mardi 22 janvier 2019

Fahrradhauptstadt

Wir kennen hier eigentlich kein Dreckswetter. Selbst wenn der Winter es sich zu Herzen nimmt und ernst machen möchte, bis zum handfesten Dreckswetter traut er sich meist nicht. Die Lichterstadt nimmt ihm den Mut, sie bezähmt ihn. Er muss schon irgendwie von ihr beeindruckt sein, und so geht es auch den Einwohnern: Sogar diejenigen, die der Klapsmühle entronnen scheinen, spinnen gezähmt. Erstaunlich, wie selten doch Gewaltakte vorkommen bei aller latenten Aggressivität. Die Stadt hat schon ihren zivilisatorischen Einfluss, sie schützt, macht aber auch dünnhäutiger. Es ist wie seit der Abschaffung der Folter im Strafrecht. Was müssen wir früher für Kerle gewesen sein!

Unser gemeinsamer Lebensraum soll zur Fahrradhauptstadt
Werden, so will es unsere progressive Bürgermeisterin
Und da rauscht echt mal wieder einer ganz scharf
An mir vorbei, junger Knilch, Affenzahn
Mitten durch die Fußgängerzone.

Ja, Wendigkeit, Behendigkeit, Rausch, der missachten lässt
Dass es die Slalompfosten ganz leicht umhauen könnte
Vor lauter Schreck, und dann ist bei ungelenken
Altvordern schnell Krankenhaus fällig.

Ich ruf ihm nach, er hört es natürlich nicht
Unter seinen dicken weißen Kopfhörern.
Alles verboten, aber wir leben ja
Nicht im Polizeistaat
Und ich rede jetzt von Scheiß
Jugend und vom Endsieg der Reaktion.

[Schwächeln gehört zum Stärkeln wie das vermehrte Auftauchen von Jugenderinnerungen zum Altwerden. Schwächere Gedichte sind oft die stärkeren – falls von Stärkeren gelesen. Je stärker der Leser, desto schwächer darf das Gedicht sein, um ihm gleichwohl stark zu erscheinen, und umgekehrt. Schwächelnde Leser gehören jedoch auch dazu – gerade sie hat die Zivilisation stark gemacht – insofern diese Zivilisation der Natur scheinbar ihre Stärke nimmt, den Zivilisierten vergessen lassend, dass die Gezähmte nur ein klein wenig mit den Muskeln spielen muss und schon ist Naturkatastrophe. Tiger bleibt Tiger und Haustiger Haustiger, gerade und besonders bei der Literaturkritik.]


Capitale du vélo

Notre espace vital commun doit devenir la capitale du vélo
C’est ainsi que le souhaite notre mairesse progressiste
Et une fois de plus, l’un d’eux me touche presque
À tout berzingue, le jeune con, en
Pleine zone piétonne.

Oui, agilité, souplesse, dextérité, l’autre ivresse qui fait oublier
Que ça peut facilement faucher les poteaux de slalom
Épouvantés, et alors, pour ces aïeux rouillés
C’est vite séjour à l’hosto.

Je crie après lui, et bien sûr il ne m’entend pas
Sous ses énormes casques blancs.
Tout ça, c’est défendu, mais
On ne vit pas dans un état policier
Et je me mets à parler de jeunesse de
Merde et du triomphe final de la réaction.

21 Janvier 2019

lundi 21 janvier 2019

The Jig is Up


i.

[Ich habe das Thema schon mehr als einmal angesprochen, doch es fällt mir eben immer wieder auf: Es nähren sich so viele Gedichte namentlich bei den Deutschen vom Verreisen. Deutsche Dichter, so will es scheinen, verreisen gerne weit und pflegen hinterher darüber zu schreiben. Ich kann das kaum nachvollziehen, denn ich verreise sehr selten und bin auch früher wenig gereist. Kaum gereist, nur mehrfach umgezogen. Wenn ich in meiner Jugend aber einige Male umgezogen bin, dann nicht aus Reise- oder Umzugslust, sondern einzig und allein, weil ich herausbekommen wollte, wo das Leben erträglich war. Ich habe mir damals eine kleine Reihe großer Städte, oft sogenannte Weltmetropolen, ausgesucht, denn etwas anderes kam mir nicht in den Sinn, und als ich die Metropole, bei der ich meinte, dass man es in ihr aushalten kann, gefunden hatte, blieb ich dort. Fortan zog ich nur noch innerhalb von ihr um, es war stets auch eine Art von Abenteuer, die Viertel unterschieden sich. Für das Verreisen hatte ich deshalb keine Zeit und, um ehrlich zu sein, auch die Mittel nicht, denn an diesem von mir erwählten Ort hielt ich es zwar aus, doch mit groß Urlaubmachen war nicht mehr, alles zu teuer, nur noch kleinere Ausflüge kamen in Frage, fast nie über die Landesgrenzen hinaus. Das unterscheidet mich sehr von dem Heer deutscher Dichter, die weit herumgekommen sind. Leider ist das Verreisen aber ein Zeichen von Provinzialität, nicht von Weltgewandtheit. Weltgewandtheit hängt, wenn, dann mit Umziehen und Dableiben und Sicheinleben zusammen, nicht mit Verreisen.]

Some surely can but guess they can’t
Some do not even think about
Some know for sure while others doubt
Some wage fierce battles to have a ball
Some play to lose and and then must win
Some stand aside and others brawl
Some let the losers take it all
Some are without and some within –
And some cry uncle to my aunt.

[J’en ai déjà parlé plusieurs fois, mais c’est parce que je ne cesse de le constater : tant de poèmes, notamment allemands, se nourrissent de voyages. Les poètes allemands semblent aimer voyager, et voyager loin, puis écrire sur leurs voyages. J’ai du mal à le concevoir, car je ne voyage que rarement, et même avant je n’ai pas trop fait de tourisme. Je n’ai voyagé que peu, mais d’un temps à l’autre j’ai déménagé. Or, si j’ai déménagé plusieurs fois dans ma jeunesse, ce n’était nullement par envie, mais par la seule raison que je voulais savoir où la vie m’était supportable. Je me suis donc créé une petite liste de très grandes villes – je n’avais pas d’autre idée en tête – et lorsque j’eus trouvé la métropole dite mondiale qui me paraissait offrir les conditions recherchées, j’y suis resté. Dorénavant, je ne bougeais que de quartier en quartier, ce qui était aussi une sorte d’aventure dans la mesure où ces quartiers se différenciaient. Autrement, je n’avais plus le temps de voyager, ni le temps ni l’argent pour être honnête, puisque tout y était cher. Si j’y trouvais la vie à peu près supportable, je ne pouvais plus faire autre chose que de petites excursions, en général à l’intérieur du pays. En cela je me distingue donc assez de la foule des poètes allemands qui ont voyagé beaucoup et loin. Par malchance, l’envie de voyager est un signe de provincialisme et non de cosmopolitisme. Si le cosmopolitisme est lié à un truc, c’est le fait de déménager, de rester quelque part et d’y faire son trou, et non pas d’effectuer de grands voyages.]


ii.

[Les voyages les plus lointains que j’ai entrepris étaient en fait beaucoup moins des voyages que de brèves visites de famille. Si pour voir, par exemple, ton vieux père, il te faut faire pratiquement le tour du monde, ce n’est pas un voyage pour autant : une fois arrivé, tu passes ton temps dans un salon de vieux, façon Europe d’avant, pour causer arbre de généalogie. Un voyage dans le temps, ça oui, mais pas vraiment un voyage de chez voyage, le peu de tourisme de rigueur se limitant à des excursions dans les parages, durant une courte après-midi, celles qu’on peut faire avec une personne âgée sans trop la fatiguer. Pas très exotique tout ça.
En vrai touriste, je n’ai jamais poussé plus loin que Larache. Un peu de stress, mais là non plus, pas encore l’Afrique, des Arabes de rue comme ça, j’en trouve plein devant ma porte si j’arrête de faire gaffe.
Où suis-je allé ? À peine quelque pas hors de chez moi, sans pouvoir te dire où ça se trouve, mon chez-moi.]

Some keep their mouth when others rant
Some have no ears but hear them shout
Some buy the bull their betters spout
Some think too big and still too small
Some die in spring to rise in fall
Some seem part angel, some all sin
Some close the doors others rush in
Some are within and some without –
And some sow tares as garden plant.

[Die weitesten Reisen, die ich unternommen habe, waren tatsächlich sehr viel weniger Reisen als kurze Familienbesuche. Wenn du beispielsweise, nur weil du deinen alten Vater treffen möchtest, praktisch die Welt umrunden musst, ist das deshalb noch lange keine Reise : Einmal angekommen verbringst du die Zeit im Wohnzimmer eines Alten, vom Stil her vergangenes Europa, um über Stammbaumzeug zu quatschen. Eine Zeitreise, das ja, aber keine so richtig geographische. Das bisschen Tourismus, das sein muss, beschränkt sich auf kleine Nachmittagsausflüge in die Umgebung, solche, die man machen kann ohne einen alten Mann allzu sehr zu ermüden. Alles nicht so besonders exotisch.
Als echter Tourist bin ich nie weiter als Larache gekommen. Bisschen Stress, aber auch noch kein Afrika, die Spezies Straßenaraber finde ich massenhaft bei mir vor der Tür sobald ich nicht mehr aufpasse.
Nun, wo war ich? Nicht sehr weit weg von zu Hause, ohne sagen zu können, wo mein Zuhause eigentlich liegt.]


iii.

[Per Fahrrad kann man zwar nur schwer eine Weltreise machen, doch Drahtesel sind in Mode. Mein eigener Bezug zum Fahrrad ist allerdings in erster Linie ein historischer. Wieder einmal. Es ist ein Bezug zu einer mir unbekannten Dame, die mit Fahrrädern zu tun hatte, einer Mme Finet – ich erwähne den Namen gerne – von den ‚Cycles Finet‘, die, als das nötig wurde, meinen Großvater den Behörden hinterzog. Ob sie seine Freundin war – dieser Großvater hatte viele Freundinnen, darunter meine Großmutter – also Freundin oder bloß unbeglaubigte Gerechte umess ha-Ojlem, die womöglich eine ganze Armada solcher Typen hinterzogen hat, ist mir leider ebenfalls unbekannt, und es änderte auch nicht viel, denn irgendeinen triftigen Grund braucht es, um Leute, die dies plötzlich nötig haben, bei sich einzuquartieren. Ich weiß also nichts, rein gar nichts, über diese Frau. Nur, dass sie in Clermont-Fd, wo ich manchmal vorbeikomme, mit Fahrrädern zu tun hatte. Man mag sich vorstellen – und ich verfüge über die nötige Vorstellungskraft – wie dieser Großvater, wenn unangesagter Besuch klingelte, sich schnell ins Fahrradlager verzog und ganz hinten, bei den Schläuchen und anderen Ersatzteilen wartete, bis der wieder abgezogen war. Das ist, wenn man möchte, mein intimster Bezug zum in Mode gekommenen Fahrrad. Völlig abstrakt und doch gewissermaßen lebensnotwendig, ein bisschen wie meine theorielastigen Gedichte, auf die man sich auch nicht so leicht einen Reim machen kann.
Manche beneiden mich vielleicht um derartige Familiengeschichten, doch ich darf gleich hinzufügen: auch Wehrmachtsangehörige befinden unter meinen Vorfahren, und das verbindet hoffentlich wieder. Dass damit genug gesagt, oder die Sache, wie im Titel versprochen, aufgeflogen ist, will ich jetzt einfach einmal annehmen.]

