i.
Ein Joseph Brodsky zum Beispiel, der wie alle geschwätzigen Leute hin und wieder etwas Kluges sagt, doch meistens nur so rieselt – das scheint mir etwas sehr Russisches zu sein – dieser selbstbewusste Brodsky jedenfalls war äußerst erfolgreich bei der Durchsetzung seiner Interessen. Andere setzen sich weniger durch. Denen höre ich konzentrierter zu. Letztlich ermüden mich nur die nicht, die selbst zu müde waren um sich durchzusetzen. Man bleibt eben gerne unter sich.
Brodsky scheint Venedig, diese touristische Hauptattraktion, besonders geliebt zu haben. Um Originalität ging es ihm hier nicht.
Ich liebe Paris nicht unbedingt – also nicht so, dass ich es regelrecht bedichten könnte – aber bewohne es aus gutem Grund das ganze Jahr über. Da ich mir das Verreisen nicht so recht leisten kann, zog ich lieber gleich in eine andere der touristischen Hauptattraktionen. Das hat Vor-, jedoch auch Nachteile.
Es gibt hier zwei Kategorien von Nachbarn: Diejenigen, mit denen man schon einmal ein paar belanglose Worte gewechselt hat und seither grüßt, und diejenigen, die man nur vom Sehen kennt und die, falls man sie versehentlich grüßt, so erstaunt zurückschauen, dass es einem sofort peinlich ist. Warum diese Fremdheit unter Einheimischen? Sie enttäuscht. Man soll sich von regionalen Eigenheiten aber nie entmutigen lassen, sie gehören zum Charme der Attraktion. Brodsky würde sagen, zu deren Schönheit.
Grüßt man sich auch in Venedig so ungern ? Ich weiß es nicht. Der einzige Venezianer, den ich jemals kennenlernte – er rollte beim Gruße das R nicht – lebte nur auf dem Festland. Das eigentliche Venedig konnte er sich nicht leisten, das war mehr für Brodsky. Das ist hier auch nicht anders. Denn tatsächlich lebe auch ich gar nicht in Paris, sondern nur auf dem Festland. Ein klein wenig, das wie Wasser ständig fließt, trennt mich leider davon.
Hiccup and Teacup were best friends
Since they were both a bit clumsy:
When Hiccup flinched, Teacup spilled –
That’s a good base for enduring friendship.
If you take a large spider web into your hand
And venture to crumple it
It comes almost down to nothing.
That’s a good base for knowledge.
Volubility
Is a good base for a poet, but
Lacking the clumsiness that makes good friends
It comes almost down to nothing.
ii.
“Who is to tell when hearing ‘separation’ / what kind of parting this may resonate” Brodsky, Tristia
Un miroir, serait-ce de la terre ferme ?
C’est là une question à laquelle je ne saurais répondre.
Au plus profond de la douleur
On voile toutes les glaces, et je suis convaincu
Que ce n’est pas pour ne pas se voir, c’est parce que
Si l’œil en croisait une, on y verrait l’autre miroité.
Moi, je t’y aurais vue si mon regard s’y était perdu –
Non pas à côté de moi, ni dans mon dos, mais à ma place.
On ne s’est jamais confondus autant, je n’étais jamais
Moins moi et plus toi qu’après ton départ.
Ce voyage en bateau, et enfin l’arrivée, en terre ferme, même
Pleinement dedans
C’est pourquoi il faut mettre les voiles :
Pour avancer encore
Et encore.
On s’est bien éloigné du sujet, et on y est resté, même
Pleinement dedans :
L’immobilité au bout, l’autre soi-même – le poète
Lui, en deuil – ce qui coule et qui ne s’arrête pas. Et enfin, ce qui
S’arrête : la certitude, cette terre terriblement ferme qu’est l’île des
_________________________________________Morts.
12 Juin 2026









