jeudi 12 novembre 2015
An mich
Oder Pfeifgeräusche aus der eigenen Brust?
Der Seelenhauch, ein Vogel: Einmal musst
Du dich entscheiden, ob du fliegen willst, Schlegel!
Abzwitschern oder nicht – so früh am Tag
Schon garstige Fragen auf Leben und Tod?
Es bleibt dasselbe Morgenrot
Wer immer es vertonen mag.
11. November 2015
mercredi 11 novembre 2015
The Eggs Demanded
The age demanded us, back then tufts ruffled, to
Lay and breed a clutch who some soon day
Would have their thatches ruthlessly cropped wishing
To keep in key with time in age’s clutches.
What has been lopped off wasn’t brush, it
Was another’s fierce panache
Like an achievement of a bygone art.
The age demanded, thus, redecoration
To stay perceptible as such.
The age was never really ours, it was its own, a truth
Which, wingèd, we ignored until in time
We picked up on the fact that we’d lost track of it.
Yet aren’t finished, begetters regardless.
Of ages, too, that don’t belong.
November 7, 2015 [On One of Two, II]
jeudi 22 octobre 2015
By That Time Summer and
i.
Wer in Pantoffeln
Durch die Wohnung schlurft
Dem ist kein Platz in der Geschichte sicher
Der hinterlässt keine Pantoffelspuren
Im Buch der Geschichte
Für die Ewigkeit.
Ei, man muss
Fein wählen zwischen
Pantoffelei und Nachwelt...
So dachte, wer sich die Stiefel schnürte, und
Nicht wusste, dass auch die Wanderer
In der Natur verschwinden.
ii.
Was hilft einem Crane der Nachruhm? Der
Vorruhm der Stipendiaten ist nützlicher.
Allein, was hilft Nutzen?
Unnütz Kerlchen
Von Land zu Land gelobt
Um hinterher verscharrt zu werden;
Nützes Kerlchen
Vom Land aufs Meer gejagt
Um danach aus nassem Grabe geborgen zu sein –
Ach, das alles ist ja auch Werk
Und das Werk Späterer
Also keines.
Die Tage des einen
Wie die Tage des anderen:
Allzu nutzlos dahingegangen
Wie hilflos die Bemühungen beider
Es möge zu dem Ruhm doch der
Ruhm noch hinzukommen.
iii.
Endlich quasi geschlechtslos
Am eroberten Herd die dunkle
Heimatküche wiederentdeckend:
Die Ruhe, welche da einkehret
Kennet einer sein Leben
Ist noch kein Tod.
Zwar ausgewandert
Jedoch nicht ausgelebt
Und ausgedacht, -gedichtet
In solcher Pantoffelzeit
Um den rührenden Nachtod
Vielleicht doch noch zu erleben.
Allerdings selber schuld
Wem die Geduld dafür abging
Und wer jetzt immer noch wartet.
22. Oktober 2015 [On One of Two, I]
jeudi 1 octobre 2015
Symbiose
Wird mir das Rauschen schnell zuviel.
Rauschen Bäume und rausche ich mit, ist alles gut.
Kann mich jemand zum Mitrauschen zwingen? Nein.
Kann jemand Bäume zum Nichtrauschen zwingen?
Nur die Kettensäge kann das, doch ich liebe sie nicht.
Ich bedaure, nicht immer mitrauschen zu können
Aber freue mich, dass Bäume nicht andauernd rauschen.
So eng liegen Bedauern und Freude zusammen
Wenn es um das Rauschen geht
Und man auf die Meinung der Betroffenen
Keinen argen Wert legt.
Dennoch hängen wir alle miteinander zusammen
Wie zum Beispiel besagte Bäume mit irgendwelchen Giftpilzen
Oder überhaupt der ganzen Umwelt, wie
Etwa Nachbarn, von denen einer ein rauschendes Fest feiert
Und die anderen nicht dazu eingeladen hat.
Es wäre besser gewesen, er hätte, denn dann stünde
Nicht mitten in der Nacht urplötzlich die Polente vor der Tür.
Weiß man, wer angerufen hat? Nicht alle Symbionten leiden
___________________________________________stumm.
Ja, wir Bäume sollten beim Rauschen an die Folgen denken
Und wir Folgen an die Bäume.
Dann wäre alles, alles gut.
28. September 2015
jeudi 24 septembre 2015
L’Invincible Armada
C’est peut-être parce qu’on en a moins besoin ;
Quand le besoin se fera sentir, ça marchera !
Ainsi se rassurait-il.
Mais si, justement, ce besoin ne se faisait plus sentir
Puisqu’il fonctionne beaucoup moins bien ?
Alors, ce ne serait pas grave non plus.
Ainsi se désespérait-il.
Peut-on continuer à vivre
Sans les images apportées par les tempêtes de la nuit ?
Des rêves d’aveugle suffiront-ils ?
La mer nocturne reste calme
Lorsque la fin approche.
On a bâti tout un monde sur le principe des grands vents.
L’Invincible Armada qui, les voiles gonflées, sait dominer la houle
S’anéantit dans les eaux étales :
Ce n’est point l’ouragan qui la fracasse en morceaux
C’est la conclusion qu’il n’y a pas d’Amérique
Là-bas, au-delà des hautes vagues.
23 Septembre 2015
mercredi 23 septembre 2015
Whatever Stirs
Once again stewing stuff, often stirring
Whereupon meaty scents rise and wriggle through the hood.
The incorporeal by hook or by crook goes to evaporate
While substance, in turn, tends to sink and cluster:
Even in the gravy there is gravity at work;
To battle against it, stubborn stirring.
– That’s why the sagging, I see. But are there
Any other signs for the coming nigh of doneness?
Certainly. Fattening.
Does that fattening prevent the sagging?
No, it emphasizes.
No other?
Yes, vanishing.
Does vanishing emphasize anything?
Wish it would.
In the meantime, let us serve brother dish.
“The doneness of a piece of man
Depends on how long he’s on fire.
You say you’re rare, you’re but a liar:
You’ve broiled a lifetime in the pan.
Quite sure, the outside doesn’t tell
But Cookie’s got a fork to stab.
You are not blue, you’re simply drab
This roasted on some stake of hell.”
September 17, 2015
mercredi 16 septembre 2015
Fragment (Barbaren)
Um das Reich vor den Barbaren zu beschützen.
So groß war die Bedrohung geworden, und so
Mutlos sie selbst, wie sie im Schnee sich die Hände rieben
Dass sie schon besprachen
Ob die Barbaren das Reich würden regieren können
Dabei waren diese in der Hauptstadt
Schon längst an der Regierung.
Wer sie an die Grenze geschickt hatte
War eine Regierung von Barbaren gewesen
Die barbarischen Hosen verborgen unter Senatorentogen
Nicht erkennbar als Barbaren namentlich denen
Die an der fernen Grenze standen, Ausschau zu halten.
Hatten sie einzeln um Einlass gebeten
Und hatte den Einzelnen man etwa Einlass gewährt
Weil keine drohende Heerschar herangeritten war
Sondern jeder für sich so freundlich angefragt hatte?
Weit gefehlt. Die Barbaren waren
Der edelsten Römer
Eigene fremde Kinder
Die nicht mehr das Reich, sondern nur noch sich selbst
___________________________________beschützten.
18. März 2013
jeudi 13 août 2015
Hinterhalt
Was nur eben bei sich selbst ist?
Wen blendet denn schon die aschgraue Verheißung
Des Steins, bevor draus Feuer geschlagen wird?
Vielleicht verborgen der Grund, doch nicht die Weise.