Some surely should but say they shan’t
Some are like me, some like you
Some are like neither of us two
Some have no clue nor confidant
Some are more up and some more down
Some flush their secrets down the loo
Some think they can it have in brown
Some have the proudest ass in town –
And some their muchness way too scant.

[On ne saurait que difficilement faire le tour du monde à vélo, mais la petite reine est en vogue. Mon rapport personnel au vélo est, néanmoins – une fois de plus – en premier lieu historique. Il est en relation avec une dame qui m’est inconnue et qui avait affaire à des bicyclettes, une dénommée Mme Finet – j’aime bien la mentionner – des ‘Cycles Finet’, qui, lorsque le besoin s’en est fait sentir, a soustrait mon grand-père aux autorités. Hélas, j’ignore tout autant si elle était sa maîtresse – ce grand-père en avait plein, dont ma grand-mère – mais peu importe qu’elle ait été sa maîtresse ou juste une Juste oumès ha-oïlem non-certifiée, soustrayant une armada entière de ces types, car il faut toujours une raison valable pour admettre chez soi des gens qui tout à coup en ont besoin. Je ne sais donc rien, strictement rien sur cette femme, sauf qu’elle avait affaire à des vélos, à Clermont-Fd, une ville où je passe de temps à autre. On peut s’imaginer – et je possède le don nécessaire – que dès que quelques visiteurs inattendus sonnaient à la porte, ce grand-père se tirait sans tarder dans l’arrière-boutique et attendait là, tout au bout, entre les chambres à air et autres pièces détachées, jusqu’à ce que les personnes se fussent barrées. Voilà, si l’on veut bien, mon rapport le plus intime au vélo devenu à la mode. Complètement abstrait et pourtant existentiel, un peu comme mes poèmes surchargés de théorie dont on peut parfois se demander à quoi ils riment.
Puisqu’il y en a peut-être qui m’envient de telles histoires familiales, je m’empresse d’ajouter que j’ai aussi des membres de la Wehrmacht parmi mes ancêtres, et cela les conciliera, j’espère. Qu’avec cela la messe soit dite, ou la chose – comme promis dans le titre – éventée, je me permets tout simplement de le présumer.]


January 19, 2019

dimanche 20 janvier 2019

Peu importe l’heure

Le bonheur ébouriffe les têtes
Mais le malheur aussi.
Ébouriffé de bonheur, ébouriffé de malheur –
L’image est identique, et presque aussi l’expression.
Bonheur de nuit, malheur de jour
Ou vice versa.
Seulement, faut en avoir, des cheveux. Tu parles !

Quand je vois de ces têtes ébouriffées
Je n’en sais donc pas grand-chose
Mais quand j’aperçois la mienne, dans la glace
Pas mal éclaircie, voire assez
Dégarnie par-dessus
Et pourtant toujours des plus bordéliques
J’en connais les raisons.

Autrui ne peut pas savoir
Les raisons se cachant
Dans le capharnaüm restant, puisque
Ce n’est pas avant qu’on ne soit devenu
Carrément chauve sur le plan moral
Que tout se mélange
Ou ne se mélange plus du tout.

Rase-toi la tête –
Le bonheur l’ébouriffera
Et le malheur, si ça se trouve, également.
Ébouriffé de bonheur, ébouriffé de malheur :
L’image est identique, et presque aussi l’expression.
Bonheur de nuit, malheur de jour
Ou vice versa
Peu importe l’heure.

18 Janvier 2019

samedi 19 janvier 2019

Fläschelchen

Höre ich durch den Schlaf hindurch ein Kind schreien
Frage ich mich kurz, ob es nicht mein eigenes ist
Doch das schreit schon lange nicht mehr
Ruft höchstens noch hin und wieder an.
Wenn ich dann das Licht anknipse
Sehe ich zuerst die kleine Flasche auf dem Nachttisch.
Ich fühle mich nicht krank, aber eine Phiole
Weist auf Krankheit hin
Wohl auf Alter und Krankheit
Und das beunruhigt mich.
Eine gesunde Reaktion, wirklich beunruhigend wäre es
Fiele mir Arzenei überhaupt nicht mehr auf.

Ich muss für alles Geld ausgeben
Nur diesen Trunk bekam ich praktisch geschenkt.
Hat die Kasse bezahlt, die Gesundheitskasse
Fläschelchen soll mir helfen
Doch noch erschreckt es mich
Wenn ich, aus dem Dunkel heraus, das Licht anknipse.
Eine Kleinigkeit, jedenfalls.
Etwa wie Kinderschreien.


Flaconnet

Lorsque j’entends les cris d’un enfant à travers mon sommeil
Je me demande brièvement si ce n’est pas le mien
Mais le mien, depuis longtemps il ne crie plus
Au grand maximum, il appelle d’un temps à l’autre.
Lorsque j’allume la lumière
Je vois d’abord la petite bouteille sur la table de nuit.
Je ne me sens pas malade, mais une fiole
Indique de la maladie
Elle est bien signe de vieillesse et maladie
Et cela m’inquiète.
Voilà une réaction saine, vraiment inquiétant serait
Si le remède, je ne le remarquais même plus.

Je dois dépenser de l’agent pour tout
Mais ce breuvage, je l’ai eu pratiquement gratos.
C’est la caisse qui a payé, la caisse de santé
Flaconnet doit m’aider
Et pourtant, cela m’effraye encore
Quand de mes ténèbres j’allume la lumière.
Un détail, en tout cas.
Quasi comme des cris d’enfant.

18 Janvier 2019

vendredi 18 janvier 2019

Du bâti ancien

[Si je lui dis que j’évolue dans du bâti ancien, ça ne lui dit rien. Eh ben oui, tu évolues dans du bâti ancien qu’il me dit, serait-ce décrépit ? Aurais-tu des fuites ? Souffrirais-tu d’un quelconque inconfort ? De saturnisme ? Je lui réponds que non, ce n’est pas ça, je n’ai aucun problème avec Saturne. – Donc tout va bien.
Il ne comprend rien, lui, il n’est pas Allemand. Les Allemands comprennent immédiatement.]

Lilliputien, tu te dis que
Les immeubles ont certainement, eux aussi, leur peer group
Et leur nationalité, ce sont là
Des valeurs communes de référence.
Leur nationalité dépend du lieu où ils se trouvent
Et leur groupe d’âge de l’année de construction.

Les immeubles sont là, certain lieu, certain âge
Exposés au temps
En pleine ville-champs
Et le temps reste nature sauvage.


Il est à peine croyable que la civilisation
Ait pu se développer au beau milieu de conditions
__________________________________météorologiques
Qui sont une épopée à elles seules
Qui sont du Homère, du chant des Nibelungen
Voire du combat de Titans
Qui sont éternels
Te dis-tu, tellement tu te sens petit, fragile, mortel.

Les monstres obscurs des nuages
Devant la vie, devant
Et bien autour du temps
Et dessus, éléments menaçants, sauvages


En pleine ville et néanmoins réduits à la fonction d’un décor
_________________________________________mobile :
Pour les jeunes immeubles qui ne connaissent pas encore la vie
Et apprendront l’amour plus tard, à leur courte adolescence
Pour les immeubles d’ici
Qui ont peut-être eu la chance de ne pas avoir été
Mobilisés pour faire la guerre aux immeubles de là-bas –
Tellement tout ça te dépasse, toi et ton pur présent, flâneur
Le long de tes brèves journées, lilliputien sous ces immeubles

Doutant que la pierre soit sage
Et sûre sous le vent
Qu’à la fin tu entends
Son lourd, son inquiétant message.


18 Janvier 2019

lundi 14 janvier 2019

Lächerliche Urgewalten


i.

Zu reden von ferne vom gewaltigen Ereignis
Oder fern an ihm teilzuhaben
Ist sicherlich nicht dasselbe
Doch stumm ereignet sich das Gewaltige
Und Redegabe will Stoff haben.

Angespülte Flaschenpost
Liegt da so brav im Sand, unter der Sonne.
Jetzt gleich zur Dorfkneipe gerannt, fiebernd
Entkorkt, Zettel raus und mit Freundeshilfe entziffert.
Viel steht da aber nicht drin.

Leute, Leute
Allein die Umstände, die dazu geführt haben
So wenig dem schäumenden Ozean anzuvertrauen
Waren weißgott dramatisch.

Stumm geschieht das Gewaltige –
Stimmchen vom tosenden Sturm übertönt –
Redegabe findet in der Stille ihren Stoff.
Freilich: über das Eigentliche muss auch sie schweigen;
Das kann sich einer im Ort höchstens dazuerfinden.

Hinreichend herumgereicht
Kommt das enttäuschende Papierchen zurück in die Flasche
Die weit oben im Regal ihre letzte Ruhestätte findet
Noch eine Weile erwähnt als kleine Attraktion hinter der Theke
Und allmählich verstaubt und vergessen.

Warum sich das überhaupt hat herschwemmen lassen
In so ein Scheißkaff
Bleibt ein ewiges Postgeheimnis.


ii.

Die Nachbarn haben sich vermehrt
Mit keckem Nachwuchs: Früh erwacht
Darf der schon vor dem Kindergarten
Ein halbes Stündlein toben.

Ob es uns wurscht ist oder stört:
Der Leuchter wackelt ab halb acht.
Er gibt verschiedene Kinderarten
Die wildeste poltert oben.

Schön ist das freie Sichentfalten:
Du Unterwelt bist ein Gerücht!
Die infantilen Urgewalten
Wissen so viel noch nicht...

Was sich nicht auslebt, das stirbt ab
Beim Menschen wie beim Trampeltier:
Die Kleinsten stampfen zu das Grab
Und in ihm liegen wir.


iii.

Viele wollen es nicht wahrhaben, aber
Die Welt besteht in erster Linie aus Hinterpfuiteufel.
Wen es auf eine einsame Insel verschlagen hat
Und wer von dort aus ein Lebenszeichen sendet
Der muss gewaltig damit rechnen, dass seine
Flaschenpost am Arsch der Welt angespült wird.

Manche wollten es nicht wahrhaben, aber
Hinterpfuiteufel ist auch ein Stadtteil von Metropolis.
Wen es in eine „Weltmetropole“ verschlagen hat
Und wer von dort aus ein Lebenszeichen sendet
Der muss noch gewaltiger damit rechnen, dass seine
Flaschenpost am Arsch der Welt angespült wird.

Überall ist überall – sehr viel mehr
Kann man über den Kosmos eigentlich nicht sagen
Nicht in der Flaschenpost, nicht im Gesellschaftsroman
Und doch ist damit noch überhaupt nichts gesagt.
Wer es nicht wahrhaben will in seinem Hinterpfuiteufel
Der will es halt nicht wahrhaben, basta.


