette imposture.

[Il ne sert à rien de mentionner les étoiles si l’on n’est pas astronome. Notamment quand on habite un centre de pollution lumineuse et n’a pas vue sur elles. C’est même ce que suggère l’horoscope de la semaine : « Nés du 2e décan. Ne vous fiez pas à votre bonne étoile, vous risqueriez qu’elle vous prenne en grippe. Sachez que les meilleurs corps célestes sont les plus distants et exactement ceux qui se désintéressent de vous. Seul avec vos états d’âme, regardez autour de vous en restant kitsch. »]




3.

Ich kann wohl tun am hellen Tag
Was ich im Finstern nicht vermag
Jedoch nicht in der finstern Nacht
Was hellen Tagen zugedacht.

Ich kann durchaus in hellen Nächten
Die Kämpfe finstrer Tage fechten
Doch kann am finstern Tag mitnichten
Auf heller Nächte Trost verzichten.

Wenn Tag und Nacht sich unterscheiden
Dann jedenfalls in Kleinigkeiten
Im Angesicht des großen Dunkeln
In dem so kleine Lichtlein funkeln.

[Trost. 
„Ja, also wenn du schon trösten möchtest, lass doch bitte auch das Licht an. Ich brauch auch meine Augen zum Getröstetwerden (Augentrost). So viel Selbstgefühl gehört dann einfach dazu. Ich bin nun halt mal keiner von denen, die das reine Spüren ausreichend zu trösten vermag, ich muss sehen, was ist. Letzten Endes sind bei mir die Pupillen noch das aktivste Element, und kein richtiger Trost ohne den Eindruck, etwas dafür getan zu haben – gerade, wenn man sonst nur so herumliegt.“]


15. November 2018

jeudi 15 novembre 2018

Longtemps les scientifiques

Longtemps les scientifiques nous ont fait croire
Que grâce à leurs découvertes nous nous dirigions
Inéluctablement vers un monde de plus en plus parfait

Alors qu’en réalité ces découvertes ressemblent assez
À celles que nous pouvons faire dans la lumière tamisée
De n’importe quelle chambre à coucher jusque-là inconnue :

Découverte d’un corps nu qui se révèle à nous
Pour la première fois mais dont les imperfections
Nous échappent tant nous avons hâte de l’embrasser ;

Il faut que le désir soit parti pour vraiment les voir, et en
Même temps remarquer le décor plouc de la pièce
Qu’assouvis, nous finirons par détailler, hélas.

Qui appellerait cela un monde de plus en plus parfait ?
Peut-être eux, les scientifiques, gens sans goût ?
Voilà de ces calembredaines.

                                                  *

D’un autre côté, on n’acquiert une conscience du temps
Qu’en loupant des occasions et non pas en fonçant
À fond de caisse pour accomplir des choses.

14 Novembre 2018

mardi 13 novembre 2018

An Early Lesson

Quand on voit, sous la pluie battante, une vieille d’origine balkanique rentrer chez elle avec ses couches de frusques, son gros fichu, son chariot et barda difforme, on comprend pourquoi ça nous a pris des siècles avant de renoncer, péniblement, à croire aux sorcières.
La chrétienté est devenue la force dominante sur terre tant que sa foi était souillée d’éléments foncièrement anti-chrétiens : superstitions délirantes, inquisition, dogme du bûcher et des conversions par le glaive, injustice la plus abjecte inexorablement bénie par le clergé. Depuis qu’elle a réussi à se débarrasser de ses impuretés, elle est devenue bien plus faible, sa religion ne fonctionne plus, voilà du reste le secret de la vague de conversions en terre chrétienne, les uns se tournant vers le bouddhisme, les autres vers l’islam, d’autres encore vers des néo-syncrétismes particulièrement intolérants au gluten. Recommencez à croire aux sorcières, dépoussiérez sans trembler vos instruments de torture, remettez vous à élever des bûchers, poussez de nouveau vos cris de joie face aux flammes, et vous allez voir comme les cultes rivaux reculeront !

There was this witch I knew a bit back then
She didn’t bear the semblance of her breed
Yet knew fey tricks and treats beyond my ken
So I wound up in part bewitched indeed

Ere I lost track of her, both humps and heart.
Those witches got a broomstick to vamoose
But it was prudent me, too soon too smart
That, brushing off, did leave her on the loose.

With time grows remedy against all skill:
I don’t believe in witches any more.
Am I not glad I once was at one’s will
For a short moment, in my days of yore?

When witchcraft dwindles down to youthful trances
Not sure that humankind the least advances.

November 12, 2018

samedi 10 novembre 2018

Oiseau déplumé

Oiseau déplumé
Reste oiseau
Ne sait plus voler
S’en souvient toujours.
Quand les temps sont durs
C’est tomber sur le bec
Qui fait l’oiseau, pas voler.
Oh, mon cher déplumé
Bel oiseau à jamais.