Vielleicht verborgen das nicht billig zu Habende.
Deswegen etwa auch der Hinterhalt.
Ein ganzes Leben steckt dahinter.
Allein hermetisch das Warum.
Wer es nicht lebt, ja, der sieht es vielleicht nicht:
Das zumindest sollte augenfällig sein.
Aber was ist schon Licht?
Schon so spät jetzt. Das Eigne
Hängt auch an dir wie schwere Ketten
Nur eben Eisen im Goldglanz versinkender Sonne
Nicht ordinäre goldne Ketten.
August 12, 2015
dimanche 2 août 2015
Ernte
Das nichts ankündigt
Die klaren, kalten Tage
Ohne Botschaft oder Auftrag
Die Dämmerung mit ihren Buckelgestalten
Fäuste ballend, aber stumm
Die erscheinenden Gedanken
Aus dem einsamen Meer aufgestiegen
Jenes Leben aus Erschütterung und Ängsten
Nutzlos jähem Bemerken:
Nicht kann die Ernte doch eingefahren werden
Nein, nicht vor Nacht und Schlaf.
July 29 & EN 31, 2015
samedi 1 août 2015
Ein Dichter meines Alters
Etwas erreicht zu haben. Eventuell zuviel.
Dahin, die holde freie Jugend, weh
Ach weh, die Zwangsjacke des Erreichthabens!
Ich bin auch meines Alters
Und habe nichts erreicht, gar nichts.
Dahin, die hoffende Jugend, weh
Ach weh, die bewahrte holde Freiheit!
Wir spielen beide bei den Alten Herren
Nur nicht in derselben Liga.
Soll ich nun Gefühle entwickeln für dich
Der du einer Vorgeschichte nachtrauerst?
Wirst eben Eintrittsgeld bezahlt haben müssen.
Ich weiß es jedoch nicht, blieb unerfahren;
Der so viel banalere Misserfolg lässt
Keinen Platz für Schadenfreude.
29 Juillet 2015
mercredi 29 juillet 2015
Herkunft
Zwei oder drei Generationen genügen.
Die Vorfahren waren eingewurzelt
Und zogen doch immer wieder um
Gehörten verschiedenen Völkern an
Darunter auch speziell umziehendem
Und wirken doch überall schon verwurzelt
(Oder wenigstens nicht entwurzelt)
Falls einmal die Sprache auf sie kommt.
Liegt das an der Sprache, an den
Vorfahren oder war es damals einfach so?
Zu lange her, man kann es nicht mehr entscheiden.
Ich bin jedenfalls auch umgezogen
Und Einwurzelung ist gerade nicht, jawohl
Das glatte Gegenteil scheint an der Tagesordnung
Und darum weiß ich kaum, wie sie gedacht haben
Was sie allweil so umtrieb, geneigte Vorfahren
Inwiefern in ihrer grauen Vorzeit
Sie sich also auch voneinander unterschieden
Und nicht nur etwas andre Rituale pflegten
Und sich etwas anders ernsthaft gaben.
Wie ein Frankenstein aus ihnen zusammengefügt
Lebe ich so, als sei alles neu: neu, ungedacht
Und unterschiedlich, aber alles in allem
– Das heißt im Anderswo irgendwo –
Muss ich ihnen dann wohl ähneln, meinen Vorfahren.
Ist das gleichgültig?
Man gewöhnt sich an das Neue
Doch an das Alte kann man sich nicht mehr gewöhnen
Denn es ist schon wie vergangen.
C’est vite arrivé qu’on prenne racine –
Deux ou trois générations suffisent.
Les ancêtres avaient pris racine.
Pourtant, ils ne cessaient de bouger
Appartenant à des peuplades diverses
Dont une qui est spécialement déménageuse
Tout en donnant l’impression d’être enracinés
(Ou du moins pas trop déracinés)
Quand il se trouve qu’on parle d’eux.
Serait-ce à cause du parler, à cause d’eux
Ou était-ce tout simplement comme ça autrefois ?
Cela fait bien trop longtemps, on ne saurait plus le dire.
Moi aussi, j’ai bougé, pour l’instant
Sans qu’il y ait eu enracinement, hélas
C’est le contraire qui est à l’ordre du jour ;
Et voilà pourquoi je ne sais guère leurs pensées
Et ce qui a dû les remuer, ces chers ancêtres
Et en quoi, en leur immémoriale grisaille
Eux aussi se distinguaient nettement l’un de l’autre
Au-delà de s’adonner à des rituels différents
Et d’être sérieux chacun à sa manière.
Tel un Frankenstein composé d’eux tous
Je vis comme si tout était neuf : neuf, impensé
Et dissemblable, mais, tout compte fait
– Bien quelque part dans mon ailleurs –
Je dois alors leur ressembler à mes ancêtres.
Serait-ce sans importance ?
Si l’on finit toujours par s’habituer au neuf
Impossible de s’habituer à l’ancien
Car celui-là, il est déjà comme parti.
lundi 27 juillet 2015
Von den Fundstücken
27. Juli 2015
dimanche 26 juillet 2015
On a Close Shave
So, was that soul’s patch naught but fly
A stylish trick and alibi
The mental piece (you’ll catch my drift)
Being a barren bluff again
And no more hotbed breeding thrift
Nor nest for knickknack, chin-aware?
Like any other, barbered skin
Must shine its truth, in mirror style
As if lost outgrowth by some wile
Would clear one’s mind, and yet lay bare
The yarn spun by the raffish chin.
So, any different? Anywhere?
– Nah. Just another fashion shift.
July 25, 2015
mardi 14 juillet 2015
Sündenfall
i. Worauf es ankommt
Die Früchte der Erde genossen –
Nicht als Obst, sondern durch die Brennblase gegangen;
Das Destillat zuvor bezahlt mit Geld;
Dieses Geld durch Nichtstun erworben (schändlich!);
Destillat aber die Grundlage für ein neues Gedicht.
Lebenswasser = Menschenwerk
Dichtereien = Menschenwerk
Jedoch unter anderen Bedingungen.
Mit den Früchten der Erde weiß jeder etwas anzufangen;
Mit dem daraus Gebrannten eigentlich auch;
Aber mit dem aus Brand sublimierten Wortgebäude?
Es gibt Menschenwerk und Menschenwerk
Insofern es hierzulande an Erwartungen mangelt.
ii. Wo wird es sein?
Wartet einer darauf?
Nein, niemand.
Arbeitet einer daran?
Ja, jemand.
Wo wird es sein, dieses Werk?
In der Erwartung: nirgendwo
Aber irgendwo.
Das Werk kommt seinem Schöpfer gleich
Und der Schöpfer seinem Werk –
Das ist hiermit bewiesen.
Und rechtfertigt selbst das verborgene.
iii. Die Lehre
Was freilich sollen Rechtfertigungen
Wo doch der reine Alkohol genügt?
Der Mensch soll sein Werk nicht zu weit treiben
Wenn er möchte, dass es für sich selbst spricht.
Das Werk, das nicht mehr für sich selbst spricht
– Ob erwartet oder nicht –
Ist nur noch den Menschen wert
Der es fabriziert hat.
Eine Lehre, egal
Ob für den Menschen
Oder sein Werk.
8. Juli 2015
mardi 30 juin 2015
Großes Rätsel
Alles vergittert. Alles.
Wie ist er nur hineingekommen?
Es muss ihm doch jemand geöffnet haben.
Jene vergitterte Tür.
Jetzt sitzt er da wie das Segelschiff in seiner Pulle.