13. Januar 2019

dimanche 13 janvier 2019

Postkartenmalerei und Naturbild


1. Postkartenmalerei

Ich stoße in einem deutschen Gedicht auf eine „Altbauwohnung“ und weiß natürlich sofort, was damit gemeint ist, aber gleichzeitig fällt mir auf, dass dieser Begriff in meinem eigenen Denken nicht vorkommt. Ebenfalls fällt mir auf, mit welcher Bereitwilligkeit er im Deutschen benutzt wird, man mag es sogar von ausländischen Altbauwohnungen haben, und dabei gibt es die nur da, wo mal ein Hitler am Ruder war. In meiner Welt sucht man vergebens danach, denn die Städte wurden in Jahrhunderten gebaut und wenn, dann wäre eine Neubauwohnung erwähnenswert. Es gibt dort womöglich die Maklerformel der tomettes et poutres apparentes – zutreffend für das gehobene Domizil, das sich durch die Anwesenheit von sechseckigen Terrakottafliesen und sichtbaren Holzbalken auszeichnet – es gibt dort die Qualität des Hausmännischen und andererseits die Minderwertigkeit der „Türme“, in denen man sämtliche Nachbarn die Klospülung ziehen hört, nur einen „Altbau“ gibt es dort nicht. Wo nicht weggekracht, ist Stuck an der Decke selbst im ehemaligen Proletarierviertel vom Einheimischen unbemerkte Normalität. Dass einem deutschen Lyriker als Reimwort die Altbauwohnung einfällt, beweist einmal mehr, wie eng die nationalen Horizonte sind, und wie gewagt alle Versuche doch sein müssen, sich jenseits davon Gehör zu verschaffen.

Es leben dort also Menschen im Altbau
Mit Altbaubewohnererfahrungen, von den landes=
Typischen Altbau-, also Partnerschaftsproblemen geplagt

Namentlich im Urlaub
Denn sie reißen ja ständig von
Ihren geordneten Verhältnissen aus

Insofern ohne die Sorge, womit das Instandsetzen zu bezahlen
Selbst nach der reformierten Sozialgesetzgebung, weil
Es immer noch die geeigneten Lehrstühle gibt.

Derart altbaubewusste Leute sind
In der Tat eine künstlerische Katastrophe
Sehen wir uns die Sache sozusagen geschichtlich an.


2. Naturbild

Wenn die Natur nicht mehr mitmachen will
Dann hilft auch georgesches Raunen nicht mehr
Es wirken nicht Worte, es wirkt kein Gewehr
Denn alles, was einfach war, ward einfach schwer
Wenn die Natur nicht mehr mitmachen will.

Wenn die Natur nicht mehr mitmachen will
Dann fruchtet kein Fluch und es frommt auch kein Segen:
Kannst Bäume umarmen, auf Wiesen dich legen –
Begattungsversuche sind wie saurer Regen
Wenn die Natur nicht mehr mitmachen will.

Wenn die Natur nicht mehr mitmachen will
Dann bleibt nur als Lösung, auf sie zu verzichten.
Schließ ein dich im Türmchen, doch glaube mitnichten
Schon durch dein Verzichten etwas auszurichten
Wenn die Natur nicht mehr mitmachen will.

Wenn die Natur nicht mehr mitmachen will
Magst lieb zu dir selbst sein, und mit etwas Übung
Und einem gewissen Maß an Sinnestrübung
Steht wie eine andere Welt zur Verfügung
Wenn die Natur nicht mehr mitmachen will.


13. Januar 2019

vendredi 11 janvier 2019

Vom steifen Genius

Franzosen sind nicht unbedingt stolz darauf, Franzosen zu sein, doch sie sind meistens alles andere als unglücklich darüber. Selbst Deutsche, die stolz darauf sind, Deutsche zu sein, sind oft nicht glücklich. Zufriedenheit darüber, der zu sein, der man ist, und in dem Land zu leben, in dem lebt, ist dem Deutschen nicht in die Wiege gelegt, er muss sich eine solche Sicherheit erst erarbeiten. Alles erarbeitet er sich, und dass Ausländer nach Deutschland kommen wollen, muss wohl irgendwie auch mit der deutschen Arbeitsleistung zusammenhängen. Aus Jux und Tollerei, sagt er sich, aus reiner Lebenslust möchte sicherlich niemand zu ihm, denn das ist doch nicht normal, unbedingt nach Deutschland zu streben, da muss man doch etwas Krummes im Sinn haben. Franzosen sehen das bei ihrem Land anders, und selbst diejenigen, die Neuzugänge rigoros ablehnen, sind überzeugt davon, dass es absolut selbstverständlich ist, in Frankreich leben zu wollen.

Der deutsche steife Genius, St. George
Der Sektengott, Apollo ungelenk
Der gute Deutsche auch, der Sommerträume
Noch ernst meint und die bessre Fahne schwenkt

Weiß einfach nicht, woran es bei ihm hängt.
Sind Sommermärchen denn nicht heitre Schäume?
Und steckt in Sekten Schaumwein nicht? Geschenkt!
Ich schau auf ihn mit tiefster deutscher Sorge.

Was ist mein Erbe? Was bei mir versaut?
Ich frag es mich und fühl mich doch bedrängt
Sobald mirs jemand um die Ohren haut:
Ihr Denker dichtet, und ihr Dichter denkt.

[Les Français ne sont pas nécessairement fiers d’être français, mais en général ils sont loin d’en être mécontents. Or, même les Allemand qui se disent fiers d’être allemands, ne sont souvent pas plus heureux pour autant. L’idée d’être content de ce qu’on est et de vivre là où l’on vit, l’Allemand n’est pas né avec, il doit bosser pour. Il lui faut bosser pour tout et suppose que le fait que des étrangers veulent venir dans son pays doit être en relation avec cette force de travail allemande. C’est qu’il se dit que personne ne débarque chez lui par pur caprice, par simple plaisir ou à la recherche de la joie de vivre, parce qu’il n’est pas normal de vouloir à tout prix vivre en Allemagne, et ces gens-là ont donc quelque chose de pas net derrière la tête. Les Français voient ça d’un autre œil, et même ceux qui ne veulent surtout pas de nouveaux arrivants, trouvent parfaitement compréhensible que tout le monde désire venir en France.]

11. Januar 2019

jeudi 10 janvier 2019

Schweinereien


1. Mini-manif

Debout dans le métro, même plein à craquer, instinctivement je me tourne vers les jolies personnes, et quand je dis ‘joli’, je le conçois dans le sens le plus conventionnel. Je ne les embête pas, je ne ressens nul besoin de les toucher, ces personnes bien mises, mais instinctivement je me tourne dans leur direction, comme si j’avais besoin d’être rassuré quant au milieu dans lequel je me trouve. J’ignore si tout le monde fait pareil, mais comme chez moi c’est un mouvement hors de la volonté, il y a peut-être une loi naturelle. En revanche, lorsqu’il s’agit de théories, instinctivement je me méfie des plus attirantes, de celles qui relèvent le plus du maquillage adroit et du prétendu bon sens, pour découvrir une beauté insensée aux plus ou moins biscornues. Pas des contrefaites, je ne suis pas un maniaque, mais celles qui n’ont l’air de rien, ou plutôt l’air de tout le monde, ou au contraire une mine à première vue étrange, pas exactement engageante à vrai dire. Puis après, j’y touche, je les embête pour voir un peu. C’est également hors de la volonté, et pourtant, là, je sais que tout le monde ne fait pas pareil.

Passant le seuil de ma demeure
Je voyais une mécontente
Qui arborait un écriteau :
« Baissez le haut, haussez le bas ! »

Moi, admirant ce joli cœur
Fait de montées et de descentes
Je me suis dit : Eh bien, mon gars
V’là l’injustice qu’il te faut !

« Je veux les deux, moi, haut et bas ! »
Criai-je tel un beau salaud
Pour qui les formes de nos fleurs
Par voie de vice se font saintes.

(Quand beauté compte pour du beurre
L’égalité enfin atteinte
C’est la morale qui aura
Nivelé par le bas le haut.)


2. Contournant leurs crachats

Contournant leurs multiples crachats
Je me dis que c’est le propre
Des hommes inférieurs

De ne jamais se dégoûter de leurs sécrétions à eux
Mais toujours de celles des autres et que c’est
Ça qui les rend si facilement irritables.

L’homme supérieur, en revanche
Se méfie en premier lieu de lui-même
Tout en restant stoïque face aux déjections d’autrui.

Or, cet homme-là est devenu très rare, plus la peine
D’en parler, il a désormais trouvé sa place
Dans les poubelles de l’histoire.

Qui ne se dégoûte de rien n’est ni inférieur, ni supérieur ;
On peut l’utiliser en milieu hospitalier ainsi que
Dans les entreprises d’assainissement :

Vaillamment, il plonge les mains dans les bouches d’égout
Mais il faut sans cesse lui rappeler
De se les laver après.

M’enfin, rien de plus sale
Que celui qui ne se dégoûte de rien.
Voilà le propre de l’homme entre les deux.


3. Des Löwen Los

„Ille etiam Thracum populis fuit auctor amorem / in teneros transferre mares citraque iuventam / aetatis breve ver et primos carpere flores.“       Ovid, Métamorphosen X, 83-85

Da hat der große Mann vor dreißig Jahren
Den Ruhm dazu benutzt, an seinem Schwarm
Von Jüngern rumzufingern, ein Gebaren
Das Orpheus selbst schon nicht so recht bekam.

Die Schuld, die ihn jetzt einholt: damals galt
So etwas als geniales Ungewissen.
Die Zeiten wechseln, und aus jung wird alt
Und alte Löwen werden totgebissen.

Es ist doch letztlich alles gleich geblieben.
Sei, Genius, auf der Hut, solang am Pult
Und was du auch mit deinem Stab getrieben
Vertrau nicht auf der Jüngeren Geduld.


4. Vom Schwein vom Schöpselein

Jüdischer Humor ist nicht, wenn Juden Nichtjuden etwas erzählen, was die zum Lachen bringen soll. Jüdischer Humor ist es, wenn Juden untereinander über etwas lachen. In der Regel entgeht den Nichtjuden, was an solchen Geschichten witzig sein soll. Freilich nicht, weil es ihnen am Humor fehlte oder sie zu blöd wären, sondern schlicht und einfach, weil sie die zum Verständnis nötigen Erfahrungen nicht mitbringen. Jüdischer Humor ist Insiderhumor, und so, wie es Informatikerwitze gibt, die man nur als Informatiker kapiert, oder meinetwegen auch authentische Klempnerwitze, die tatsächlich nur Klempner aufgrund ihrer speziellen Kenntnisse und Berufspraxis lustig finden, so geht es auch beim jüdischen Humor. Er ist nach außen so wenig „vermittelbar“ wie Nichtjuden koscheren Wein trinken können, denn sobald sie den anrühren, ist er nicht mehr koscher. Und das ist keiner jüdischen Bosheit geschuldet, sondern ein uralter Schutz, namentlich auch vor der Verleumdung, dass Juden Christenblut zu trinken pflegen. Es würde zu weit führen, das sehr komplizierte Regelwerk in Bezug auf den gemeinsamen Weingenuss von Juden und Nichtjuden genauer auszuführen – der Horror vor der christlichen Eucharistie spielt noch mit herein – und ich bin dazu auch keineswegs in der Lage, doch dergestalt ist auch der jüdische Humor geschützt vor dem Verständnis von Nichtjuden. Was allgemein so unter seinem Namen läuft, gehört ins Feld der Beschwichtigungsliteratur.

Der absolut schweinigste Schinke hienieden
Ist koscherer Schinke, erst der koschere schmeckt
So nach Schwein, wie es keinem Schwein jemals beschieden –
Nu, weil nicht mamesch a Breckele Chaser drin steckt.

Bloß wer sicher kann sein, dass das schweinigste Schwein
Auf der Weide ein blökendes Schöpsele war
Take bloß der, mirtzeschem, bloß ein solcher allein
Hat noch einen Begriff von dem, was falsch ist und was wahr.