8 Novembre 2018

vendredi 9 novembre 2018

Über Echte und Falsche

                                          und ihre Beziehungen untereinander

« Sagesse et classicisme français.
Je crois que ce pays est à peu près le seul au monde où l’on peut se faire un grand nom dans les lettres avec rien qu’une interminable succession de copulations putatives détaillées en langage cryptique. Rigoureusement rien d’autre, je te parle sérieux, et sur des milliers de pages, tu en ouvres une au hasard et tu tombes sur un « gros mot », notamment d’origine arabe, ou alors une gymnastique cochonne vue de trop près pour en être vraiment une et dysorthographiée de sorte qu’il te faut un appareil critique. À court terme, c’est « scandaleux », à moyen terme ça te procure de délicieux prix littéraires, à long terme je suppose qu’on oublie, à l’instar de l’amnésie infantile quant à la phase pipi-caca. Le phénomène me semble dû au fait que l’immense majorité des littérateurs du pays sont des gens beaucoup trop bien élevés pour ne pas s’étendre de façon un peu trop sage sur des choses un tantinet trop raisonnables, en style agrégé. Par la suite, ces personnes hélas un chouïa fades s’encanaillent en portant aux nues quelque prétendu extraterrestre dont le fonds de commerce est la masturbation sur papier vélin, ils se reconnaissent dans l’ennui. Résultat des courses : un néant genre intersidéral entre le normalien et le « scandaleux » – ou plutôt le normalien scandaleux, puisqu’on reste en vérité entre soi, quoi. Seulement, il faut être un authentique martien pour s’en rendre compte. D’une certaine manière, le microcosme littéraire français fait penser à la grande Amérique où l’on trouve si difficilement à se mettre sous la dent entre le Big Mac ketchup-moutarde et le sandwich organique aux graines de luzerne germées, ni l’un ni l’autre n’appartenant à la gastronomie proprement dite qui, elle, ne saurait s’épanouir qu’en ignorant les deux. »

i.

Ich kannte tapfere Indianer und auch welche
Die, schlauer als es das Indianertum
Erlaubt, von tapfern sungen als ob diese
Gar ihre Meister wären, tanzten drum herum

In unverdientem Federschmuck, wobei
Die tapfern, ich weiß auch nicht so genau
Warum, es mit sich machen ließen... ich
Würd auf solch schalen Ruhm verzichten. Howgh!

Macht es die Tapfern untapfrer, wenn sie
Sich hinten kraulen lassen von Eunuchen?
Die einen Krieger haben ihre Schwächen
Bei andern sollt mans besser nicht versuchen.

Egal. Versteht mich recht: Es geht nicht drum
Berdaschen* faulen Kraulens zu bezichtigen –
Auch sie gehören letztlich zur Prärie
Und kraulen wohl am Ende schon die richtigen.


* Neuerdings Two-Spirits, aber hier selbstverständlich im historischen Sinn.  


ii.

I knew some brave and gallant Sioux and some
Who slyer than allowed by prairies’ laws
Sung of the brave and gallant ones as if
These were their masters in an unfought cause

Yet it is not his eloquence that makes
An Indian brave and gallant, it is war
And he who sings of it is always wrong
Since war, when waged, is no pretext for lore.


November 8, 2018

jeudi 8 novembre 2018

De ordine mundi


1. Backentrick

Die einen haben Stachel, die anderen
Beißen, kratzen, spucken, treten
Wieder andere machen sich schleunigst davon
Keines hält die andere Backe hin
Und dreht es dir dennoch sein Hinterteil zu
Dann nur, weil dort eine spritzende Drüse sitzt
Oder, wackeldibackel, zum Betören, Meister Gnadenlos.

Wem das wohl eingefallen ist mit der anderen Backe?
Soll wohl so ein Trick sein, ähnlich dem Betörtrick.
Ob er funktioniert, hat vielleicht noch niemand ausprobiert.
Also ein uralter Trick, den nur noch keiner getestet hat.
Dabei hat man schon so vieles versucht
Wie etwa von turmhohen Klippen springen und schauen
Ob man auch ohne Flügel fliegen kann.
Die wildesten Theorien spuken denen im Kopf herum
Die sich eigentlich wehren müssten mit
Beißen, Kratzen, Spucken, Treten, Drüse Hinhalten zum Betören
Oder eben Weglaufen, ja sogar irgendwie
Davonfliegen, wer weiß –
Nur nicht auf moralisch Machen:
Denn das regt erstens nur noch ärger auf
Und ist zweitens seit jeher eine besonders fiese
Angriffstaktik von Schlägern, ungeeignet zur Verteidigung.


2. Anecdote souterraine

Si, dans le métro bondé, chez un vieux couple, madame
Cède l’unique siège libre à monsieur, elle mentionne en passant
Que monsieur a fort mal au dos. Ainsi, se dit-elle, la morale est
__________________________________________sauve
Car nous évoluons sous un ordre sociétal où la galanterie est de
 ____________________________________mise, garantie
Par le parapluie nucléaire
Puisque ceux dont dépend cet ordre en dernière instance, à savoir
___________________________________les Amerloques
Ne sont nullement des rustres, malgré leur comportement
______________________________________quelque peu
Erratique en matière d’élections.

Faisant fi de tout cela, un monsieur slave
D’apparence prolétarienne, ayant libéré sa place
Sous l’impulsion de sa femme à lui, toise le monsieur
Désormais assis d’un air dédaigneux. C’est que
Dans les pays slaves, chez les prolétaires
Peut-être même un monsieur
Souffrant de hernies et discale et inguinale etc. n’occupe
Jamais le siège réservé à sa dame dans les transports en public, et
____________________________________________cela
Jusqu’en période d’alcoolisme aggravé et de violence conjugale.
________________________________________L’homme
N’a qu’à serrer les dents. Il paraît que les prolétaires des pays
___________________________________________slaves
Eux aussi profitent d’une espèce de
Parapluie nucléaire.

Mais qui a parlé de boire et de battre ? Il ne faut pas
Penser de telles inanités, toi, mon vieux, assis là en gougnafier :
Il n’est aucunement prouvé que le populo slave ait la patte plus
_________________________________________leste que
Disons, tel bourgeois occidental, libéral et abstème.
Le prétendre est aussi mal élevé que de laisser sa vieille
Voyager en station debout parce qu’on est un brin douillet des
________________________________________lombaires.
Ce n’est assurément pas pour cela que la chrétienté entière
________________________________________dispose de
Parapluies nucléaires.