Man fragt sich zwar, wie er es geschafft hat
Aber er passt hinein. So perfekt
Als sei er dort geboren, hineingeboren wie die Williamsbirne.
Glas oder Gitterstäbe –
Was das Lebendige dahinter hält
Ist einzig und allein, dass es nicht hindurchkommt.
Diese Binsenweisheit löst aber keineswegs das Problem
Dass es durch sie auch nicht hineinkommt
Und zuweilen dennoch dahinter ist.
Es ist ein arg gewitzter Helfer
Der das zustande bringt.
Von selbst schafft man es nicht.
Von selbst schafft man nur das Unglücklichsein.
28 Juin 2015
lundi 29 juin 2015
Verwilderte Gärten
Oder romantisch zugewachsene Grabstätten
Haben in Deutschland nur in Gedichten ihren Platz;
In der Wirklichkeit
Kommt ein Brief von der Stadt- oder Friedhofsverwaltung
Und es muss gerichtet werden.
Dass wegen eines krumm eingesunkenen alten Steines
Mit der Zwangsauflösung des Grabs aufgrund von Ungepflegtheit
_____________________________________ gedroht wird
– der Fachausdruck ist „Abräumen“ –
Allein diese Tatsache
Lässt des Landes historische Flächenbombardierung
In durchaus milderem Lichte erscheinen.
Was man will, das bekommt man auch.
28. Juni 2015
dimanche 28 juin 2015
Tugenden
i. Was erhält und was zerstört
Lieblos waltende Gestalten
Wollen ihm sein Glück erhalten
Wesen, die das Herz betören
Wollen dieses Glück zerstören.
Warum ist das so, warum
Ist es denn nicht andersrum?
Vielleicht fehlt an seinem Glück
Einfach noch ein kleines Stück.
ii. Was hilft
Gut ist es zu gehen.
Hat einer genug, kann er sich davonmachen.
Nichts mehr sagen, sich wortlos abseilen.
Jedoch würdigen Ganges, nicht etwa
Zetermordio schreiend flüchten.
Gut ist auch zu stehen.
Allem Druck zu widerstehen. Wortlos. Beharrend.
Hier stehe ich, ihr Armleuchter, ich wenigstens
Kann nicht anders; und wer eben auch nicht
Anders mag können, der stehe mir bei.
Das Beste aber ist zu flehen.
Gelobt seien stürzende Tränen, seien ringende Hände;
Denn es sind die vom Leid geplagten Wortreichen
Sowie die zungenfertig ihr Leid Klagenden
Denen die Glorie winkt.
Gehen ist gut, stehen ist gut
Wer aber gar zu flehen versteht
Der hat in dieser Welt von Unbarmherzigkeit
Den Weg zur Glorie beschritten.
Ja, so edel geht es dann doch auch wieder in ihr zu.
iii. Ce qu’il en est
Les vertus de l’enfance
Ne sont pas les vertus de l’âge adulte
Ne sont pas les vertus du grand âge
Mais ce n’est pas ton âge que tu as
Mais celui de tes vertus.
25 Juin 2015
jeudi 25 juin 2015
Délestage
Je me suis amusé à remonter cette pente
Qui veut que je m’alourdis
Tout en glissant vers l’état final, squelettique.
Entre le mouvement réversible
Et l’irréversible
Je me suis donc un peu amusé. Oui, un peu, sans
Grand espoir, en lâchant quelque lest.
Allégé glisserai-je moins vite
Et sera-t-il moins choquant, le contraste
Entre le futur moribond trop en chair
Et son cadavre rongé ?
On n’en est pas à un paradoxe près
Et je me suis donc amusé avec moi-même
M’acharnant péniblement contre ce qui m’attend.
Mais, rassurez-vous, le résultat des efforts était minime.
24 Juin 2015
mercredi 24 juin 2015
Schatten
Als ob es ein Schatten wäre
Wer einen vom Licht in die Dunkelheit zieht
Und vom Leichten ins Schwere.
Mein Schatten zeigt mir keinen Weg
Er fängt nur an bei mir
Denn steht mir eine Wand im Weg
Strebt er hoch an ihr.
Und gibt er so die Richtung an
Verhöhnt er mich zugleich.
Hinweg, du hämischer Schattenmann
In das Schattenreich!
23. Juni 2015
samedi 6 juin 2015
Parfois, je me demande
1. Nuit de fièvre
C’est une créature qui a le feu au derrière.
Je l’ai touchée et je peux te l’assurer :
Elle a le cul en feu.
C’est qu’elle a dû prendre un sacré coup de froid.
Si je continue à l’avoir aussi près de moi, cette
Créature tellement chaude
Je finirai comme elle.
Alors nous serons deux à avoir le feu au derrière
Et plus vraiment envie de nous amuser.
Parfois, je ne comprends rien à nos façons de parler.
2. L’intelligence d’en rire
Il y a des gens aux rires importants.
Ils ont peut-être de très grandes bouches
Et quand ils rient, bruyamment, cela va de soi.
Ce peuvent être des personnes fort intelligentes
Qui ne rient que de circonstances
Risibles aux yeux des personnes fort intelligentes
Mais leurs éclats habillent comme un uniforme :
En s’esclaffant, ils se mettent à ressembler aux autres
Y compris les imbéciles que font se gondoler les pires bêtises.
Oui, la vie même se rapproche de la bêtise
Une fois devenue cause de risée ;
Le rire, à l’instar de la mort, efface donc les distinctions.
Alors, comment faire si l’on trouve une chose cocasse
Et qu’on a peut-être une très grande bouche
Tout en étant terriblement intelligent ?
Parfois, le rire trompe son monde, et je suis gentil, là.
3. Un cas d’empathie instinctive
J’ai recommencé à me taper un classique moderne
Et au chapitre 3 déjà, j’étais repris par mon ancienne fatigue ;
J’en avais, me semblait-il, assez lu.
C’est comme ça, moi et la grande littérature :
Ne la prenant pas pour un pensum
Quand je sature, je referme et repose.
Peu d’ouvrages ont tenu jusqu’à la dernière page
Et pourtant, je les chéris, tous ;
Je ne méprise point l’œuvre que je rechigne à finir
Car j’admire l’effort de l’avoir écrite
Certes autant que mon envie, vaine, réitérée
D’en venir à bout avant qu’elle ne me tombe des mains.
C’est que le temps ici-bas est compté
Et l’auteur et moi – voilà le véritable miracle –
Ayant fait quelque peu connaissance, on se comprend sans mots.
Seulement, parfois, je me demande à quoi ça sert.
24 Mai / 5 Juin 2015
samedi 9 mai 2015
Left Out in Rain
Tout naturellement, les uns hissent leurs boucliers et les déploient de conserve, tandis que d’autres pressent juste le pas ou se mettent carrément à courir. Puis certains parmi ces désarmés sortent l’arme secrète : leur propension à réparer en payant, faisant le bonheur du premier qui propose des expédients. D’autres encore, de la race du gibier, cherchent refuge et tant pis s’il s’y presse déjà foule, alors que d’encore plus petites natures y renoncent et reprennent leur fuite en avant victimale. Remarquons néanmoins que personne ne se bat et que nos cigales ne tentent pas non plus de s’approprier par la force les trésors des détestables fourmis enriflardées ; et pourtant ce serait souvent chose aisée. Il est toutefois bien rare de voir un gaillard se protéger sous l’ombrelle fleurie forcément arrachée à une frêle demoiselle. Ce n’est pas encore le moment des soldes, et le vernis civilisationnel nous préserve donc tous de l’opprobre au même titre que le dais portable les plus chanceux d’entre nous des caprices du ciel.