Eine Welt, wo es jeder für gottgegeben nimmt
Dass keiner mehr weiß, von woher eppes stammt
Und nebbich bloß wahr ist, was awade nicht stimmt
Solch ein Ojlem ist zum ewigen Fortschritt verdammt.

[Ce n’est pas de l’humour juif lorsque des Juifs racontent à des non-Juifs des trucs qui doivent les faire rire. L’humour juif c’est quand des Juifs rigolent entre eux d’une chose. Si, en règle générale, les non-Juifs ne comprennent pas ce qui est censé être drôle dans de telles histoires, ce n’est pas parce qu’ils manquent d’humour ou sont trop bêtes, mais parce qu’ils ne disposent pas des expériences nécessaires à leur compréhension. L’humour juif est un humour d’insiders. Et comme il y a des blagues d’informaticiens qu’on ne pige qu’en tant qu’informaticien, ou d’authentiques blagues de plombier que ne trouvent donc drôles que les autres plombiers parce qu’ils ont le savoir et le vécu correspondants, ainsi en va-t-il de l’humour juif. Il est aussi peu communicable qu’un non-Juif est capable de boire du vin cacher, car ce vin, dès qu’il le touche, cesse de l’être. Et ce n’est pas dû à une quelconque méchanceté de la part des Juifs, mais à un très ancien mécanisme de protection, notamment de la diffamation que les Juifs ont l’habitude de boire le sang des Chrétiens. Je ne veux ni ne peux m’étendre sur la législation très compliquée qui règle la consommation commune de vin entre Juifs et non-Juifs – y intervient aussi l’horreur de l’eucharistie chrétienne – mais de la même façon l’humour juif est protégé de la compréhension des non-Juifs. Ce qui passe couramment sous ce nom ne relève que du domaine de la littérature d’apaisement.]

8. Januar 2019

vendredi 4 janvier 2019

Flashback

„Sollte es vorkommen, dass sie sich anschauen, geschieht es mit einer Nähe und ewigen Ferne als schauten sich zwei Missverständnisse an. Es sind aber nur Kindheitsfreunde, die im Grunde nicht zueinander passen, sich allerdings so früh gefunden haben, dass sie unzertrennlich geworden sind.“

Trifft man jene Menschen wieder
Die man aus der Kindheit kennt
Dann aber lang aus den Augen verlor
Ist sofort eine grundlose Nähe da.

Drückt dich eine Trauer nieder
Die im tiefsten Innern brennt:
Weißt du auch noch, wie damals vor
Einem halben Jahrhundert die Grundstimmung war?

Stimmungen durchziehn das Leben
Erinnerungen ebenso
Und sollte es doch ein Jenseits geben
Dann nur in einem solchen Nirgendwo.

22. Dezember 2018

samedi 22 décembre 2018

Über die vierfache Wurzel des Guten im Menschen


1. Vom Guten schlechthin

Ich habe mich einmal für einen Übersetzerpreis beworben und musste dazu Original und Übersetzung plus Rückporto einsenden. Dank Rückporto erhielt ich die Sachen wieder, jedoch kommentarlos, nur mit einem Buchzeichen in der deutschen Ausgabe, das war Kommentar genug. Das Zeichen markierte nämlich eine Seite, in der ich mir erlaubt hatte, ‘cadavre’ mit ‘Kadaver’ zu übersetzen, und zwar im Zusammenhang mit einem toten Kind. Da hatte wohl jemand ‘Leiche’ oder ‘Leichnam’ erwartet, und die Ausdrucksweise muss diese feine Seele schockiert haben. Das gesamte Buch hat sie unter Umständen schockiert, und ich hatte vielleicht noch Glück, dass sie mich nicht auch noch gleich bei der Polizei verpfiffen hat. So wird es jedenfalls nichts mit Übersetzerpreisen, sagte ich mir und stellte mir dabei lebhaft vor, was für Gestalten sie bekommen.

Nicht unmöglich, ein netter Kerl zu sein
Von Güte will ich dabei überhaupt nicht reden –
Ein netter Kerl, sofort parat, falls drum gebeten
Nicht unmöglich ist es, ein Mensch zu sein.

Das gilt wohl für die Mehrheit, heißt mitnichten
Gleich jedem Bettler einen Fuffzger zu spendieren
Und sich wie weiland Jesus Christus aufzuführen
Und so zu tun, als könnt man alles richten

Denn richten kann man gar nichts auf der Welt.
Vor allem sind die netten Kerle die Versager.
Die, die was ausrichten, sind stets vom andern Lager
Und habens in der Hand, dass alles hält.


2. Vom Seelenadel

Die Sache mit dem verarmten Adel ist auch etwas komplizierter als man denkt. Man stellt sich gerne irgendwelche Herrschaften hochfurznoblen Stammbaums vor, die noch unter erbärmlichsten Umständen im zerfallenden, ungeheizten Palais stoisch Haltung bewahren, umsorgt vom letzten verbliebenen Diener, der mit ihnen die trockenen Nudeln frisst und auf anderen Lohn untertänigst verzichtet. Tatsächlich war es über die Jahrhunderte aber so, dass Adlige, die nicht mehr in der Lage waren, ein standesgemäßes Leben zu führen, in recht kurzer Zeit ihre Titel verloren. Es sind ständig altehrwürdige Familien aus dem Gotha geflogen, während Emporkömmlinge, die frech genug waren, sich blaues Blut anzudichten, wenig später wundersam in ihn hineinrutschten. Es gab vielleicht noch die eine oder andere grauhaarige Komtesse, die gegebenenfalls an die nebulöse Herkunft derer von Axelschwitz anspielte, aber meist reichte das entsprechende Vermögen, um böse Zungen zum Schweigen zu bringen.

Dass Blumen aufblühn, wenn der Wohlstand geht
Wie man es immer wieder mal vernimmt
Ist auch so eine Sache, die nicht stimmt.

Dass innre Werte irgendwann gewinnen
Wie edle Geister sichs im Rausch ersinnen
Glaubt auch nur der, der nix von Schnaps versteht.

Dass Mammons Reich liegt in den letzten Zügen
Wie Frohnaturen dir erzählen wollen
Ist grad so wahr, wie dass die Rubel rollen.

Dass nur das Herz zu andern Herzen spricht
Und erst im Dunkeln leuchtet Sternenlicht
Ist auch nur eine ihrer feisten Lügen.


3. Von frommen Wünschen

Das Wesen von Versprechungen ist, dass nichts abzusehen ist, will sagen, sie beziehen sich auf Unabsehbares. Personen, die Versprechen zu halten gedenken, großmäulige Redenschwinger beispielsweise, sind politische Katastrophen. Das Halten von Versprechen, das die Dümmsten am höchsten schätzen, ist die Negation seiner selbst. Wer verspricht, verspricht sich – so steht es schon im Talmud – und Versprecher darf man nicht beim Wort nehmen, sondern man wird sie hoffentlich entschuldigen, sie können in Strohfeuer des Gefechts vorkommen.

Wir haben schon lange die Hoffnung verloren
Dass bessere Zeiten der Fortschritt verspricht
Und wollen jetzt eigentlich nur noch drauf hoffen
Dass halbwegs gesichert die winzige Rente.

Wir hatten uns ewige Treue geschworen
Und wussten, was Treusein bedeutet, noch nicht;
Doch „Hoffen“ heißt auch: alle Zukunft ist offen
Und „offen“ schließt ein, dass es schiefgehen könnte.

Und geht es denn schief, ist halt nichts mehr zu retten
Dann kann man auch das mit der Treue vergessen.
Wir waren ja immerhin nicht so vermessen
Uns mit mehr als billigen Phrasen zu ketten.

Und wäre nicht flüchtig das unreife Schwätzen
Und wäre die Zukunft nicht trauerberändert
Und wäre der Treubruch bewehrt mit Gesetzen
Es hätte doch alles nichts daran geändert.


4. Von einer Klimax des Glücks und des Pechs

Wenn die Leute um einen herum wegzusterben beginnen, holt man den alten Kinderglauben an Jenseits und Wiedersehen hervor. Das muss man offenbar, doch man holt ihn hervor im Wissen, ihn herzuholen, also ohne so recht an seinen Glauben zu glauben. Man hätte auch gleich noch den Weihnachtsmann mit hervorkramen können. Diesen Widerspruch muss man dann auch noch aushalten. Es ist das kleinere Übel. Ob man sein Leben lang auch die Liebe selbst nur aus des Kindes Spielzeugkiste hervorgekramt hatte, ist entweder eine sehr kitzlige Frage oder überhaupt keine.

Der Gute glaubt, woran er glaubt;
Der Bessere glaubt nicht, was er glaubt;
Der Allerbeste glaubt es wieder
Und trällert ungläubige Lieder.
    Das heißt: der beste Mensch auf Erden
    Kann stets noch übertroffen werden.

Es wär schon schön, wenn jeder wüsste
Wo er sich einreiht in der Liste;
Doch glaubt er nur, sich einzureihn
Dann kann er auch der Schlimmste sein.
    Das heißt: das kleinste Glück auf Erden
    Kann stets noch unterboten werden.

Ja, sitzt wer in der Gartenlaube
Und schwirrt um ihn die Friedenstaube
Weiß der doch nicht, woran er glaubt
Sobald er sich den Glauben raubt.
    Das heißt: ihm ist als Pech beschieden
    Das allergrößte Glück hienieden.


19. Dezember 2018

vendredi 21 décembre 2018

Si je pouvais te dire


i. 

Voici mon conseil pour un été réussi : c’est l’essartage qui compte.
Mettez-vous d’abord à l’aise, allongez-vous sur une des nappes et attendez le professionnel qui s’occupera de vos oignons. Donnez-lui votre consigne qui sera respectée. Soyez le plus succinct possible, limitez-vous aux points cruciaux. S’il est de bon aloi de laisser au-dessus une petite touffe proprement délimitée, genre jeune pubère, il faut faire partir tout le reste, c’est obligatoire de nos jours. Votre toupillon circonscrit et taillé, le traitement subséquent sera effectué avec délicatesse. Pour avoir une surface convenablement lisse, on pensera, messieurs, à bien étirer et votre membre et vos bourses en les pinçant légèrement, sans écraser les parties. L’application, et aussi le retrait, se feront en douceur, toujours dans le sens du poil. Le sillon qui s’ouvre juste derrière, autrement dit la raie, se débourrera en dernier. Ici, on pourra tirer à volonté. Dans aucun cas on n’aura enduit avec du produit acheté en commerce, ce sont encore l’eau de source, le sucre en poudre, le miel d’acacia et trois gouttes de citronnade de Corse AOC qui font le meilleur mélange. L’imberbité voulue atteinte, notre spécialiste balancera la boule empoilée dans le bac approprié et vous fera admirer vos propres reflets nacrés dans une belle glace à main, discrètement grossissante. Vous vous rhabillerez, réglerez en espèces, puis partirez sans tarder, le cœur léger, en vacances. À renouveler dans les trois mois.

Il est bien loin le temps des Argonautes
À la recherche d’une toison d’or ;
Je me demande bien à qui la faute.

De la toison n’est resté que la motte.
Oui, tout autour rien que roseur de porc.
Si tu veux le savoir, je te dis : crotte !

Nous v’là partis en course à l’échalote !
L’anti-fourrure est dès lors le plus fort.
Mais où est la bâton, où la carotte ?