6 Novembre 2018

lundi 5 novembre 2018

Sterne


1. Identitätsfragen













Ich hatte, echt, einen Onkel, der war
Deputy Marshal in Oklahoma
Ich hatte also de facto einen Westernheld zum Onkel.
Er starb früh, obschon nicht
Heldenhaft im Dienst, an blauen Bohnen
So doch niedergezwungen von einer heimtückischen
Zivilisationskrankheit
Und insofern auch typisch amerikanisch.
Was ich jedenfalls früh geschnallt habe, war
Dass man sich sehr schnell in einen Uramerikaner verwandeln
_____________________________________________kann
– Eine einzige Generation genügt dazu –
Und dann auch gleich
Deputy Marshal in Oklahoma wird.
Um hingegen beispielsweise zum Urdeutschen zu reifen
Braucht es ziemlich viele Generationen und so manchem gelingt es
_____________________________________trotzdem nicht.
Aber wer will das überhaupt, träumt denn schon davon?
Das ist man oder ist man nicht, basta.
Gut, dass sich wenigstens Träume so leicht verwirklichen lassen.

Andererseits soll mein Deputy-Marshal-Onkel
Nicht gerade eine Frohnatur gewesen sein.
Das ist die Rückseite der Medaille
Oder des Marshalsterns, wenn man genau sein will.
Ja, das Verwirklichen von Kinderträumen
Macht nicht unbedingt glücklich.














2. Der Nachkrieg und die Kirya

Zur Willkommenskultur und dem Da-sein.
Im deutschen Nachkriegsbewusstsein kam beispielsweise der Nichtarier sehr lange in nur zwei Gestalten vor: als netter (mehr oder weniger) kleiner Mann und infolgedessen Opfer, oder als scharfdenkender großartiger Intellektueller, der es noch rechtzeitig nach Amerika geschafft hatte. Walter Benjamin stellte die Ausnahme von der Regel dar. Neuerdings gibt es noch eine dritte Form: als jetzt wieder in Deutschland oder Wien ansässig Gewordener, entweder Opfernachfahr oder aus dem sel. Ostblock, auch gerne wieder dem Schriftstellerberuf nachgehend und jüdischen Humor vermittelnd. Wer nicht in die genannten Kategorien passt, kommt im deutschen Bewusstsein eigentlich nicht vor, man könnte es eine Art von Ausblendung nennen. Nach der Vernichtung des nicht Willkommenen, dessen Ausblendung. Man muss in Deutschland offenbar willkommen sein, will man Eingang finden in das deutsche Bewusstsein. Das deutsche Reinheitsempfinden wehrt sich gegen das nicht Willkommene, will es nicht wahrhaben. Dabei ist der Erdball voll von Unwillkommenen, die, wenn man so sagen darf, da sind, obwohl sie nicht ins Bild passen. Man hat den Eindruck, dass in Deutschland derartige Personen psychisch so ausgeblendet werden, wie man sie seinerzeit physisch der Vernichtung geweiht hat. Andere Völker lassen auch die Unwillkommenen vorhanden sein, es genügt dortzulande, ihnen hin und wieder genervt klarzumachen, dass man sie tatsächlich zum Teufel wünscht, Weiterungen hat das nicht. Doch so konsequenzlos mag der Deutsche nicht sein. Regelrecht willkommen oder weg damit. Und wenn „weg damit“ nicht geht  – denn man hat ja schließlich zur Kultur zurückgefunden – dann eben „willkommen“. Und ist man damit überfordert, dann zumindest: aus den Augen, aus dem Sinn. Was übrig bleibt, sind die Nazis.

Ein Sheriffsternchen hat auch schon Kugeln aufgehalten
Doch
Dichtet ein Deutscher etwas über Sterne
Dann darf natürlich auch der gelbe aufgenähte nicht fehlen.

Der ist nun allerdings kein Stern
Sondern ein Schild – König Davids Schild – also
Etwas absolut Militärisches, was
Nicht ganz denselben Effekt hat, falls man
Mäntel damit verziert, und besser noch hält man
Solch ein Schild unangenäht vor sie
Aber
Wie mein Freund Stolperstein immer sagt:
Ackereisen zu Schwertern
Und Zweigmesser zu Spießen
Oder vielmehr Schwerter zu Ackereisen
Und Spieße zu Zweigmessern
Oder wie oder was* –
Jedenfalls leichter geredt als getan.

Und
Schlussendlich noch Sterne zu brauchbaren Schilden?
Oder gar Schilde zu kaum hilfreichen Sternen?
Und wann und von wem bitteschön?
Ach, geschenkt.
Dichtung.


* Nach Blumgarten, z. B. Micha 4, 3:
Un zey weln ibershmidn zeyere schwerdn oyf akerayzens, un zeyere shpizn oyf tswaygmesers

bzw. andersherum Joel 4, 10:
Shmidt ayere akerayzens oyf shwerdn, un ayere tswaygmesers oyf shpizn



3. Dingir

Dingir, das sind nun einmal ein paar ehrfurchtgebietende
Keile, die ursprünglich einen Stern bilden
Und das bezeichnet dann die Gottheit, was sonst.


Ich hab das in meiner Jugend studiert. Lange her, doch
Der Labat steht bei mir immer noch im Regal.
Als mir auffiel, dass es schon in Babylon
Völlig modern immer nur um Finanzielles ging
Hab ich aufgehört, mich für Mesopotamien zu interessieren.
„So war es nicht gedacht gewesen.“ Ganz mein Stil also.
Dabei hätte mir seinerzeit schon klar sein müssen
Dass Geld auch nur eine Sicherheit ist: sicher im Schutze
Des Geldes, als seien es die Fittiche der Gottheit.
Allerdings meinte ich wohl, das Himmlische
Sollte noch zu Noblerem dienlich sein
Als im Geschäftsverkehr Profit zu garantieren.
Da kann ich gleich BWL, und grüne Scheine anbeten
– Sprach es in mir, der ich mich doch als Marxist verstand –
Auf’m Dollar wird ja auch in Gott getrustet, weil die Herrschaften
Bei ihren Transaktionen Gottvertrauen brauchen wie unsereins
Das vielleicht mal mit dem Bus durch die Anden kurvt. Gut
Wenn dann Jesus als Beifahrer auf der Böschungsseite sitzt, denn
Das devisengefüllte Touristenportemonnaie hält es notfalls auch
________________________________________nicht mehr.