Loin de moi l’idée d’y trouver une consolation. On aurait à la limite pu prévoir la pluie ; mais jamais qui réagirait de quelle manière. On bute là contre une énigme qui désespère. Comment savoir pour de bon ? Nous faudra-t-il un autre totalitarisme ? Quels piteux impératifs que ceux de la prescience.
Si j’ai échappé jusqu’à présent aux véritables catastrophes, je me rends compte du principe : le moindre contretemps découvre. C’est un exploit d’avoir réponse à tout, même si ce « tout » est un peu prévisible ; en attendant, mes sympathies vont à ceux qui, supportant leur insouciance avec grâce, en récoltent les fruits nécessaires. Faute de bouleversements historiques c’est l’averse d’un instant qui me persuade, et loin des calvaires c’est le petit désagrément d’une après-midi parisienne qui arrive à me faire reconnaître en celui qui, vite trempé jusqu’aux os, court en silence – soit plus ou moins à mes côtés, soit dans une direction qui me surprendra toujours.
dimanche 26 avril 2015
Trois épigrammes
i.
Un ancien cimetière.
Depuis longtemps on n’y enterre plus
Mais on n’a pas non plus déterré.
Portail rouillé, verrouillé, mais mur ci et là écroulé
La terre garde son butin
Alors que les preuves s’en vont.
Ce à quoi je pense encore
Mais que je n’aime plus
A disparu de la terre
Dans la terre
Tout est leurre
Comme ce caillou que j’y place en souvenir.
La paix est-elle donc revenue ?
La mauvaise herbe pousse-t-elle désormais à bon droit
Lorsque je me remémore le passé ?
Mon caillou si léger
Est d’origine volcanique
Pesant encore sur la tombe
Qui s’enfonce.
Où serai-je, moi
Quand elle aura disparu tout à fait ?
ii.
Ah, les jolis fruits peints
Frais et appétissants
Seulement sans chair, faits pour l’œil
Sur le fond de la vieille coupe
Dont on a mangé les fruits –
De ceux-là, ils ne sont point trace, ni souvenir ;
Ils y étaient avant
Ils y seront après
Et ne disparaîtront qu’avec la coupe même.
Y ont-ils été mis pour servir d’appât
Tel le canard de bois ancré dans la mare
Ou sont-ils des matrices ?
Je n’en sais rien, mais je constate
Qu’une fois les fruits consommés
Leur image, inaltérable, se révèle.
Oui, je sais où se trouve la mémoire
Sans savoir où se loge l’oubli
Qui pourtant n’est pas rien et a, lui aussi, sa vie
Dans le creux d’un vieux crâne
Contenant des icônes
À jamais fraîches et séduisantes.
iii.
En fouillant dans un tiroir, je tombe
Sur un tas de lettres dans un étui en cellophane.
Je ne les rouvre pas, je me souviens et cela me suffit ;
Une fois de plus, je suis allé à ta rencontre.
Nouveauté, dépends-tu du nombre de fois
Fraîcheur, des attentes ?
Le travail de mémoire
S’accomplit hors de moi
Mais pas loin de mes yeux.
Quand elle m’apporte un album, je feuillette
Distrait, ailleurs
Ce n’est pas le moment ; et pourtant.
Quand elle me montre la maison qui a changé de maître
Sans y croire, je la suis, de pièce en pièce
Et si je ne reconnais plus rien, je m’y promène.
Ressentir un plaisir au même instant
L’un et l’autre, en se touchant –
Voilà ce qu’elle propose, la mémoire :
Hors de l’un, hors de l’autre
Mais pas loin de nos yeux
Qui, bien que préoccupés par autre chose, participent.
26 Avril 2015
samedi 18 avril 2015
Von der Nützlichkeit des Beschreibens
1. Schnürsenkelbinden
Spätestens seit der Einschulung
Aber vermutlich schon viel früher
Wusste ich, wie man Schnürsenkel bindet.
Jedenfalls seit mehr als einem halben Jahrhundert kann ich das
Aber nach wie vor bin ich nicht in der Lage
Mir kalt vorzustellen, was ich da genau mache
Geschweige denn fähig, diesen Vorgang zu beschreiben, kann
Ja noch nicht einmal mit Sicherheit sagen
Ob ich damit ein Schleiflein oder Schläuflein fabriziere.
Ich kann etwas, doch weiß anscheinend nicht, wie es vonstatten
_____________________________________________ geht
Weil ich es eben wie im Schlaf kann.
Ich weiß nicht
Ob mein Leben mein Schicksal ist
Oder was Leben oder Schicksal überhaupt sein könnte
Aber ich kann es offenbar
Ohne zu wissen, wie es geht
Seit über einem halben Jahrhundert
Und es wäre sehr dumm, mir vorzuwerfen
Dass ich es tatsächlich nicht beschreiben kann.
– Besonders viel ist es nicht, was du gelernt hast, wirst du sagen
Wenn du es noch nicht einmal auszuführen vermagst.
Und dein Leben sieht dann eben danach aus.
Ja, ich kann das wenige halt auch nur im Schlaf, und
Wenig Erlerntes war so nützlich wie das Schnürsenkelbinden –
Damit könntest du recht haben.
Und es hat schon auch recht, das arme Schicksal
Dass es so unnütz vor sich geht, und so unter
Verzicht auf meine Mitwisserschaft.
2. Aus dem Nähkästchen geplaudert
Ist nicht viel herumgekommen
Nur einmal kurz, und dann versehentlich.
Es gibt also nicht viel zu erzählen oder beschreiben.
Von oben kam dann der scheinbar liebende Magnet
Und zog die verschütteten Stecknadeln allesamt an.
Kleben nun an ihm und eine jede zeigt woanders hin
Köpfchen auch jeweils in die ihm passende Richtung;
Doch in der Welt kommt man so nicht herum.
Immerhin sind sie zahlreich, auf kleinstem Raum
Sieht es auch nicht so aus, quasi geordnet –
Wie es sich gehört für die Opfer eines
Der tatsächlich nicht liebt, sondern nur
Kalt anzieht nach seiner Magnetennatur
Und unter solchen Bedingungen festhält
Dass man einfach nicht mehr herumkommt.
Schwerkraft, schwarzes Loch, Geldprobleme
Und zufrieden wie eben ein Stecknädelchen
Das an so vielen anderen Stecknädelchen hängt.
Au plus tard au moment de la scolarisation
Mais probablement bien avant
J’ai su comment faire des lacets.
Je le sais, donc, depuis plus d’un demi-siècle
Mais ne suis toujours pas en mesure
De m’imaginer à froid comment je m’y prends au juste
Sans parler de mon incapacité à le décrire, oui
Je ne peux même pas dire avec certitude
Si je fabrique alors des boucles ou plutôt un nœud.
Je sais faire et pourtant j’ignore comme cela se passe
– Rien que parce que je sais le faire sur le bout des doigts.
J’ignore
Si ma vie est mon destin
Et ce que vie ou destin pourraient bien être ;
Or, je sais faire, semblerait-il
Depuis plus d’un demi-siècle
Sans savoir comme cela se passe
Et il serait parfaitement stupide de me reprocher
Qu’en effet, je suis infichu d’en livrer la description.
– Tu n’as donc pas appris grand-chose, me diras-tu
Si tu n’es même pas fichu de le détailler.
Et ta vie se présente en conséquence.
Oui, ce peu, je ne le sais que sur le bout des doigts, et peu
De ce que j’ai appris était aussi utile que savoir faire des lacets –
En cela, tu pourrais bien avoir raison.