Toi qui as toujours tenu aux marottes
Quel bon emploi feras-tu donc d’un corps
Plus nu et dépouillé qu’une entrecôte ?

Revenez vite, héros de la flotte
Et racontez-nous vos exploits d’alors
Vécus le long d’exubérantes côtes !

Afin qu’on puisse prendre quelque note
Mettez, vous aussi, vos secrets dehors !
Et que Tiphys, par ses vues de pilote
Nous apprenne à chercher plus loin encor.

ii.

Jeune homme, mettant la fuite du temps en belle forme
Vieil homme, en ayant connu un beau bout :
Prévoir fait certes d’émouvants poèmes
Mais vivre n’est pas comparable.

Si je pouvais te dire ce
Que je ressens quand je te
Vois la tête ébouriffée de si peu
L’incertitude des sentiments, balayée.

Faut-il avoir duré pour savoir la durée ?
Le temps n’est qu’ornement, il est aussi armure
Et s’il s’avère plus brutal, il est aussi moins obstiné que nous –
C’est tout ce que je vois quand je regarde. Ô voyage !


21 Décembre 2018

mardi 18 décembre 2018

Zeiteinteilung

Schon früh wurde die Zeit eingeteilt. An den Iden des März wurde eventuell daran erinnert, was an anderen Iden des März vorgefallen war, und jetzt soll bei uns bald wieder ein Jahresende sein. Rosch Haschanah war aber schon lange, diesmal noch im Spätsommer, die Chinesen beginnen das Jahr logischerweise im Frühling, und das Mondjahr ist kürzer als das Sonnenjahr und doch auch ein Jahr. Daten sind Ansichtssachen.
Derjenige, der Geburtstage zu feiern pflegt, ist an Mondjahren älter und wäre an Lichtjahren, wenn die aus Zeit bestünden, noch keine Sekunde auf der Welt. Ein uneingeteiltes Leben wäre ein richtigeres, aber nur schwer lebbares. Selbst ein Robinson schnitt Kerben ins Holz.
Ich bin momentan erkältet. Normal, es ist Winter. Nicht normal allerdings, dass wir den sechzehnten Dezember schreiben. Doch damit hat es angefangen: weil sich die Winter wiederholen, ist man auf die Zählerei gekommen. In der wirklichen Welt kehrt aber nichts zurück, da ist alles einmalig. Ich denke dabei auch an einen mittlerweile uralten Dichter, der es einmal mehr von „seiner Frau“ (und deren Schönheit) hat. Dabei ist es schon die soundsovielte. Nun, das ist der kleine Preis dafür, dass diese Dame trotz aller Zeitmessung ewig jung geblieben ist, ja vielleicht sogar jünger wurde.

Zellen teilen sich, ganz natürlich
Doch die Zeit wird unnatürlich eingeteilt.
Jeder hat so sein System, mit den Gestirnen
Hat es nur vordergründig zu tun
Und, wie auch immer, den Gestirnen sind wir egal.

Solange der Himmel noch bevölkert war
Mit Wesen, die sich für uns interessierten
Wurde julianisch gezählt, ohne korrektes Schalten, aber
Jetzt ist Gregorianik mit präziser Gleichgültigkeit am Werk.
So einfach denkt man sich das.

Als wir dummerweise gefragt haben, ob der
Nächste runde Geburtstag noch erlebt werden würde
Wackelte die Ärztin mit ihrem Kopf, wackelte
Mit dem Kopf und verzog zweifelnd die Mundwinkel.
Ärzte sind ans Rechnen gewöhnt.


Division du temps

La division du temps a débuté tôt. Quand c’étaient les ides de mars, on se rappelait éventuellement ce qui s’était passé pendant d’autres ides de mars, et nous, on aura bientôt une nouvelle année à célébrer. Mais ça fait déjà un bail qu’on a eu Roch Hachana, cette année-ci en fin d’été, les Chinois commencent l’an logiquement en printemps, et l’année lunaire est plus courte que la solaire et néanmoins, elle aussi, une année. Les dates ne sont qu’affaire d’avis.
Celui qui a l’habitude de fêter son anniversaire, est plus âgé en années lunaires, et en années-lumière, si elles étaient faites de temps, serait à peine une seconde sur terre. Une vie non-divisée serait plus juste, mais difficilement vivable. Même un Robinson a fait des marques dans un tronc.
Actuellement, je suis enrhumé. C’est normal, on est en hiver. Ce qui n’est pas normal c’est que nous sommes un seize décembre. Mais c’est ainsi que tout a démarré : parce que les hivers se répètent, on s’est mis à compter. Pourtant, dans la réalité rien ne se répète, tout n’arrive qu’une seule fois. Cela me fait penser à un poète entre-temps nonagénaire qui, une fois de plus, s’étend sur « sa femme » (et sa beauté). Or, c’est déjà la énième. Eh bien, c’est le petit prix à payer pour que cette dame, malgré toutes les mesures du temps, soit restée éternellement jeune et ait peut-être même rajeuni.

Les cellules se divisent, tout naturellement
Mais le temps, on le divise de façon non-naturelle.
Chacun a son système, ce n’est qu’en surface
Que les astres interviennent et
Quoi qu’il en soit, ils s’en foutent de nous.

Tant que le ciel était peuplé
D’êtres qui s’intéressaient à nous
On comptait à la julienne, sans intercalation correcte, mais
Maintenant on est au grégorien avec son indifférence précise.
C’est aussi simple qu’on se l’imagine.

Lorsque nous avons eu l’outrecuidance de demander
Si le prochain anniversaire rond pourrait encore être fêté
La toubib a remué la tête, elle a remué
Sa tête et fait une moue dubitative.
Les médecins sont habitués au calcul.


16 Décembre 2018

lundi 17 décembre 2018

Poetry for the Literal-Minded

Il m’arrive d’avoir un peu de feed-back
Et en général je suis abasourdi
Par ce que j’apprends.

Je suis donc navré d’apprendre
Que je ne m’exprime jamais de sorte
À être compris par mes lecteurs de courtoisie.

Oui, j’ai quelques amis assez courtois pour me lire
Mais pas assez pour me suivre –
Sacrée courtoisie !

À quoi est-ce dû ? Manquerait-on de connivence ?
Notre belle amitié transcende pourtant
La simple absence d’entente.

Mon entente à moi
Ou alors celle de l’ami lecteur ?
Toujours la malédiction de la double entente.

15 Décembre 2018

dimanche 16 décembre 2018

Where Half the Neighborhood Went

Il paraît donc que se geler le cul à répétition dans un carrefour de cambrousse les fait reculer là-haut, au chaud dans leur château, notamment lorsqu’on ne se les gèle qu’à moitié puisqu’on a réussi à transformer leurs carrosses en braseros de circonstance. À part ça, Henri Michaux a bien raison quand il nous dit que celui qui a l’âme élevée sans être fort, sera hypocrite ou abject.

 i.

Actually proud of the island
Actually proud of the makeshifts accomplished
Actually proud of the time spent assembling some ramshackle
_____________________________________________shed

But only back again in proper civilization
But only as a sought-after guest at illustrious tables
But only while retelling inexhaustibly of old feats and fatigues.

Oh, their high-pitched silly giggles
Oh, their fascinated pale-and-empty faces
Oh, their high powdered wigs augur ill for the future.

Did there at once surge up a plan?
A bold idea like a volcano bursting under the powder?
How could society grasp the gift of wreckage and its
_____________________________________consequences?

A couple of centuries later, when visitors landed in clattering
___________________________________________hordes
Turning godforsaken hermitage into a day-trip destination
Certainly, there went the neighborhood.

Is there a way to keep one’s Juan Fernández real?
Why, even worse when not a single dolt comes blowing by
Since not the slightest multi-story ocean liner anchors off that
____________________________________________shore.

The real fate thing’s cracked up to be as tragic as personal
And an exalted soul that lacks the strength for it
Makes one end up either a sham or scum.


ii.

Quand il n’y a plus de refuge, c’est qu’il faut vivre à l’écart
L’écart qui sauve. Exécrable seulement
Est le sort des larbins.

Qui est loin et quasiment invisible, qui s’échine pour l’Inca
Dans les ténèbres, préservé de son infâme présence
A toute la grandeur du vide pour lui.

Fais donc l’étoile dans le noir, fais-toi donc phare
Où il n’y a que des rafiots à renseigner
Le ciel est loin du feu astral

Plus loin que le faisceau
Qui à intervalles transperce la nuit.
Il est, dans son néant à lui, plus éphémère encore.


15 Décembre 2018

jeudi 13 décembre 2018

On Unity of View

Die französische Republik hat den Frauen das Wahlrecht erst dann zuerkannt, als sie sicher sein konnte, dass diese Wählerinnen nicht massiv klerikale antidemokratische Kräfte ins Parlament bringen würden. Die französische Republik hatte insofern nur das Wohl der Frauen im Sinn, Frauen, die in der französischen Republik sehr viel freier waren als in Ländern, in denen sie ihre Wahlzettel dazu benutzt hatten, daraus reaktionäre Pfaffenrepubliken zu machen. Man darf nicht zu früh fortschrittlich sein wollen. Auf fünf laute städtische Frauenrechtlerinnen kamen lange Zeit mindestens hundert stillschweigende hinterwäldlerische Betschwestern.

As time went on, man’s mirrored I
Became his twin in goals. Is there
A curse of wholeness in our fair
Sweet pluralistic by-and-by?

It is as well to think a bit
Before you’ve your reflected you
Decide on what is wrong or true
It’s just as well to picture it.

All mirror image (he or she)
Is of so flipping circumstance
That common future’s countenance
Must lose half its identity.

[La République française n’a octroyé le droit de vote aux femmes que lorsqu’elle pouvait être sûre que ces électrices n’utiliseraient pas les urnes pour faire entrer massivement des forces antirépublicaines à l’Assemblée nationale. La République française se souciait en ce sens parfaitement du bien des femmes, beaucoup plus libres sous elle que dans des pays où le suffrage féminin avait amené des partis cléricaux au pouvoir. Il ne faut jamais être progressiste trop tôt. Longtemps il fallait compter, pour cinq bruyantes suffragettes urbaines, au moins cent silencieuses grenouilles de bénitier en milieu rural.]

3 Décembre 2018

mardi 11 décembre 2018

Tram

              oder Über das Fassen von Gedanken

Avant l’endormissement, les associations d’idées sont tissées d’un fil tellement mince que le moindre dérangement le brise et je ne sais plus le long de quoi j’avais pensé. Même les idées « fortes » sont des passantes anonymes que je ne saurais retrouver une fois qu’elles ont tourné le coin de la rue ; on a bien pu échanger quelques mots, mais cela s’est arrêté avant de prendre le numéro du portable. Je m’étonne même comment je suis arrivé à développer quelque chose sur des bases aussi floues, n’étant même plus convaincu qu’il s’agissait d’idées ; peut-être n’étaient-ce que de vagues impressions, voire des surimpressions, déguisées en pensées.
J’ai toujours l’espoir que les véritables idées ne peuvent s’oublier totalement d’une seconde à l’autre, mais ne peux pas être sûr que, lorsque ma pensée est stable, je suis de ce fait dans le vrai, et lorsqu’elle est instable, ce n’est rien qu’hallucination. C’est là le plus déconcertant dans les pensées stables : elles ressemblent probablement beaucoup plus aux instables qu’on ne le voudrait.