Wie gesagt, ich: unzureichend dialektisch
Und das Symbol: ein paar Keile, ein Stern, Dingir.
Hat mich unreifen jungen Menschen damals nicht überzeugt, aber
Hätte sollen. Jetzt ist es zu spät.
Die Stern hilft da, wo man es nötig hat, und nicht anderswo –
So pragmatisch bei der Hilfsbereitschaft sind die
Himmlischen Kräfte allemal.


4. November 2018

samedi 3 novembre 2018

Proverbes

Monsieur avait l’habitude de répondre à des interrogations par des proverbes ad hoc, tels que « Débit régulier n’est pas gage de qualité ; le sage bégaye parfois (et le muet deux fois) », « L’oiseau qui niche dans les feuilles ne fait que singer le ver lové dans les racines », « Mentir est comme manger la bouche pleine », « Gaffe mérite baffe, mais qui s’en lamente aura rente », « Réveil sonnant à l’heure ne saurait être endormi », « Gros nénés, gros bébé… pour peu qu’elle allaite », ou encore « Chose jugée, dose mortelle ».
Qu’il ne les utilisât par principe qu’une seule fois faisait de ces proverbes des hapax. Le proverbe hapax est rare, en général tout proverbe se répète, sinon ce n’en est pas vraiment un. Le type de proverbe à usage unique qu’il avait inventé retombait donc sur le genre même. Par chance, ces tristes dictons de nature non-proverbiale étaient immédiatement voués à l’oubli après énonciation, ainsi n’avaient-ils pas le temps de contaminer les autres. La poésie est à ce prix.

Avant l’invention du proverbe
Il n’y en avait pas encore.
Fallait chaque fois réfléchir soi-même avant de dire un truc.
Or, un jour, l’homme des cavernes trouva l’astuce : le proverbe.
Depuis, notamment en politique, le recours au proverbe
Est devenu proverbial, cela s’appelle la langue de bois, mais
Elle n’est pas vraiment de bois, cette langue
Elle est faite de maximes qui sentent bon
Les premiers feux des grottes
Lorsque l’homme de Lascaux dessinait
Toujours les mêmes bêtes, toujours les mêmes :
Buffles, antilopes, chevaux, mammouths laineux et rien d’autre
Comme si le mondé était peuplé de rien d’autre
Rien que de buffles, d’antilopes, de chevaux et de mammouths
___________________________________________laineux
Alors qu’en réalité c’était un coup de chance de tomber dessus.
Il dessinait très peu d’ours
Car c’était un coup de malchance de tomber dessus
Et il valait mieux ne pas le provoquer.
Pour compenser, il inventa la prière – ou plutôt l’incantation –
Et le chemin vers le proverbe fut alors tout tracé, le monde
Put enfin commencer à se moderniser.

[Bevor das Sprichwort erfunden wurde
Gab es noch keine.
Man musste sich immer erst selbst was überlegen, bevor man was sagte
Doch dann fiel den Höhlenmenschen ein Trick ein: das Sprichwort.
Seither ist der Rückgriff aufs Sprichwort vor allem in der Politik
Sprichwörtlich geworden. Man nennt es auch Stehsatz, aber
So richtig stehen tun solche Sätze nicht, es ist Gestotter
Das nach Gelagen an frühen Höhlenfeuern riecht
Als der Lascaux-Mensch immer wieder
Die gleichen Tiere zeichnete, immer wieder die gleichen:
Nix als Büffel, Antilopen, Pferde und Wollmammuts
Als ob es auf der Welt nichts anderes gäbe
Wobei man in Wirklichkeit Glück haben musste, um auf sie zu stoßen.
Er zeichnete recht selten Bären
Denn man musste schon Pech haben, um denen zu begegnen
Und wollte das besser nicht provozieren.
Zum Ausgleich erfand er das Gebet – oder vielmehr die Beschwörung –
Der Weg zum Sprichwort war dann nicht mehr weit, und die Welt
Konnte endlich anfangen, modern zu werden.]

28. Oktober 2018

lundi 29 octobre 2018

Vom Ticken

Wenn er mit irgendwelchen Ästchen spielte, wurden die
Paff, paff, zu Schießgewehren;
Wenn er mit seinem Piephähnchen spielte, wurde das
Mithin zu einem forschen Phallus;
Wenn er dann mit jungen Mädchen spielte, wurden die
Recht schnell zu festen Freundinnen.
Was er in die Hand nahm... wie Midas.
Doch spielte er schließlich mit dem Gedanken, wurde nie
Etwas daraus.
Man kann davon ausgehen, dass Homo ludens auch nicht
Endlos funktioniert.

Und was mich angeht:
Manchmal höre ich das Ticken der Uhr, manchmal
Höre ich es nicht.
So genau weiß ich auch nicht, wie man die Ohren spitzt
Wenn es drauf ankommt
Und ob das überhaupt einen Sinn hat.
Vermutlich besser, man hört das Ticken nicht.
Es genügt, wenn unüberhörbar
Die Stunde schlägt.