Et le pauvre destin, lui, a finalement aussi raison
De se passer de manière si inutile, et en
Se passant de ma complicité.
2. Tombée de la boîte de couture
N’a pas bourlingué beaucoup
Rien qu’une fois, et par mégarde.
A donc fort peu à raconter ou à décrire.
Puis est venu d’en haut l’aimant dit aimant
Pour les attirer, toutes ces épingles répandues.
Depuis, elles y collent, chacune montrant ailleurs
Leurs petites têtes aussi dans la direction préférée ;
Mais ce n’est pas comme ça qu’on roule sa bosse.
Pour le moins, c’est un grand nombre, ramassé sur un espace
Minuscule et, malgré l’apparence, quasiment ordonné –
Comme il convient pour les victimes de quelqu’un
Qui en réalité n’aime pas mais ne fait qu’attirer
Froidement obéissant à sa nature d’aimant
Retenant sous des conditions telles
Qu’on n’arrive plus à bouger.
Gravité, trou noir, problèmes de thune
Et content comme peut-être une petite épingle
Collée à tant d’autres petites épingles.
mardi 14 avril 2015
Mitgeschlepptes Wissen
Wandere mit diesem lieben kleinen Hund, den man mir
Ausgeliehen hat, durch diesen lieben kleinen Wald
Den man mir auch ausgeliehen hat, und wo
Neuer Frühling auszuschlagen beginnt
Und über all dem Beginnenden ein
Pechschwarzer Muezzin weit oben vom
Forchenminarett zum hellen Amsel-‘Asr anhält:
Schau an, welch alte Ergriffenheit in solchem Wäldchen
In dem seit über dreißig Jahren ich nicht mehr gewandert bin.
Zwar lange her, und doch gelingt es mir nicht
Mit neuen, fremden Augen zu sehen, mit den Augen
Beispielsweise des von Natur verblüfften Eingewanderten
Der ich geworden sein sollte; Wissen ist freilich zu verwurzelt
Und dieses Wäldchen muss immer bei mir gewesen sein, scheint es
Gleich der Muttersprache unnehmbar, herumgeschlepptes Wissen
Und ob nun Rückkehr oder nicht, alt oder neu: Allzu viel und
Doch zu wenig ist in der Zwischenzeit geschehen, und so
Will ich nur schnellstmöglich wieder weg, Himmel, ja
Bloß weg von hier – wie vor über dreißig Jahren.
Me promène avec ce cher petit chien qu’on m’a prêté
À travers cette chère petite forêt, également prêtée
Où un nouveau printemps se met à bourgeonner
Et parmi toutes ces prémices, du haut
D’un minaret conifère, un muezzin de jais
En appelle, enjoué, à la prière du merle : Dis
Donc, quelle vieille émotion dans un tel bosquet
Que depuis plus de trente ans je n’ai plus parcouru.
Bien longtemps, et pourtant je n’arrive pas
À voir avec des yeux neufs, ceux par exemple
De l’immigré, époustouflé par nature, que j’aurais
Dû devenir ; le savoir est bien trop enraciné, et cette
Petite forêt a dû rester avec moi depuis toujours, paraît-il
À l’instar de la langue maternelle imprenable, un savoir trimballé
Et qu’il s’agisse d’un retour ou pas, du vieux ou du neuf : trop
Et en même temps pas assez s’est passé entre-temps, et c’est
Pourquoi je n’ai que l’envie de me barrer, ciel, hors d’ici
Vite – exactement comme il y a plus de trente ans.
13 Avril 2015
mercredi 25 mars 2015
Ritournelle
Dans des temps gris
Pour réapprendre ce qu’est voir.
Au paradis
Qu’on s’est depuis peinturluré
Avec entrain
L’œil débordé, bête affolée
Ne voit plus rien
Et moi, public d’un numéro
De trapéziste
J’acclame le danger, pas l’art
Haut sur la piste.
Or, arrivant à oublier
Cime et abîme
On va toujours me reprocher
Mon peu d’estime.
Peut-être faut-il retourner
Au paradis
Pour réapprendre ce qu’est voir
Dans des temps gris.
24 Mars 2015
samedi 14 mars 2015
Uralte Sommernächte
Das bisschen Gratisgabe Natur
Wenn sie könnten, würden sie den auch noch kommerzialisieren
Noch können sie nicht, aber wartet nur.“
So sprachen wir, und laue Lüfte strichen
Um uns, die wir so heftig aufbegehrten.
Der Mond stieg flimmernd auf, die Lasten wichen
Während sich ringsum dunkle Schatten mehrten.
Es scheint, der Fortschritt geht in diese Richtung.
Wir hatten damals nur dafür kein Ohr:
Das Sommernachtgespräch, der Wert von Dichtung –
Es kam uns alles unbezahlbar vor.
So sprachen wir, doch ohne zu erkennen
Wie recht wir damit hatten, ja
Wir redeten ins Leere noch beim Benennen
Der Fakten, denn diese Fakten – sie waren schon da.
Doch wir, in Gärten sitzend wie gewöhnlich
Wussten noch nicht, dass auch die Sommernacht
Einer bezahlen muss, bezahlt werden muss nämlich
Noch, dass man in ihr Weltenpläne macht.
13. März 2015
vendredi 13 mars 2015
Vom Kriege
Komme ich an den vor sich hin welkenden Blumensträußen vorbei
Und an den vielen ausgegangenen Lichtlein
Und stelle vielleicht noch eines dazu
Und versuche, es anzuzünden
Blicke hinüber zu den beiden Soldätchen
Die sich hinter der Sperre brav die Beine vertreten
Und sage mir:
Der Frieden ist dem Krieg
Weiß der Himmel vorzuziehen
Doch allzu langer Frieden verkrustet, ja er
Verkrüppelt auch – auf seine Weise – und
Sieht man genauer hin, erkennt man die Verwüstungen.
Ich wünschte mir einen neuen Frieden, einen ganz jungen
Mit den belebenden Zügen eines unmittelbaren Nachkriegs
Eines Friedens derer, die noch einmal davongekommen sind –
Doch der ist auf die Dauer nicht zu haben.
So ähnelt lange währender Frieden
Trotz allem immer mehr einem Krieg, es ist
Immer mehr Krieg in diesem Frieden, immer mehr Tod
– Und nicht einmal besonders verborgen;
Solcher Frieden wird allmählich zum Friedhofsfrieden
Ist am Ende kaum mehr etwas wert
Und verdient seinen Namen nicht mehr.
Wenn es so weitergeht, sage ich mir, wird demnächst
Auch hier wieder richtiger Krieg ausbrechen
Wir sind jedenfalls auf dem besten Weg
Von diesem Frieden in jenen Krieg
Und die Blumensträuße, Lichtlein und gelangweilten Soldätchen
Können es leider nicht aufhalten
Denn es ist ja die Luft selbst
Die Krieg wieder einmal als Lösung erscheinen lässt.
Und dann schaue ich nochmals hinüber zu den beiden
Die sich hinter der Sperre brav die Beine vertreten
Und wie zur Antwort müde die Köpfe sinken lassen.
11 Mars 2015
lundi 9 mars 2015
Point de retour
Venues du fond des âges, de notre plus belle époque
Je suis incapable d’en retrouver l’esprit.
Je le ressens et j’en suis émerveillé, je le retrouve
Et pourtant, je ne le retrouve pas.
Mais il y a plus que cela que je retrouve sans le retrouver.