Hatte in der gerammelt vollen Tram einen Sitzplatz ergattert
Und wollte einen klaren Gedanken fassen.
Hatte mir schon ausgemalt, was ich mir jetzt ausmalen, worüber
Ich bis zum Aussteigen meditieren wollte, dann kam mir
Aber wieder einmal das Spektakel des Lebens in die Quere:
Zwei gesellschaftlich Benachteiligte doch gepäckmäßig
Bevorzugte gerieten aneinander, um es kurz zu machen.

Man muss kein Marxist sein, um zu bemerken, dass die
Gesellschaftlich Benachteiligten oftmals wie Feuersteine sind
Und dass augenblicklich Funken sprühen
Schlägt ihr besonders reichhaltiges Gepäck aneinander. Nun
Gibt es immer solche Szenen im Leben, das Leben
Besteht regelrecht daraus, allerdings machen sie leider
Jedwede Meditation schlechterdings unmöglich. Ich fühlte
Mich sogar innerlich genötigt, mir eine Meinung zu bilden –
Darüber, wer von diesen Benachteiligten so quasi
Halbwegs im Recht war, und wer
Die noch dümmere Kuh. Immer kommt einem eine
Meinung dazwischen, die geeignet ist, beim Meditieren zu stören
Ja, ich selbst kam mir am Ende vor wie
Zwei gesellschaftlich Benachteiligte doch gepäckmäßig
Bevorzugte, bei denen gleich die Funken sprühen
Zwischen der Notwendigkeit einer Meinung
Und dem Willen zur Meditation.

24. November 2018

lundi 10 décembre 2018

Weiter als er denkt


Vorschau

Der Deutsche bedauert gern
Und der Deutsche hat es gerne von Juden
Der Deutsche bedauert gerne, was Deutsche den Juden angetan
__________________________________________haben.
Andere Deutsche, nicht er persönlich.
Das geht aber weiter als er denkt.

Jetzt z. B. sind auch die normalen Friedhöfe dran.
Die Kosten sind so gestiegen, dass ein
Klassisches Grab mittlerweile der reine Luxus ist, etwas für
Globalisierungsgewinnler.
Zum Glück gibt es allerdings Low-Cost-Angebote.
Low Cost, klingt fast wie Holocaust.
Diskret ohne Grabstein, mitten in der Natur, in
Speziell dafür ausgesuchten Wäldern.
Es könnten osteuropäische Wälder sein.
Eine neue, praktische Erfindung.
Man liegt (oder „ruht“) da zum Spartarif
Sauber, ökologisch, die Gegend nicht verunstaltend
Eben schön anonym.

Das ist etwas Deutsches: das saubere, anonyme Beiseiteschaffen.
Jetzt nur nicht die Auschwitzkeule.
Worauf ich da nur wieder gekommen bin...


Nachschau

Ganz legal beerdigt zu werden
Und trotzdem
Im Wald verscharrt
Ist letzten Endes gar nicht so übel.
Sicherlich: keine „Partisanen“, nichts als
Gewöhnliche Sterbliche um einen herum, die
Hundemarke brav an den Baum geheftet, doch warum nicht?

Helden
Sind wichtig im Leben.
Im Tod
Tuns auch Durchschnittsexistenzen.



Plus loin qu’il ne pense

Avant

L’Allemand aime regretter
Et l’Allemand aime parler des Juifs
L’Allemand aime regretter ce que des Allemands ont fait aux Juifs.
D’autres Allemands, pas lui personnellement.
Mais ça va plus loin qu’il ne pense.

Maintenant par exemple, c’est le tour des cimetières normaux.
Les frais ont tellement explosé que posséder une tombe
Classique relève désormais du luxe, réservé
Aux gagnants de la mondialisation.
Par chance, il y a des offres low cost.
Low cost, ça sonne presque comme holocauste.
Mises en terre discrètes, sans pierre, en pleine nature
Dans des forêts spécialement sélectionnées.
Ce pourraient être des forêts de l’Europe de l’est.
Une nouvelle invention bien pratique.
On y gît au meilleur prix
Proprement, écologiquement, sans salir le paysage
Dans un joli anonymat, quoi.

C’est très allemand, ça : une solution propre et anonyme.
Eh oh, pas d’Auschwitz, s’il te plaît !
Qu’est-ce que j’ai encore eu derrière la tête...


Après


Finir enterré selon les règles
Et pourtant
Enfoui dans la forêt
N’est pas aussi mal que ça en fin de compte.
Certes : pas de « partisans », rien que
Le commun des mortels autour de soi, la
Plaque d’identité gentiment clouée à l’arbre, mais pourquoi pas ?

Les héros
Sont importants dans la vie.
Dans la mort
Des existences banales font l’affaire.


1er et 10 Décembre 2018    [cf. Verwilderte Gärten]

dimanche 25 novembre 2018

Hat geschneit

Hat geschneit
Den ganzen Nachmittag hat es geschneit
Doch unten war dann nichts.
Es halt also spurlos geschneit.
Tut es öfters in dieser Stadt.

In der Wüste soll es zuweilen regnen
Ohne dass die Wüste davon unten nass wird.
Noch bevor er auf den Sand trifft
Ist der Regen in der Hitze getrocknet, vielleicht als
Dampf gleich wieder ab in Richtung von wo er herkam.

Das Denken ist auch so.
Gedacht habe ich, gegrübelt
Nachgegrübelt den ganzen Nachmittag lang
Ohne dass es die geringste Spur hinterlassen hätte.
Das ganze Leben ist vielleicht so
Die ganzen Nachmittage lang
Nachmittage voller Abschiedstränen, und
Schaust du nach unten, ist alles mitleidlos trocken geblieben.


Il a neigé

Il a neigé
Toute l’après-midi il a neigé
Mais par terre il n’y avait rien.
Il a donc neigé sans laisser de traces.
Ça arrive souvent dans cette ville.

Il semble que dans le désert il pleut parfois
Sans que ça mouille le désert en question.
Avant de pouvoir tremper le sable
La pluie a séché dans la chaleur torride, est peut-être
Tout de suite retournée en vapeur en direction d’où elle est venue.

Penser c’est pareil.
J’ai pensé – réfléchi –
Médité une après-midi entière
Sans que cela ait laissé la moindre trace.
La vie entière est peut-être ainsi faite
Tout au long de ses après-midi
Des après-midi pleines de larmes d’adieu
Et quand tu regardes par terre, tout est resté implacablement sec.


23 Novembre 2018

samedi 24 novembre 2018

Some Birds of the Flock

1st Bird: Fluent up there but not affluent.
His wealthier friends use to take over what he
Can’t afford any longer:
Nest, egg partner, flock position, etc.
Recently has tried to survive as a kleptoparasite
Which is far from easy
When all your mates are much smarter than you are.

2nd Bird: Philosopher.
When you attempt to outsmart your friends
You’ll lose them.
Let them merrily take over your
Nest, egg partner, flock position, etc.
And they will love you almost like a brother.
What’s more important in life than family?

3rd Bird: A solitary master.
There are oodles of forage techniques.
Mine is to be on my own.
When you’re on your own
Windfall acquaintances are a help
But not necessary, windfall itself is a kind of
Acquaintance you can cooperate with.

4th Bird, on hunger strike, declares:
I simply don’t eat. Too busy.
When you’re really
Busy, your business nourishes you.
A job that feeds a bird is guarantee to stay lean.
When I’m not working, I’m working out.
Like to feel my wings?

5th Bird: Cynic.
Oh, there are many flights of life
As long as you’re part of the flock.
They’re telling you all sorts of things
But most of the time it doesn’t add up.
Don’t buy their lies, just stay in the flock.
Never contradict. The rest is a child’s game.

6th Bird: Another muscular.
The flock is V-shaped, I am V-shaped
I am flock, Chevron is my middle name.
When you’re all flock nobody can touch you
You’re too many.
Come ye bescoped flabby hunters
Try to bring me down.

7th Bird: Quality
I’m only talking quality.
One single quality bird in a flock
Enhances the entire thing, that is.
I’d qualify my flock as a quality flock and
Since I’m quality, it is mine that
Makes the difference, see?

8th Bird: Crane chicken. Please don’t mention me
I’ve no clue, just following the others
Would as well stay here. Not knowing where
We’re heading, am confident that those who do
Also know what all this dizzy flutter is about.
Believe in majority decisions and trustfully
Put my fate in democracy’s sapient hands.

9th Bird: Actually only God knows.
It is God who gave us our angel attire.
We do the flying, but it is in God’s direction
Or under God’s direction, what the heck
God is all around us and we are
His witnesses, definitely
Bird control is a crime.

10th Bird: Artist.
Considers the beauty of it.
Japanese cranes overflying the oversnowed.
Meek slopes of Kanagawa Prefecture in the
Evening, several slit-eyed yokels wearing
Straw hats looking up at us, in formation.
It feels so good, so aesthetic.

11th Bird: A maniac. Travels are tiresome
But I’ve got my knack: Focus on the rumps of the
Birds flying in front of me, shaking in unison.
Male or female I don’t care
Rumps are goodies everywhere.
Right, I start rhyming, rumps make me a poet.
Betimes even clouds reveal their buttocks.

12th Bird: Cassandra.
Going south where the blackbirds holler?
This migratory restlessness will end
Badly, they’ll build a sky wall against us.
When winter threatens, flying away from it
Is the worst solution of all. Listen, please:
The coming winter will be exceptionally harsh.

13th Bird: Prophet. This is Egypt, somehow
Anyplace shall be better, we aren’t
Given wings to sit around twittering. Shtil!
Hearken to what the cable under our claws has to say
Tremble Toe tells us: Away! Future is bright, brethren
To those who have faith. Before the sun set thrice
Three golden wires shall tender everlasting rest.

14th Bird: Late bird. There is always
One left. When everyone gone one still picking beak.
Part of the flock now solitary, will savor
Precious moments of individuality
Alone on earth – which he eventually is.
But then even one Mr. Laggard must take to the air
And reluctantly rejoin his kind.

All the others: Oh, dear
See him coming
Self-absorbed flapping grandstander!
Did you think we were waiting for you?
The flock’s you life insurance policy, poor jerk.

November 21, 2018

jeudi 22 novembre 2018

Geheimnisvolles Schattendasein

Spannt man einen Regenschirm auf und es regnet nicht
Dann scheint vielleicht zu sehr die Sonne.
Regenschirme sind auch als Sonnenschirme zu gebrauchen
Und das ist wahrlich kein Widerspruch.

Regenschirme schützen gegen das, was vom Himmel kommt –
Wassermassen oder UV-Strahlung, kannst es dir aussuchen.
Dazu muss man aber erst durchdringen, nämlich
Dass sich Regen und Sonnenschein im Grunde nicht
__________________________________unterscheiden.

Bei dem Durchdringen hilft die Spitze des Regenschirms.
Vermutlich sind Regenschirme nur deshalb oben so spitzig
Damit man erkennt, dass es letztlich nur Schirme sind, gegen
Was auch immer, Regen eingeschlossen.

Was der kluge Mensch erfindet – immer kann man es auch
Dafür benutzen, wofür es dem Namen nach nicht gedacht ist.
Sonnenschirmchen, die man mit sich herumtragen kann
Sind deshalb beinahe ausgestorben, man sieht sie eigentlich

Nur noch auf hübschen alten Bildern; jetzt führen sie ein
Schattendasein als zweckentfremdete Regenschirme.
Ja, „Schattendasein“ und „Regenschirm“, das ist gut und
Bringt die Sache auf den Punkt.