29 Oktober 2018

dimanche 28 octobre 2018

About Occupied France

Ce sont les fatigués de naissance qui me dynamisent le plus. Les actifs, les industrieux, les travailleurs infatigables me donnent le tournis et m’épuisent, je n’arrive pas à suivre, alors que les fatigués de naissance ont le don précieux de me motiver. Motiver à quoi faire ? Pas grand’chose, mais ce pas grand’chose avec beaucoup de persévérance. Persévérer dans le pas grand’chose a des résultats épatants : le pas grand’chose devient un pas grand’chose tellement solide – c’est l’effet boule de neige – qu’à la fin les actifs, les industrieux, les travailleurs infatigables le rencontrent en obstacle sur leur chemin, en obstacle incontournable même. C’est du moins ce que j’espère. Sinon, cher Oblomov, carrément pas la peine de rester à rêvasser sur ton divan.

i.

Replacing the obsolescent “ball cock” of one’s own toilet
Is a job for radical lazybones.
Staying at home all day
Doing almost nothing and on top of it
Trying to fix such shit oneself
Instead of earning the money to pay a plumber
Is some sort of crime against civilization, against human morals
And, why not, against humanity itself.
It requires an awful amount of time to repair an old crapper
Tank’s regulated water supply system when you haven’t majored
____________________________________________in that
And, furthermore, lack the appropriate tools
But it saves you the dough you’re unfit to bring home.
For an entire week or so it gives you the impression
You’re achieving something
And when you finally succeed
And that bitch nobody cares for flushes properly again
You almost forgot the fact that
You are one of the most useless persons on earth.


ii.

Had I been born Japanese
What a stroke of happanese:
All around society
Inside keen anxiety
Makes you deadly feel at ease
When you’re born a Japanese.


October 26, 2018

samedi 27 octobre 2018

Von der Freundschaft

Ich weiß nicht, wie ich wahrgenommen werde von anderen, denn die anderen sagen es mir ja nicht, sie sagen mir nicht auf den Kopf zu: „Alter, ich nehme dich so und so wahr“, ich muss es erschließen aus ihrem Schweigen mir gegenüber. Vielleicht reden sie untereinander über die Wahrnehmung, die sie von mir haben, vielleicht nicht. Vielleicht werde ich als zu unwichtig wahrgenommen um darüber zu reden. Ich muss jetzt zugeben, dass ich andere Leute oft auch nicht recht wahrnehme, selbst dann, wenn ich freundschaftlich mit ihnen verbunden bin. Ich sehe sie reagieren, aber so richtig wahrnehmen tu ich sie nicht, sie verschwinden praktisch hinter ihren Reaktionen, werden als Menschen gar nicht mehr wahrgenommen vor lauter Reaktion, vor allem, wenn diese vorhersehbar geworden ist. Je besser ich kenne, desto weniger nehme ich wahr. Ich sollte mich also nicht beklagen, werde ich selbst auch nicht mehr wahrgenommen. Es mag ein Zeichen von Freundschaft sein, sozusagen.


De l’amitié

J’ignore comment je suis perçu par les autres, parce que les autres ne me le disent pas, ils ne me disent pas droit à la figure : « Vieux, je te perçois de telle ou telle sorte », je dois le deviner de leurs silences face à moi. Peut-être parlent-ils entre eux de la perception qu’ils ont de moi, peut-être pas. Peut-être me perçoivent-ils comme trop insignifiant pour en parler. Maintenant, je suis obligé d’avouer que moi aussi, souvent je ne perçois pas vraiment les autres gens, même si j’ai des liens d’amitié avec eux. Je les vois réagir, mais je ne les perçois pas au fond, ils disparaissent pratiquement derrière leurs réactions, se font imperceptibles en tant qu’être humain à force de réagir, surtout quand ces réactions sont devenues prévisibles. Plus je connais, moins je perçois. Je ne devrais donc pas me plaindre si moi aussi, je cesse d’être perçu. Si cela se trouve, c’est un signe d’amitié pour ainsi dire.


26 Octobre 2018

vendredi 26 octobre 2018

On Holy Stink And So


1. A General Survey

Man wundert sich neuerdings, dass Pfarrer nicht unbedingt bessere Menschen sind, ganz im Gegenteil. Sie scheinen ungeachtet ihres Gelöbnisses gewaltig zu schwitzen und hin und wieder eine rudimentäre Art von Triebleben zu entwickeln, die sich allerdings oft nur Kleinen gegenüber etwas traut. Die Frage dabei ist nicht, ob das die Kleinen traumatisiert – Religion traumatisiert immer – sondern die Frage ist, was die Großen eigentlich erwartet haben. Diejenigen, die sich jetzt am gewaltigsten gegen die Kirche erregen, halten es offenbar für normal, noch gestern so töricht gewesen zu sein, sich oder das Fleisch von ihrem Fleische dem Ruch von Heiligkeit anzuvertrauen. Da war sogar Rotkäppchen schlauer. Es liegt in der Natur der Soutanenträger, sich wie Soutanenträger zu benehmen, der liebe Gott hat es so eingerichtet, und so verquer, sich freiwillig in die Pfoten denaturierter Artgenossen zu begeben sind noch nicht einmal die Wölfe selbst. Niedlich genug, dass es üblicherweise nur um das Schnappen nach Knabenhintern geht.

The buoyant smell
Of quite human secretion on the body
Might indicate a commitment
Perfume refuses to make.

The other day
I sat in a pew next to someone
Exhaling sweet perfume, an aloofness
No secretion ever would dare to fight back.

The courage of being oneself
Is a sort of invitation
While perfume and its daunting wall of apprehension
Keeps the doctor away.

Do not raise sad walls on your Mexican borders
The sweating without might mean hope
The perfumed within
Simply mightn’t.

Now please ask yourself
Why that doggone stink is supposed to be inside
And urine and spooge and so many other good liquors
Sticking on fingers are always outside.