Il y a l’ami infidèle
Auquel je ne puis m’adresser que de la manière suivante :
Quelle chance qu’on ne se fréquente plus –
Tu n’es plus beau.
Comme ça, il te reste ta jeunesse
Lorsque par hasard tu me viens à l’esprit.
Quelle chance que tu n’aies pas voulu rester mon ami –
Amis, on se verrait, et à force d’être ensemble
Il m’aurait peut-être échappé comme tu as vieilli
Mais puisqu’on ne se rencontre presque plus jamais
Les rares fois que je tombe sur toi, cette vérité me frappe :
Tu t’es fané, rabougri, recroquevillé comme un
Pruneau dans cette peau autrefois éclatante
Qui, enfin, correspond à ta sécheresse de toujours
Et je suis heureux que tu repartes bien vite
Pour redevenir le beau jeune homme auquel je pardonne tout.
Avec encore un peu plus de chance, on ne se reverra plus jamais
Et ta chair finira par tomber toute seule.
T’as bien fait d’être un ami infidèle.
Voilà ce qui se passe
Lorsque, venant du fond des âges
On retrouve même la jeunesse
Quand on s’y retrouve en face
Et qu’on ne la retrouve plus.
6 Mars 2015
mercredi 4 mars 2015
De bons vieux amis, suite
Et d’être en fin de compte comme chez des gens.
Peut-être toujours un peu moins de formalité
Mais désormais des propos comme chez les gens.
Du quant-à-soi, comme chez les gens.
De la tenue, comme chez les gens.
Décidément de la pose.
Ça doit être l’âge, me dis-je, la normalisation de l’âge.
L’âge n’est pas un naufrage –
Vieillir c’est la normalité –
Le naufrage c’est le normal.
Mais j’ignore si on l’a oublié entre-temps
Ou si on a fini par l’accepter.
N’osant plus poser ce genre de question
J’ignore donc si je me trouve brusquement
Face à la sagesse.
17 Février 2015
mardi 3 mars 2015
Area lata
Wo führt er denn schon hin?
Ins eigne Nest, wo ich mit mir
Wieder nicht einig bin.
Was sollte schon der Fluchtweg sein?
Hinweg in fremde Welten?
Der geht dahin, wo doch auch nur
Dieselben Regeln gelten.
Die Regeln sind mir längst bekannt:
Diktat der Einigkeit.
Im engen Nest, der weiten Welt
Wartet derselbe Streit.
Weich ich dem Streiten zwar nicht aus
Will nur nicht einig werden
Sind alle Weg und Steg versperrt
Im Himmel und auf Erden.
3. März 2015
mercredi 25 février 2015
Et patet in curas
Ich schon so oft gegangen
Dass jeden Stein ich weiß, und sah
Nun kaum durch Abendnebel.
Da wurde mir auf einmal klar:
Ich war im Nichts gefangen
Und jenen Nebeln unleugbar
Schon näher als dem Leben.
Ich sah auch, dass belanglos war
Wie oft hier noch gegangen
Doch hörte meinen Schritt und mich
Erfasste Todesbangen.
25. Februar 2015
mercredi 18 février 2015
Household Eucharist
Not the bread. The finger.
I wasn’t exactly drunk but I had
Had some wine and then
Finger may come before bread.
“This is my blood”, as the saying goes
When choosing body over bread.
Another holy communion thus, injury-prone.
Do I know if one has to be befuddled
To try and make it through identifications?
Or am I able to draw a line between
Martyrdom and factual accident? Surely not.
I have simply experienced
One fallout of transubstantiation.
Häusliche Eucharistie
Das Messer ging in meinen Finger
Nicht ins Brot. In den Finger.
War zwar nicht direkt betrunken, doch
Etwas Wein hatte ich schon intus und dann
Mag der Finger vor dem Brot kommen.
„Dies ist mein Blut“, wie es heißt
Wenn der Leib dem Brot vorgezogen wird.
Also auch so ein Abendmahl, unfallträchtig.
Weiß ich, ob man berauscht sein muss
Um aufwärts zu streben durch Identifizierungen?
Oder bin ich etwa fähig, zwischen Märtyrertum
Und reinem Pech zu unterscheiden? Sicherlich nicht.
Ich habe jetzt nur die Konsequenzen
Von Transsubstantiation zu spüren bekommen.
16. Februar 2015, dt. Übers. 18. Februar
mardi 17 février 2015
Critique de film
J’ai d’abord pensé que c’était pour draguer le public
Mais après réflexion, je me demande.
Pourquoi ces retours faciles
Lorsqu’il s’agit de donner un sens précis
À une chose qui a le don de les émoustiller tous ?
Galvaudée, la nudité n’est plus normale, et pourtant.
Rien de plus naturel – le cinéaste n’est pas le seul à le dire –
Que la facilité. La facilité c’est la nature.
Ne pèle-t-on pas tel légume, de nature peu vêtu
Avant de le passer à la casserole, avant
Qu’il ne soit cuit pour de bon ?
Peu à l’aise avec les acquis
L’homme, lui, a toujours besoin de nouveau –
De ces justifications répétées à l’infini.
Couchés ensemble, ce qui déjà n’est pas mal
L’un a tiré sur la couverture
Et l’autre, du coup, s’est retrouvé de nouveau à poil.
Voilà, par exemple, une scène de cinéma.
Facile parce que tout n’est que couverture dans
Le rapport de force naturel.
Avant, on quittait les beautés
Avant, laissant le spectateur inconscient
Du combat à jamais indécis entre corps et couvertures.
Il y avait certes bien plus d’élégance dans les toiles ;
Néanmoins, à quoi bon camoufler
Avenir et attirance du vide ?
11 Février 2015
mercredi 4 février 2015
Fait divers
De formation marxiste, j’aurais été enclin à penser que celui qui met la main sur les affaires d’un possédant appartient à une fraction de la population qui s’en fout du plastoc assumé et aspire plutôt au luxe. Or, mes enjoliveurs à moi n’étaient que d’un modèle des plus courants et pas clinquants pour un sou. Il semblerait donc que les classes dangereuses aient entre-temps contracté le sens du joli humble, autrement dit du humblement joli. Dès qu’il s’agit de bagnole, même celles-ci tiennent à enjoliver pour pas cher. Si ce n’est pas désespérant ! C’est sûr, avec un lumpen ainsi dénaturé, le grand soir n’est pas pour demain la veille.
3. Februar 2015
jeudi 22 janvier 2015
Von einem Höheren
Und auch nie aus der Mode gekommen
Die Welt funktioniert nur so.
Doch jetzt hört man
Immer mehr Zeitgenossen
Müssten wieder an etwas glauben
Und zwar einen Höheren, der einem etwas abverlangt
Denn ein Höherer, der Forderungen stellt, sei durchaus höher
Als einer, der alles mit sich machen lässt.
Bedürfnis also nach keinem
Der gegebenenfalls die andere Backe hinhält, aber einem
Der auch vom Bedürftigen nicht verlangt, die andere hinzuhalten.
Wäre das überhaupt eine Leistung, solchem Beispiel zu folgen?
Vermutlich. Nur kommt das eh nicht vor. Ich
Habe jedenfalls noch keinen getroffen
Der wieder an etwas geglaubt und daraufhin
Einfach Backen hingehalten hätte.
Ich habe bei denjenigen, die wieder glauben
Höchstens eine Haltung vorgefunden
Die an zivilisationsmüde Arschbacken erinnert
Die sich, urlaubsbeschwingt, den Exoten offerieren.
