jeudi 9 avril 2026

Et dona ferentes

        Duett vom üblichen Scharfsinn

„Einer freut sich, keiner leidet:
Eingeweide ausgeweidet
Und dafür auch noch beneidet –
Wo des Wildes Wunde klafft
Weist des Waidmanns Meisterschaft
Auf des Weisen Willenskraft.
    Doch warum zuvor noch schießen
    Ist das nicht genug Genießen?“

„Mag das hassen oder mögen
Muss den Bock doch erst erlegen
Brauche dafür Gottes Segen –
Krieg ich ohne Flinte nicht
Weil Er nie zu viel verspricht
(Abgesehn vom Weltgericht...)
    Was du siehst, ist bloß Ergebnis;
    Es entging dir das Erlebnis!“

„Sah dich tief das Messer senken
Den Gehilfen zu beschenken:
Hundes Stirn vom dunklen Denken
Schwer in Falten auch gelegt;
Sah das Blut, das euch erregt
Mienen harrend unbewegt.
    Sagte mir, an solchem Wesen
    Ist die Welt schon längst genesen.“

„Hab Vertraun in höhere Mächte:
Meist tut einer dann das Rechte
Tat er erst einmal das Schlechte.
Sogar Jesus, wohlbedacht
Hätt es zu nicht viel gebracht
Ohne Judas in der Nacht.
    Sollst auch Todesküsse achten –
    Ist kein Schlemmen vor dem Schlachten.“

Beide zusammen:

„Ewig, ewig unverzeihlich
Sterbenseklig, wild abscheulich
Ist nur, was ansonsten heilig.
Treue ist ein trefflich Ding:
Finger her, du Widerling!
Passt er, der Hubertusring?
    In das schräge Horn denn blase:
    Gute Nacht euch, Fuchs und Hase!“

3. April 2026

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