Mystérieuse existence à l’ombre

Si l’on ouvre un parapluie lorsqu’il ne pleut pas
Il se pourrait qu’il y ait trop de soleil.
On peut transformer un parapluie en ombrelle
Et ce n’est aucunement une contradiction.

Les parapluies protègent contre tout ce qui vient du ciel
Trombes d’eau ou rayons ultraviolets, peu importe
Mais c’est là un mystère qu’il faut d’abord percer, à savoir
Que la pluie et le beau temps ne se différencient pas au fond.

Pour le percer, la pointe d’un parapluie est des plus utiles.
Peut-être est-ce d’ailleurs sa seule raison d’être : elle nous
Fait alors comprendre que tout parapluie en fin de compte
N’est qu’un écran contre quoi que ce soit, pluie incluse.

Ce que l’intelligence de l’homme invente, toujours
On peut l’utiliser à des fins indétectables de par le nom.
C’est pourquoi les ombrelles ont à peu près disparu
Puisqu’on ne les voit plus que sur de jolis vieux tableaux.

Désormais, elles mènent une existence à l’ombre
En tant que parapluies détournés de leur usage premier.
Ah, « existence à l’ombre » et « parapluie », c’est bien ça !
Voilà la chose ramenée à son point essentiel.


20 Novembre 2018

dimanche 18 novembre 2018

Staunässen

Ich gieße viel.
Vielleicht übergieße ich sogar. Aber
Gießen kostet nicht viel und ich will meinen Pflanzen doch etwas
________________________________Gutes tun, häufig.
Also wenn sonst gerade Flaute ist.
Mag sein, dass ich insofern zuweilen etwas nervös oder übereifrig
___________________________________________bin
Wie Mütter, die dauernd an ihren kleinen Söhnen herumnesteln
Haare glattstreichen, mit dem angespuckten Tempo um den Mund
__________________________________wischen und so
Den Kleinen ginge es besser ohne solche Fürsorge
Die doch nur ein Zeichen mütterlicher Neurose ist.
Wer keine neurotische Mutter hat, kann ein Lied davon singen:
Läuft unfrisiert herum, mit Schokoladeflecken an Mundwinkeln
_______________________________________und Kinn.
Wenn man solche Kinder sieht, sagt man sich:
Haben die denn keine Mutti?
Wer meine Pflanzen sieht, sagt sich nicht
Dass die keinen Vati haben
Der sagt sich nur: Warum entsorgt er das Zeug eigentlich nicht?
Gleich um die Ecke ist doch ein prima Blumenladen
Und gar nicht teuer.
Was diese Menschen nicht verstehen, ist
Dass kranke Pflanzen sind
Wie übermäßig umhegte Söhne
Sie reagieren nur unverdorbener.
Nicht meine Schuld, wenn aus Söhnen neurotischer Mütter
____________________________gewöhnlich mehr wird
Als aus Hauspflanzen in Töpfen mit Staunässe.
Mainstream ist man oder man ist es nicht.

                                                        *

Wer nicht zum Mainstream gehören möchte
Kann sich dem Jetstream annähern
Wie der Sperbergeier, dieser Rüppell. Kämpft sich
So hoch hinauf, dass er womöglich mit einem Flieger
_________________________________zusammenstößt.
Das ist auch eine Art, der Erdenschwere zu entkommen:
Selbst mit Geieraugen siehst du die Idioten da unten nicht mehr.
Aber mit einem Airbus zusammenstoßen, das ja.
Und da sitzen sie auch drin, gemütlich
Beheizt, künstlich beatmet, vielleicht Pauschaltouristen
Während du, Held, auf eigene Faust, in eisiger, dünnster Luft
Wo am Ende noch Stahlvögel mit Innenmief drohen...
Da kannst du gleich in Staunässe verrotten.

                                                        *

Der eine will auf den preiswerten Jahresurlaub nicht verzichten
Der andere nicht auf die sicheren satten Bezüge.
Was soll dazwischen so einer wie du?
Nichts ist sicher auf dieser Erde
Und auch nichts im Himmel
Angefangen beim Gießen.
Hinterher kann man seine Hauspflanzen mit Haarfestiger
_____________________________________besprühen
Damit die Blätter an ihnen hängen bleiben
Doch Fachleute rümpfen die Nase über so etwas –
Echtes Gärtnern sieht anders aus –
Und erzählst du es deinen Freunden
Langen die sich an den Kopf: Mann, wir
Könnten es auch nicht, aber wir versuchen es ja auch nicht.
Dann immer noch besser, in Staunässe zu verrotten.



Des pots où stagne l’eau

J’arrose beaucoup
Peut-être arrosé-je même trop. Mais
Ce n’est pas cher et je ne veux que du bien à mes plantes, souvent.
À savoir quand il n’y a rien d’autre à foutre.
Il est possible que je sois du coup parfois un peu nerveux ou trop zélé
Comme ces mères qui tripotent sans cesse leurs jeunes fils
Leur lissant les cheveux ou essuyant la bouche avec un mouchoir ensalivé etc.
Les petits seraient mieux sans autant de sollicitude
Qui en fait n’est qu’un signe de névrose maternelle.
Qui n’a pas de mère névrosée en sait quelque chose :
Il se trimballe la tête hirsute, avec des taches de chocolat aux commissures et au menton.
Quand on voit de tels enfants, on se demande :
Mais est-ce qu’ils n’ont pas de maman ?
Qui voit mes plantes ne se demande pas
Si elles n’ont pas de papa
Il se demande seulement : Mais pourquoi il ne les vire pas, ces horreurs ?
Il y a pourtant pas loin un chouette fleuriste
Qui n’est même pas cher.
Ces gens ne comprennent donc pas
Que les plantes malades sont exactement comme
Des fils hyper-couvés
Seulement, elles réagissent avec plus de naturel.
Pas ma faute si les fils de mères névrosées réussissent en général mieux dans la vie
Que les plantes dans des pots où stagne l’eau.
Mainstream, on l’est ou on ne l’est pas.

                                                        *

Qui ne veut pas faire parti du mainstream
Peut toujours s’approcher du jetstream
Tel le vautour de Rüppell. Celui-là, il s’acharne
Pour gagner des hauteurs telles qu’il risque la collision avec un avion.
Ça aussi est une façon d’échapper à la lourdeur terrestre :
Même avec des yeux de vautour tu ne vois plus les imbéciles là-bas.
Mais entrer en collision avec un Airbus, ça oui.
Et là encore, ils s’y trouvent, confortablement installés
Chauffés, oxygénés, en voyage organisé, va savoir
Tandis que toi, mon grand, de ton propre chef dans l’air glacial et raréfié
Où menacent de surcroît des oiseaux d’acier sentant le renfermé par-dedans...
Pas mieux que pourrir dans un pot où stagne l’eau.

                                                        *

L’un tient à ses vacances annuelles bon marché
Et l’autre à ses rémunérations aussi juteuses que garanties.
Toi alors, qu’est-ce que tu fous parmi eux ?
Rien n’est garanti dans le monde
Et dans le ciel non plus
À commencer par l’arrosage.
Après, on peut les bomber à la laque, ses plantes d’intérieur
Pour que leurs feuilles restent accrochées
Mais les spécialistes voient cela d’un mauvais œil –
L’art du jardinage est quand même autre chose –
Et si tu le racontes à tes amis
Ils te traitent de cinglé : Eh mec, nous non plus
On saurait pas faire, mais est-ce qu’on essaie ?
Encore mieux de pourrir dans un pot où stagne l’eau.


17 Novembre 2018

samedi 17 novembre 2018

On Polls


i.

Where the slot is, drop it.
Then there seems to be countable choice.
But hey, you did not choose the slot
You maybe chose the ballot but not the slot.
I’d like to drop my ballots in whatever slot I choose
I’d even rather choose slots over ballots
I’m so much more into slots than I am ballot-friendly
Nice narrow slots are a treat, big ballots aren’t
But that’s not the way it works.
They have you choose your ballot not your slot
Eventually, the slot chooses the ballot
To make sure things won’t change.


ii.

The other day I was asked to have a view.
Or if I already had one.
Now, I only have a very old view, really old, and
Tattered – I toyed with it as a boy – not even good for a yard sale
The one you’re ashamed to show, you know, the one
Grown-ups forgot – and they sure looked for recent stuff
Which I hadn’t. But they insisted and so
I went fishing out and trimmed off a sliver from one side
The side less worn
Slant enough to hide how outmoded the whole posture was
And then gingerly cast it into the shiny red box
One of the comrades held before me.


iii.

This stupid game is finished, once and for all
I said to myself.
This is neither the time nor the place
To expect any outcome.
Game over, once and for all
I once more told myself
As if anyone would care.
This stupid game is not meant for individuals
And as I cannot be but an individual, and as we all
Cannot be but individuals, taken individually
It ultimately isn’t meant for anybody.
By chance, it’s but a child’s game.


[Das wie auch immer geartete Ergebnis einer Wahl darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Wähler, damit es zu einem Ergebnis kommen konnte, zuallererst wählen gehen musste. Der Wähler bestimmt also nicht nur darüber, wie eine Wahl ausgeht, sondern auch darüber, ob sie überhaupt ausgeht. Ohne Wähler keine Wahl und mithin auch kein Wahlergebnis, so wie es ohne Gläubige eben auch keinen Gott gibt, unabhängig davon, was im Himmel vor sich geht. Man muss immer zuerst glauben. Da der informierte Wähler mittlerweile nach kürzester Zeit mit jedem Wahlausgang unzufrieden ist – so wie er, falls informiert, mittlerweile auch unzufrieden ist mit dem Resultat jeglicher Gottgläubigkeit – kann man hier von einer Kollektivschuld reden. Weniger wäre mehr gewesen, und gar nichts noch mehr. Macht man sich aber schon schuldig, wenn man dem politischen Geschehen wie von der Presse angeboten willig, ja zwanghaft folgt? Macht schon das sogenannte Informiertsein schuldig? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass, wer nichts vom lieben Gott und seinem Klerus hält, meistens auch das Kirchenblättchen nicht liest, doch diejenigen, die nichts von der Politik und ihrem Personal halten, nicht selten die Informiertesten sind.]

November 16, 2018

vendredi 16 novembre 2018

Night Sky


1.

Looking up a cloudless sky
I saw this bright flickering light
And pointed and some grown-up said:
Consider it a lodestar, if you will. See, this one
Doesn’t budge while the others keep spinning around.
I asked for its name and was told that the ancients
Had dubbed it the ‘cynosure’, or ‘dog’s tail’.
So, that doggone piece of tail wags its dog, I thought.
I knew of no other model behaving like this.
Was this supposed to be guidance?

Times have changed but I am still the same
Person, and as a layman I’d just like to tell tail:
Stop shaking the one you’re the end (and compass) of
One’s pet isn’t one’s fan. I mistrust any cynosure.
It seems that their slave-driven galleys got lost without it.
Only the lonely sea stars do not care about destination.
This is reason enough and, well
I rest my case.


2.

Il y a des cieux nocturnes sans étoiles
Et c’est même la règle par ici
On sait qu’il y en a palanquée là-haut
Mais n’en perçoit aucun, et c’est peu dire.

Pendant la nuit, nos noirs immeubles poussent
Dans des hauteurs guère moins ténébreuses
Comme s’ils voulaient supplanter ce ciel
Petit à petit, en étant plus sombres.