10 Janvier 2015 [commencé avant le 7]
dimanche 18 janvier 2015
Besessenheiten
Ja, meint der Überzeugte, so
Wie es in meinem Herzen aussieht
Soll es auch um mich herum aussehen
Soll es im Staat aussehen, soll es
In der Welt aussehen.
Und – warum nicht? – im gesamten Universum.
Ein törichter Wunsch
Angesichts des Durcheinanders im menschlichen Herzen
– Und von vornherein erfüllt.
Warum also noch die ganzen Anstrengungen? Extra=
Reinigungen, Peinigungen, Steinigungen?
Die Ordnung des Herzens ist köstliches Chaos
Lohnend nur im Kampf gegen Tod und Totenstille
Und es entspricht sich doch schon alles – so
Vollkommen, wie denn eigentlich nur im Märchen.
Dîn, dawla, dunyâ –
Glaube, Staatlichkeit und Welt:
Selbstverständlich war früher alles besser, Überzeugter
Und erst törichter Eifer hat alles versaut.
Toreneifer, wütend Vorzeit auferstehen lassen
Solange sie noch nicht vergangen ist –
Ein Rundblick, ein einziges
Blinzeln gen Himmel
Müsste davon überzeugen.
Durfte kürzlich zuhören
Wie einer seine Überzeugungen vom Unsichtbaren kundtat.
Als eine Art von Gegenpapst wusste er
Was andere nicht wissen: wie
Es im Unsichtbaren aussieht nämlich.
Das Tier weiß es nicht
Der Mensch weiß es nicht
Ein Gegenpapst ? Quatsch! Er
Musste, dieser Wissende, der Gott sein
Der keinen anderen neben sich duldet.
Und weil er eben so schön um das Nichts wusste
Waren wir Blinden ganz nahe daran, ihm zu huldigen
Und das erwartete er wohl auch.
Es wurde ihm dann aber doch nicht gehuldigt
– Zu frivol ist der Ignoranten Seele –
Und womöglich sogar schüchtern widersprochen
Was ihn erzürnte
Weil er doch wusste, was er wusste.
Das Tier weiß es nicht
Der Mensch weiß es nicht
Einen anderen Gott soll es nicht geben
– Zumindest keinen anderen als diesen Wissenden –
Wer also sollte wissen, wenn nicht er?
Und wer zürnen, wenn nicht er?
Sie trafen aber nicht, seine Blitze.
Nein, zur Salzsäule erstarrte darob keiner
– Womit er womöglich seinen fehlenden Beweis lieferte.
6 Janvier 2015
mercredi 17 décembre 2014
The One Answer
Est-ce que ça m’a réveillé ? Ça doit quand même être le vent, me dis-je. Du tremblement des fenêtres je déduis un vent, un vent nocturne qui ne s’entend pas. C’est donc comme ça que je pense, me dis-je pendant les instants où rien ne tremble, c’est donc comme ça que je vis : Pas un bruit, juste des vitres qui tremblent.
Et à partir de là, peut-être, je me réveille et fais des idées. Sans preuve, sans nez dehors, gratuitement, dans la chaleur de mon lit.
C’est normal, ça ? En pleine nuit, oui.
En pleine nuit, me dis-je encore, avant de me rendormir, en pleine nuit on ne se rend compte que des secousses, mais pas des causes. Quant aux causes... plus le courage...
Light as feathers are things mirrored
Little or large, in standing water
The slightest breeze makes them tremble.
Fickle foam are reflections
For not leaving a mind
Mere inattention, turncoat gust snuffs them out.
Spirited spire and patient puddle:
A valiant vertical into homely horizontal –
What else to reap beside quick sleep?
And should I have had the stamina:
Endways waking the banal sting of desires
But stirring circles into a pool.
No doubt, I wouldn’t take action stretched out
Except for toppling the plumb over into the level
– Which comes a steep thing in its turn.
*
See, like rolled off my shoulders
December 16, 2014
(Photograph by Doug Brittain)
mercredi 10 décembre 2014
Solche Gärten
Um die Gärten zu sehen.
Man muss hier zuerst eingezogen sein
Oder wenigstens eingeladen.
Von der Straße aus sieht man nur Häuserfronten.
Von den Häusern aus sieht man hinunter auf Gärten.
Sehr viel Grün, wer zu Besuch kommt, ist überrascht.
Man muss sich, denke ich, auch eine Ansicht irgendwie aneignen
Bevor man sieht, was es damit auf sich hat.
Man sieht auf die Ansicht erst hinunter
Wenn man Eintrittsgeld bezahlt hat:
Dazugehört ohne dazuzugehören
Wenn quasi Grund zum Neid besteht.
Auch Ansichten sieht man nicht von der Straße aus
Doch die Gärten sind meist menschenleer
Und liegt dort ein Fahrrad herum, bewegt es sich nicht mehr.
Verwahrlost sind diese wertvollen Gärten aber nicht
Es ist eine Frage des Besitzes.
Muss man denn unbedingt etwas machen aus seinem Besitz?
Vermutlich stört, dass man in diesen Gärten nie ganz bei sich ist.
Einer der Nachbarn, die Einsicht haben
Kann beispielsweise der Ansicht sein
Dass dort ein Fahrrad herumliegt, das sich zu wenig bewegt.
Das ist das Privileg des Besitzlosen:
Dennoch eine Ansicht zu haben.
Es ist alles andere als ausgemacht
Wer mehr von solchen Gärten profitiert:
Diejenigen, denen sie gehören
Oder diejenigen, die von oben ihre Ansicht haben.
Il faut vivre ici
Pour les voir, les jardins.
Il faut d’abord avoir emménagé
Ou du moins être convié.
De la rue, on ne voit que des rangées de maisons.
Des maisons, on a vue sur des jardins.
Beaucoup de vert, les invités sont surpris.
Pareil pour une vue de l’esprit, je pense :
Elle aussi, il faut d’abord la faire un peu sienne
Avant de voir ce qu’il en est.
Elle se cache tant qu’on n’a pas payé un droit d’entrée :
Celui de n’en avoir d’autre que de regard.
Lorsqu’il y a donc motif d’être jaloux.
Vues de l’esprit ou points de vue – tous invisibles de la rue ;
Mais les jardins sont le plus souvent déserts
Et s’il y traîne un vélo, il ne bouge plus.
Pourtant, ils ne sont pas en déshérence, ces précieux jardins.
C’est une question de propriété.
Faut-il absolument faire quelque chose de ce qu’on possède ?
Il est peut-être gênant qu’on n’y soit jamais vraiment chez soi.
L’un des voisins avec vue sur eux
Peut par exemple considérer
Qu’il y traîne un vélo qui ne bouge pas assez.
Voilà le privilège de celui qui ne possède pas :
Il lui reste son point de vue.
Il n’est pas encore dit
Qui profite le plus de tels jardins :
Leurs propriétaires ou ceux
Qui, d’en haut, ont leurs points de vue.
6 Décembre 2014
dimanche 30 novembre 2014
Fortdauernder Kampf der Kulturen
1. Wüstenpalais
Ein Photo des nächtlichen Bundeskanzleramts.
Ich kenne es nicht, das Berlin, das ich kenne
Hieß West-, lag vor der Wiedervereinigung
Hatte so etwas noch nicht und war über-
Haupt ziemlich heruntergekommen.
Auf dem Photo sieht das Amt fast aus wie
Ein orientalischer Palast an einem Wüstensee.
Das können sie, die Orientalen: Paläste malerisch an
Wasserflächen setzen, und zwar Wasserflächen, die sie
Auch noch mitten in der Wüste angelegt haben.