[Dernièrement, on s’étonne que les curés ne soient pas nécessairement des hommes meilleurs, bien au contraire. Il semblerait qu’en dépit de leur vœu ils transpirent beaucoup et développent même une sorte de libido rudimentaire qui, toutefois, n’ose s’exprimer qu’envers les petits. La question n’est pas si cela traumatise les petits – la religion traumatise dans tous les cas – la question est à quoi les grands se sont attendus. Ceux qui s’excitent désormais le plus fortement contre l’église tiennent apparemment pour normal d’avoir été hier encore assez sots pour se confier ou confier la chair de leur chair à une odeur de sainteté. Même le Petit Chaperon rouge était plus malin que cela. Il est dans la nature des porteurs de soutane de se comporter comme des porteurs de soutane, c’est le Bon Dieu qui les a faits ainsi, et les loups eux-mêmes ne poussent pas la perversité jusqu’à délibérément s’abandonner dans les pattes de leurs congénères dénaturés. Encore mignon que la plupart du temps il ne s’agisse que de happer les derrières de jeunes garçons.]

2. One Helping Hand

„Fürsorge um der Seele wachsende Hülle, so nannte er das, und tatsächlich, bis aufs Örtchen begleitete er seine Schützlinge, der Herr Pfarrer, wo er sie dann unten ent-hüllte und das Vögelchen eigenhändig in die richtige Richtung hielt, damit auch nichts danebenging, wenn jenes Segenswasser kam. Während des gesamten Besprengens der Schale brummelte er nützlich auf Latein, und dann half er noch beim Abtropfen, der gute Mann, machte sich am allerletzten Hüllchen – dem runzligen vorne – zu schaffen, zog und schüttelte, bis wirklich gar nichts mehr austrat. Schließlich wischte er sorgfältig ab und zeigte noch, wie aus dem Vogel wieder halbwegs ein Vögelchen wird, bevor man es zurück ins Nest bringt. Nur das Spülungskettchen mussten die Knaben selbst bedienen, aber bloß, damit sie das auch noch lernten. Wer noch nicht an den Griff heranreichte, den hob der Herr Pfarrer ein bisserl in die Höhe. Auf dem Rückweg durch die Kapelle hieß es, kurz hingekniet und gemeinsam gebetet. So einen kriegen wir hier nie wieder, sagten sich die Leute, als ihn der säkulare Arm abholte.“

Incense is truly the scent that suits Divinity best
The John calls for worldlier fragrances
But only a few churches
Have it incorporated.

When I first saw the bathroom sign in a
Church (actually this overstated fake-Gothic cathedral)
I realized that I had left my home continent, felt
Bewildered and instantly followed it.

Having no fake-Gothic clergyman peeing beside me
My bewilderedness diminished
But I must confess that I was missing the incense
And thus wasn’t especially comfortable, spiritually speaking.

I then thought that churches
Shouldn’t have this kind of facilities, really
Because pulling out your weenie inside a place of worship
Though being far from Christian, might remind one of urges worse.

Jesus, ain’t it a shame
That a man, set out to chant
All at once must revert to the bladder
Rise up and leave this nave’s vault, and eventually wash his hands
____________________________________________of it?


[« Assister l’enveloppe croissante de l’âme qu’il l’appelait, et en effet, il accompagnait ses jeunes ouailles jusque dans les cabinets, monsieur le curé, pour les y dés-envelopper du bas et, de sa propre main, leur tenir le petit oiseau dans la bonne direction afin que rien n’aille à côté quand arrivait cette eau bénite dont il facilitait ensuite l’aspersion du bassin en grommelant en latin. Puis le saint homme les aidait pour en faire partir les dernières gouttes, tirant sur l’ultime petit voile, celui plissé par devant, s’affairant et secouant jusqu’à ce qu’il n’y ait vraiment plus rien de rien qui en sortisse. Enfin, il les essuyait consciencieusement et leur montrait comment s’y prendre pour que l’oiseau redevienne tout petit avant de le remettre au nid. La seule chose qui restait aux garçons était d’enclencher la chasse, mais uniquement pour qu’ils l’apprennent, ça aussi. Ceux qui n’atteignaient pas encore le pommeau de la chaînette, monsieur le curé les soulevait un peu. Au retour par la chapelle tout le monde s’agenouillait pour faire une courte prière ensemble. On n’en retrouvera jamais un comme ça, dirent les gens, lorsque le bras séculier vint le chercher. »]


25 Octobre 2018

jeudi 25 octobre 2018

Aveuglant hommage

On le sait, l’appréciation d’une œuvre d’art dépend énormément de son époque. Suis allé regarder un vieux film de quelqu’un que j’aime beaucoup, l’ai vu jusqu’à la fin et trouvé très mineur pour ne pas m’avancer plus. Entendez par là que, s’il avait été signé par un autre metteur en scène, j’aurais quitté la salle au bout d’une demi-heure.
Légitimement éreinté à l’époque, ce bidule de circonstance est désormais élevé au rang de chef d’œuvre, paraît-il, et on peut supposer que cela s’est fait sur la foi de la réputation entre-temps acquise par son créateur. Résultat des éloges tardifs : le créateur en personne semble commencer à trouver des qualités à un truc que, dans le temps, il a appelé plus ou moins raté. Cela fait du bien quand un tas de clabauds qui applaudissent finissent par te convaincre longtemps après coup que t’as bien fait même lorsque tu t’es gouré – ce qui peut arriver à tout le monde – mais la gloire ne devrait pas rendre le glorieux amblyope ; c’est assez grave que la meute le soit. Il faudrait, tout de même, garder un minimum de perspicacité quant à sa propre jeunesse, il suffit parfaitement qu’en prenant de l’âge on devienne en général trop bienveillant avec la jeunesse des corniauds.
Il y avait discussion après la séance, en présence du maître, j’aurais donc pu m’exprimer en public. Je ne l’ai pas fait, car on ne pouvait plus tomber d’accord, monsieur Skolimowski et moi. La chose aurait été possible autrefois, plus maintenant : la sotte jeunesse montante nous est passé dessus avec ses révisions et enthousiasmes collectifs, son avis qu’il avait dû y avoir erreur matérielle, une sorte de coquille, dans le jugement d’origine, celui émis par les camarades et contemporains, responsables, eux, de la gloire ultérieure, auréole qui, plus encore que la vieillesse, est un naufrage pour tout roseau pensant. Quelle chance d’y avoir échappé.