Les seules lumières qu’on voit parfois
Sortent d’eux, on dirait que les étoiles
Sont descendues bien plus bas que leurs toits
Pour qu’on les prenne au loin pour des fenêtres.

Alors le ciel (qui n’a pas d’ouverture)
Nous fait comprendre un peu cette imposture.

[Il ne sert à rien de mentionner les étoiles si l’on n’est pas astronome. Notamment quand on habite un centre de pollution lumineuse et n’a pas vue sur elles. C’est même ce que suggère l’horoscope de la semaine : « Nés du 2e décan. Ne vous fiez pas à votre bonne étoile, vous risqueriez qu’elle vous prenne en grippe. Sachez que les meilleurs corps célestes sont les plus distants et exactement ceux qui se désintéressent de vous. Seul avec vos états d’âme, regardez autour de vous en restant kitsch. »]




3.

Ich kann wohl tun am hellen Tag
Was ich im Finstern nicht vermag
Jedoch nicht in der finstern Nacht
Was hellen Tagen zugedacht.

Ich kann durchaus in hellen Nächten
Die Kämpfe finstrer Tage fechten
Doch kann am finstern Tag mitnichten
Auf heller Nächte Trost verzichten.

Wenn Tag und Nacht sich unterscheiden
Dann jedenfalls in Kleinigkeiten
Im Angesicht des großen Dunkeln
In dem so kleine Lichtlein funkeln.

[Trost. 
„Ja, also wenn du schon trösten möchtest, lass doch bitte auch das Licht an. Ich brauch auch meine Augen zum Getröstetwerden (Augentrost). So viel Selbstgefühl gehört dann einfach dazu. Ich bin nun halt mal keiner von denen, die das reine Spüren ausreichend zu trösten vermag, ich muss sehen, was ist. Letzten Endes sind bei mir die Pupillen noch das aktivste Element, und kein richtiger Trost ohne den Eindruck, etwas dafür getan zu haben – gerade, wenn man sonst nur so herumliegt.“]


15. November 2018

jeudi 15 novembre 2018

Longtemps les scientifiques

Longtemps les scientifiques nous ont fait croire
Que grâce à leurs découvertes nous nous dirigions
Inéluctablement vers un monde de plus en plus parfait

Alors qu’en réalité ces découvertes ressemblent assez
À celles que nous pouvons faire dans la lumière tamisée
De n’importe quelle chambre à coucher jusque-là inconnue :

Découverte d’un corps nu qui se révèle à nous
Pour la première fois mais dont les imperfections
Nous échappent tant nous avons hâte de l’embrasser ;

Il faut que le désir soit parti pour vraiment les voir, et en
Même temps remarquer le décor plouc de la pièce
Qu’assouvis, nous finirons par détailler, hélas.

Qui appellerait cela un monde de plus en plus parfait ?
Peut-être eux, les scientifiques, gens sans goût ?
Voilà de ces calembredaines.

                                                  *

D’un autre côté, on n’acquiert une conscience du temps
Qu’en loupant des occasions et non pas en fonçant
À fond de caisse pour accomplir des choses.

14 Novembre 2018

mardi 13 novembre 2018

An Early Lesson

Quand on voit, sous la pluie battante, une vieille d’origine balkanique rentrer chez elle avec ses couches de frusques, son gros fichu, son chariot et barda difforme, on comprend pourquoi ça nous a pris des siècles avant de renoncer, péniblement, à croire aux sorcières.
La chrétienté est devenue la force dominante sur terre tant que sa foi était souillée d’éléments foncièrement anti-chrétiens : superstitions délirantes, inquisition, dogme du bûcher et des conversions par le glaive, injustice la plus abjecte inexorablement bénie par le clergé. Depuis qu’elle a réussi à se débarrasser de ses impuretés, elle est devenue bien plus faible, sa religion ne fonctionne plus, voilà du reste le secret de la vague de conversions en terre chrétienne, les uns se tournant vers le bouddhisme, les autres vers l’islam, d’autres encore vers des néo-syncrétismes particulièrement intolérants au gluten. Recommencez à croire aux sorcières, dépoussiérez sans trembler vos instruments de torture, remettez vous à élever des bûchers, poussez de nouveau vos cris de joie face aux flammes, et vous allez voir comme les cultes rivaux reculeront !

There was this witch I knew a bit back then
She didn’t bear the semblance of her breed
Yet knew fey tricks and treats beyond my ken
So I wound up in part bewitched indeed

Ere I lost track of her, both humps and heart.
Those witches got a broomstick to vamoose
But it was prudent me, too soon too smart
That, brushing off, did leave her on the loose.

With time grows remedy against all skill:
I don’t believe in witches any more.
Am I not glad I once was at one’s will
For a short moment, in my days of yore?

When witchcraft dwindles down to youthful trances
Not sure that humankind the least advances.

November 12, 2018

samedi 10 novembre 2018

Oiseau déplumé

Oiseau déplumé
Reste oiseau
Ne sait plus voler
S’en souvient toujours.
Quand les temps sont durs
C’est tomber sur le bec
Qui fait l’oiseau, pas voler.
Oh, mon cher déplumé
Bel oiseau à jamais.

8 Novembre 2018

vendredi 9 novembre 2018

Über Echte und Falsche

                                          und ihre Beziehungen untereinander

« Sagesse et classicisme français.
Je crois que ce pays est à peu près le seul au monde où l’on peut se faire un grand nom dans les lettres avec rien qu’une interminable succession de copulations putatives détaillées en langage cryptique. Rigoureusement rien d’autre, je te parle sérieux, et sur des milliers de pages, tu en ouvres une au hasard et tu tombes sur un « gros mot », notamment d’origine arabe, ou alors une gymnastique cochonne vue de trop près pour en être vraiment une et dysorthographiée de sorte qu’il te faut un appareil critique. À court terme, c’est « scandaleux », à moyen terme ça te procure de délicieux prix littéraires, à long terme je suppose qu’on oublie, à l’instar de l’amnésie infantile quant à la phase pipi-caca. Le phénomène me semble dû au fait que l’immense majorité des littérateurs du pays sont des gens beaucoup trop bien élevés pour ne pas s’étendre de façon un peu trop sage sur des choses un tantinet trop raisonnables, en style agrégé. Par la suite, ces personnes hélas un chouïa fades s’encanaillent en portant aux nues quelque prétendu extraterrestre dont le fonds de commerce est la masturbation sur papier vélin, ils se reconnaissent dans l’ennui. Résultat des courses : un néant genre intersidéral entre le normalien et le « scandaleux » – ou plutôt le normalien scandaleux, puisqu’on reste en vérité entre soi, quoi. Seulement, il faut être un authentique martien pour s’en rendre compte. D’une certaine manière, le microcosme littéraire français fait penser à la grande Amérique où l’on trouve si difficilement à se mettre sous la dent entre le Big Mac ketchup-moutarde et le sandwich organique aux graines de luzerne germées, ni l’un ni l’autre n’appartenant à la gastronomie proprement dite qui, elle, ne saurait s’épanouir qu’en ignorant les deux. »

i.

Ich kannte tapfere Indianer und auch welche
Die, schlauer als es das Indianertum
Erlaubt, von tapfern sungen als ob diese
Gar ihre Meister wären, tanzten drum herum

In unverdientem Federschmuck, wobei
Die tapfern, ich weiß auch nicht so genau
Warum, es mit sich machen ließen... ich
Würd auf solch schalen Ruhm verzichten. Howgh!

Macht es die Tapfern untapfrer, wenn sie
Sich hinten kraulen lassen von Eunuchen?
Die einen Krieger haben ihre Schwächen
Bei andern sollt mans besser nicht versuchen.

Egal. Versteht mich recht: Es geht nicht drum
Berdaschen* faulen Kraulens zu bezichtigen –
Auch sie gehören letztlich zur Prärie
Und kraulen wohl am Ende schon die richtigen.


* Neuerdings Two-Spirits, aber hier selbstverständlich im historischen Sinn.  


ii.

I knew some brave and gallant Sioux and some
Who slyer than allowed by prairies’ laws
Sung of the brave and gallant ones as if
These were their masters in an unfought cause

Yet it is not his eloquence that makes
An Indian brave and gallant, it is war
And he who sings of it is always wrong
Since war, when waged, is no pretext for lore.


November 8, 2018

jeudi 8 novembre 2018

De ordine mundi


1. Backentrick

Die einen haben Stachel, die anderen
Beißen, kratzen, spucken, treten
Wieder andere machen sich schleunigst davon
Keines hält die andere Backe hin
Und dreht es dir dennoch sein Hinterteil zu
Dann nur, weil dort eine spritzende Drüse sitzt
Oder, wackeldibackel, zum Betören, Meister Gnadenlos.

Wem das wohl eingefallen ist mit der anderen Backe?
Soll wohl so ein Trick sein, ähnlich dem Betörtrick.
Ob er funktioniert, hat vielleicht noch niemand ausprobiert.
Also ein uralter Trick, den nur noch keiner getestet hat.
Dabei hat man schon so vieles versucht
Wie etwa von turmhohen Klippen springen und schauen
Ob man auch ohne Flügel fliegen kann.
Die wildesten Theorien spuken denen im Kopf herum
Die sich eigentlich wehren müssten mit
Beißen, Kratzen, Spucken, Treten, Drüse Hinhalten zum Betören
Oder eben Weglaufen, ja sogar irgendwie
Davonfliegen, wer weiß –
Nur nicht auf moralisch Machen:
Denn das regt erstens nur noch ärger auf
Und ist zweitens seit jeher eine besonders fiese
Angriffstaktik von Schlägern, ungeeignet zur Verteidigung.


2. Anecdote souterraine

Si, dans le métro bondé, chez un vieux couple, madame
Cède l’unique siège libre à monsieur, elle mentionne en passant
Que monsieur a fort mal au dos. Ainsi, se dit-elle, la morale est
__________________________________________sauve
Car nous évoluons sous un ordre sociétal où la galanterie est de
 ____________________________________mise, garantie
Par le parapluie nucléaire
Puisque ceux dont dépend cet ordre en dernière instance, à savoir
___________________________________les Amerloques
Ne sont nullement des rustres, malgré leur comportement
______________________________________quelque peu
Erratique en matière d’élections.

Faisant fi de tout cela, un monsieur slave
D’apparence prolétarienne, ayant libéré sa place
Sous l’impulsion de sa femme à lui, toise le monsieur
Désormais assis d’un air dédaigneux. C’est que
Dans les pays slaves, chez les prolétaires
Peut-être même un monsieur
Souffrant de hernies et discale et inguinale etc. n’occupe
Jamais le siège réservé à sa dame dans les transports en public, et
____________________________________________cela
Jusqu’en période d’alcoolisme aggravé et de violence conjugale.
________________________________________L’homme
N’a qu’à serrer les dents. Il paraît que les prolétaires des pays
___________________________________________slaves
Eux aussi profitent d’une espèce de
Parapluie nucléaire.

Mais qui a parlé de boire et de battre ? Il ne faut pas
Penser de telles inanités, toi, mon vieux, assis là en gougnafier :
Il n’est aucunement prouvé que le populo slave ait la patte plus
_________________________________________leste que
Disons, tel bourgeois occidental, libéral et abstème.
Le prétendre est aussi mal élevé que de laisser sa vieille
Voyager en station debout parce qu’on est un brin douillet des
________________________________________lombaires.
Ce n’est assurément pas pour cela que la chrétienté entière
________________________________________dispose de
Parapluies nucléaires.


6 Novembre 2018