i.
Wir gehen, sie und ich, auf dem üblichen Weg zur Metro und reden von allerlei, wobei das Gespräch bald auf ihre Mutter kommt, von der zu diesem Zeitpunkt auch unklar ist, ob sie noch unter uns weilt, und sie sagt dazu Dinge, die so von ihr sind, dass ich sie mir niemals ausgedacht haben kann. Ich teile ihr das mit, weil ich denke, es sei ungefährlich, denn wir gehen doch so eng umschlungen, und ich spüre ihren Körper doch so deutlich, dass ich ihr alles sagen kann. Wie unser Zusammensein denn noch möglich sei, wage ich sie also ganz direkt zu fragen, obwohl ich doch wisse, dass sie nicht mehr lebe. Sie antwortet darauf nicht und verzieht nur schmerzlich den Mund, so wie sie es immer tut, wenn ich sie aus mangelndem Zartgefühl verletzt habe, und ich Rüpel sehe keinen Weg, sie zu trösten. Ich weiß nun, dass mir etwas herausgerutscht ist, was ich auf jeden Fall hätte für mich behalten müssen, und obwohl sie doch so sehr da ist, ich sie nach all der Mühe, die sie sich gemacht hat, dadurch vielleicht zwang, jetzt erneut von mir zu gehen. Aber gesagt ist gesagt, und ich wache sofort auf in dem Bewusstsein, sie durch meine Grobheit einmal mehr vertrieben zu haben.
[Niederschrift am 2. Juli 2025, leicht umformuliert am 21. August 2025]
ii.
The one you love has wings because she flies –
Beware of truth, be fond of lies
Up to the heavenly need pairs of wings.
There are, on earth, less useful things:
The legs of evidence that keep you left and low
The truthful dregs of those, bereft, who know.
August 21, 2025
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