Le chien est notre congénère :
Tu le nourris, il te vénère.
Puis, tu le bats, il te vénère.
Le chien est notre congénère.

N’ai pas de chien pour le nourrir
N’ai rien à battre ni pourrir
Et le jour où je vais mourir
Aucun cabot pour accourir.

Que, diable, cela m’indiffère.
La vie d’après, la belle affaire !
Bâtards qui n’y avez rien à faire
C’est encor vous que je préfère.

23 Octobre 2018

dimanche 21 octobre 2018

Des lois relatives au naziréat

וועגן די הלכות נזירות

Pinard, tifs, macchabées... Et rien
Qui touche au cul –
Si j’avais su
À temps, j’aurais pu devenir quelqu’un de bien.

Beuh remplaçant pinard ou bière
Au poil ! Et que ça pousse, aucun problème.
Plus de visite aux vieux du cimetière –
Fastoche d’être un saint abstème.

Quel programme idéal, quel joli plan pour l’avenir
Du point de vue de la jeunesse.
Mais là, je suis un peu trop vieux pour des promesses
Simplement trop faciles à tenir.

21 Octobre 2018

samedi 20 octobre 2018

Trois fragments


1. Fragment non daté

Ne cherche jamais à connaître
D’où vient la main qui te cajole ;
Et fût-ce un ange qui te frôle
C’est bien la mort qui te pénètre.

Ne cherche jamais à connaître
Pourquoi, du coup, ce poing te frappe :
La vie n’est qu’une étrange étape
Sur le chemin du disparaître.


2. Ich wollt

Au bout d’un an, je suis revenu dans ma maison préemptée et fermée de par la loi pour faire un dernier inventaire avant démolition. Le monsieur de la mairie qui m’a ouvert le cadenas ne comprend rien et me parle, enthousiaste, comme tout sera beau une fois reconstruit et transfiguré en logement social. Une nouvelle vie fleurira sur les ruines. En attendant – c’est dommage que je n’avais pas mon appareil photo sur moi – la nature de la jungle, reprenant ses droits sur l’habitat déclaré insalubre, s’est mise à fleurir sur les ruines en question. Seulement, cela ne sera plus pour longtemps, cette beauté-là n’étant qu’un luxe de mauvaises herbes, du pur désordre d’avant. Et seulement, ils me l’ont confié, mes voisins expulsés et relogés sont malheureux comme des pierres dans leurs nouveaux quartiers salubres. L’un d’eux, on l’a tout droit expédié en maison de retraite, bonheur suprême. Du coup, on serait même tenté de mettre en doute qu’en matière de beauté, au-delà de celle due à la prolifération non contrôlée d’indésirables, il puisse en exister encore une autre. Mais pas la peine de contredire le monsieur de la mairie, c’est un homme jeune et bienveillant, quoique au regard un peu terne, sans doute France Insoumise.

Ich wollt, es käme nicht drauf an
Doch es kommt darauf an.
Ich wollt, es wär nicht schon vorbei
Doch es ist schon vorbei.

Ich wollt, es wäre mir egal
Doch ist mirs nicht egal.
Ich wollt, ich hätte nichts gesagt
Und hab kaum was gesagt.

Was sie auch schleifen und vernichten –
Die Zukunft wird es wieder richten.
Die Zukunft richtet alles und
Richtet sie alles auch zugrund.

(Le Paradis entr’aperçu par la porte cadenassée)


3. Wie eine Fernsehwelt

Die Tage haben es voneinander abgeschaut, sie haben quasi abgeschrieben: einer tut ganz genau wie der andere, sie sind allesamt so leer wie die Datumskästchen im Kalender. Doch aber kommt viel in ihnen vor, falls man plötzliche Schrecken zu den Vorkommnissen rechnet. Schrecken auf Schrecken an ansonsten leeren Tagen – so geht jetzt das Modell. Es erinnert an eine Fernsehwelt.

Nur nicht in die Ferne schauen
Liegt das Gute doch so nah.
Gut ist jeder Fehlalarm
Der auch schon mal unglaubhafter war.
Nur nicht den Orakeln trauen –
Noch sind letzte Tage sonnig warm.


Sommer oder Herbst 2017 / 19. Oktober 2018

mardi 16 octobre 2018

Über die Würde


1. Tomaten gegen Potentaten

La dignité humaine est un sujet quelque peu épineux puisque les avis divergent. Nous venons de le dire, mais pour Leiris, dont le portrait fait par Bacon est d’ailleurs une pure merveille, le « Kirdi » qui urine en discutant est un émouvant exemple de dignité universelle. Si vous avez l’art et la manière, vous pouvez donc faire vos besoins au beau milieu d’un échange de vues sans pour autant sacrifier de votre prestance, comme vous pouvez, au milieu d’une soirée coloniale franchement arrosée, signer avec beaucoup de verve le petit papier qu’un ordonnance essoufflé vient de vous tendre, acte par lequel vous astreignez cinq mille autres indigènes à la corvée républicaine, pour vous lisser ensuite la moustache et reprendre le fil de la conversation avec les deux plantureuses nièces du vice-gouverneur qui, il est vrai, ont le rire de plus en plus strident. Mais ceci sous condition que vous ayez le don de la signature, n’est-ce pas. Pardon ? Cela voudrait-il dire que, plus encore que les sauvages, les esprits par trop raffinés se révèlent incapables d’apposer leur cher blase sur un document vaguement pénible qui, néanmoins, promeut la civilisation ? Mais quel manque de courage ! Et qui les fera alors, les trois croix proverbiales ? Nous voilà entrés dans le domaine idéologique. La dignité humaine ne saurait être affaire de préjugés.

Herzls Rauschebart mochte hilfreich sein, doch
Besser ist es, Patina anzusetzen, um würdig zu wirken.
Das Neue wirkt noch nicht würdig, erst das Nachgedunkelte.
Würdige Jünglinge sind einfach lächerlich, würdige
Reiserentner allerdings auch. Das Würdige bleibt
Bei sich zuhause und blüht im eigenen Saft.
Damit ist so manches ausgeschieden
Was sich zwar würdig will
Aber nicht sein kann.
Gleichzeitig
Gibt es Dinge, die
Absolut würdig sind
Und absolut unwürdig.
Der Tod ist eines von ihnen.
Man darf es nämlich auch nicht übertreiben mit der Würde.
Ein klein bisserl Bewegung sollte schon sein.

Würdig die Treppe hoch
Würdig die Treppe hinunter – ich bin
Damals schon auch weggezogen wegen der Würde
Denn Schwerfälligkeit mit regelrechter Würde zu verwechseln
Ist im Ursprungsland der Dichter und Denker besonders lebhaft
________________________________________verbreitet –
Sogar noch bei den exaltierten Tomatenwerfern meiner
________________________________________Altersstufe.
Würdige Zappelphilippe kommen kurioserweise nur da vor
Wo die Tendenz herrscht, Lässigkeit anzuerziehen.
Ich bemühe mich, einer von ihnen zu sein
Es ist jedoch gar nicht so leicht
Bei natürlicher Nervosität Patina anzusetzen
Oder bei eilendem Gang und regem Redefluss nachzudunkeln.
Es ist sauschwer, selbst hierzulande.

Es kommt endlich auch auf die Umstände an.
Und schon sind wir wieder bei der Todesangst, Freunde.
Die stets würdigen Tiere kennen sie nicht
Manche Arten wirken freilich auch sehr unruhig
Und in der vergangenen Nacht habe ich von einem ganz unruhigen
____________________________________Tierlein geträumt.


 


2. Veränderung von innen

L’Africain d’Afrique, comment doit-il considérer le fait que les revendications que peuvent avoir les personnes à la peau noire soient essentiellement formulés par les Africains des pays influents, et par ce biais influents eux-mêmes, et toujours justifiées par leur très ancienne sujétion à l’esclavage, alors que leur terre d’origine, majestueuse bien que colonisée, a été constituée de royaumes fort souvent rayonnants ? Et en certains de ces royaumes, des esclaves de nom, dits « de cour », ont même été appelés aux affaires, ce qui avait pour conséquence que la différence entre esclave et aristocrate n’était pas nécessairement celle entre faible et fort, tout au contraire. Au mieux peut-on dire que la distinction était floue lorsque l’esclave en question était chef des armées, gouverneur de province ou autre haut dignitaire dans l’administration. Où qu’il vive sur la planète, le noble aux scarifications temporales doit donc se sentir propulsé dans ce passé lorsqu’il constate que les Africains les plus puissants de notre époque sont ceux-là mêmes qui, dans les pays puissants, exigent de nouveaux privilèges sur la base de leur lignage d’esclaves, tandis que lui a bien dû renoncer à ses droits de naissance dans l’univers post-féodal.

Wankend Schifflein im Mittelmeer, proppenvoll
Mit allerlei Pilgervätern
Oft jüngeren Alters
Von halbwegs weit oben
Bis eher unten, gesellschaftlich.

Wollen hin, wo es allerdings keine
Indianer mehr auszurotten gibt
Noch etwa
Singholzbewaffnete Ureinwohner zu kultivieren
Zwangsweise

Jedoch Ungläubige, ja, viele Heiden neueren Datums, es ist
Kaum zu fassen bei der Sicherheit und dem Wohlstand.
Wäre das nicht schön, wenn es weniger
Gottlose gäbe im Paradiese? Sagt auch schon Gott.
(Nur der Paradiesler ihrer anscheinend nicht.)

Das nennte man dann Wertegemeinschaft
Endlich, mit vollem Recht.
Es bleibt wohl nur die Lösung, ihr brecht – einmal
Hier – auch noch auf zum Marsch durch die Institutionen.
Von mir aus angefangen bei der maroden SPD.

                                                        *

– Wie kann man nur so zynisch sein? sagst du
Wo es doch um arme Menschen geht
Die ihre angestammte Heimat verlassen mussten
Während wir aus purer Abenteurerlust
Gefilde von Milch und Honig usw. bevölkert haben.

– Ich rate dir auszuwandern, liegt es mir auf der Zunge
Damit du einmal selbst siehst, eine aufblasbare Mayflower
Will ich dir auch gleich mitbestellen
Doch halte lieber den Mund und lächle vielsagend
Gegenüber Personen von wenig Eigeninitiative.

[Selbstverständlich nichts erklärend, sondern nur etwas erweiternd: Eine mir namentlich bekannte Boatpeople-Nachfahrin schwört beispielsweise Stein und Bein, dass ihr tüchtiger Vorfahr dabei mitgeholfen habe, bei aufkommendem Wellengang aus reiner seemännischer Notwendigkeit heraus überzählige Boatpeople aus dem Boat zu entfernen.]


16. Oktober 2018