Das können sie aber nicht, die Deutschen: Dass ein
Bundeskanzleramt nämlich auch dann noch, wenn man
Genauer hinschaut, nach etwas gleichsieht.
Schaut man nämlich genauer hin, ist die Wasserfläche
Nur eine ordinär-neue Uferpromenade, die Bäume
Entsprechen EU-Grünanlagenstandard
Und selbst der Kran im Hintergrund gibt zu
Keinen übertriebenen Hoffnungen Anlass. Man
Bemerkt, dass das Land nicht vom Emir regiert wird
Sich also, Weltoffenheit hin oder her, auch
In dieser Beziehung nicht so viel geändert hat
Dass ein Besuch ungewohnte Erfahrungen brächte.
Das Christentum hat zwar viel mit Gewissensfragen zu tun
Mithin mit Verinnerlichung – das zeigt auch dieses Kanzleramt –
Doch dass freie Grundordnung, demokratischer Grundkonsens
Plus Frauenquote sich unweigerlich auch materiell
Auswirken – also irgendwie die Optik vermasseln – das
Lag auch schon zu meinen Zeiten auf der Hand.
Und ob nun Orientalen oder nicht:
Leute mit Schönheitssinn macht das krank.
Himmel, ungelenk bleibt ungelenk
Solches Abkupfern beschwichtigt sie nicht
Es herrscht – das muss man hier einmal ganz deutlich sagen –
Einfach ein Kampf der Kulturen.
2. Unlüftbare Schleier des Realen
Ein entfernter Bekannter erzählte mir einmal
Dass er als Student (oder junger Architekt)
Einen Entwurf zu den Ölscheichs geschickt hatte
– Es handelte sich um einen Wettbewerb –
Und dann irgendwann ein Photo bekam:
Das eigene Werk, riesengroß, in Marmor.
Wollte man sich dort erst am Objekt entscheiden
Oder hatte er gewonnen, ich weiß es nicht mehr –
Theorie war in der Wüste jedenfalls Praxis geworden.
Ein erhebendes Gefühl.
So erhebend wie jede Verwirklichung.
Eingeladen, das mit eigenen Augen zu sehen, hatte man ihn aber
Nicht. Es blieb beim Photo. Weshalb
Doch der Schleier des Unwirklichen über der Sache noch liegt.
Ja, auch die Wüste bewahrt sich gerne ihre Innerlichkeit.
Das ist ein weiteres Element im Kampf der Kulturen.
Qu’étudiant (ou jeune architecte)
Il avait envoyé un dessin aux émirs
– Il s’agissait d’un concours –
Pour recevoir quelque temps après une photo
Montrant son œuvre : gigantesque, tout en marbre.
Leur fallait-il l’objet afin de se décider
Ou l’étudiant l’avait-il remporté ? Quoi qu’il en soit
Sa théorie, dans le désert, s’était faite pratique
Procurant ce sentiment d’élévation
Immanquable lorsqu’une chose se réalise.
Mais cela en restait là, à la photo. On
Ne l’invitait pas à venir voir en personne.
Ainsi, tout gardait-il à jamais un côté abstrait
Comme voilé par le niqab d’une irréalité possible.
C’est parce que le désert, lui aussi, est jaloux de son cœur.
Voilà un autre élément dans le clash des cultures.]
30. November 2014 [Moqr ul-Mostšār am 29.]
samedi 29 novembre 2014
Abwrackprämien
Jede Generation hat ihre fixen Ideen, die ihr das ganze Leben über bleiben, als ob jenseits der Wetterlagen stets ein bestimmtes Klima herrschte, man also auch durch den Zeitpunkt in eine Klimazone hineingeboren sei, wobei andauerndes Nieseln, ständiger Nebel oder ewig stahlblauer Himmel nicht gegeneinander aufzurechnen sind: Es gibt kein schönes oder schlechtes Wetter, nur Empfindungen, Töne, quasi Gesichte, die im Einklang stehen, stehen müssen.
Über die Generationen hinweg zu kommunizieren, lässt Wetterumschwung erfahren, und es ist natürlich nicht ganz einfach, mit jemandem überein zu kommen, wenn der sich tatsächlich unter anderen klimatischen Verhältnissen, in einer anderen Tages- oder Jahreszeit bewegt. Gemeinsam einzuhalten, wenn vor einem plötzlich ein morscher Knorren sein Wächtergesicht aus der Dämmerung reckt, erfordert keine großen Worte.
i.
Wir brausten damals im Cabrio
Doch alles verging wie der Wind;
Nur breche nicht den Stab, mio
Dolore, wir sind, wie wir sind!
Das Cabrio ist längst verkauft
Es soff auch zu viel Benzin.
Wer weiß, ob es noch heute sauft
Bloß: unsere Zeit ist dahin.
Dahin, vergangen, alles fort
Was wir uns im Fahrtwind geschworen.
Man hörte ja nicht mal sein eigenes Wort...
So ist denn nicht viel verloren.
ii.
Nichts schien uns unwichtiger
Als das Private
Nichts schien uns unrichtiger
Als Reservate
Allerdings lebten auch wir
Nur aus der Nähe:
Fernweh ersetzte kein „Hier
Stirb und erstehe!“
Wünsche verhülltem dem Blick
In jenem Alter
Die harte Regel des Hic
Rhodus, hic salta.
Nicht etwa lernten wir dann
Uns zu begnügen
Doch, dass sich Wo, Wie und Wann
Zusammenfügen.
iii.
Es lebten dort tüchtige Leute
Mit ziemlich verschlafenen Kindern
Doch in demselben Heute
Denselben trüben Wintern.
Auch den Kindern gelang es nicht
Mit ihrem Faulpelzwitzeln
Und vorlauten Vätergericht
Die Sonne hervorzukitzeln.
Es lag wohl an der Jahreszeit
Und der ererbten Öde.
Nicht einmal mangelnde Tüchtigkeit
Macht einen weniger blöde.
iv.
Man sieht es mir wohl an: Ich sah von Nahem
Was andre höchstens aus der Ferne sahen
Und sah, was wieder andre sahen, nicht –
Das sehe ich am anderen Gesicht.
Brav teilen wir uns Zeit und Raum und wähnen
Vor uns und hinter uns den Abgrund gähnen
Den wir mit andern Augen anders sähen;
Mehr gibt man sich nur selten zu verstehen.
v.
Da hat sich wer jahrzehntelang
An Leichtigkeiten geübt:
Schwereres gab ihm seinen Rang
Als sich sein Auge getrübt.
Was leicht ist und was schwer ist? Nun
Der Tod ist leicht und schwer;
Doch willst du Rosen, musst du tun
Als ob es das Leben wär.
Und tat er fast ein Leben lang
An Flaum und Schaum sich messen:
Gerettet hat sein Schwanengesang
Ihn aber vor dem Vergessen.
28. November 2014
mercredi 26 novembre 2014
Expression naturelle
Assistée par le soleil : structure, cassure, ombre.
Parfois, ces traces qu’on déchiffrerait presque
Sont tout à fait l’œuvre de bestioles
Mais lorsque ce sont carrément des signes que l’homme y a
__________________________________________apposés
De tels endroits deviennent, bien plus tard, des attractions.
Voyez, c’est la main de l’homme, un miracle, ce n’est pas un
___________________________________________hasard
C’est dû à l’ancien habitant du désert et ce sont là de véritables
_______________________________________personnages
Vous ne vous trompez pas : sous l’érosion, en effet des chasseurs
_____________________________________avec des lances.
– Mais là, à côté, cette espèce de camion-citerne ? En avaient-ils
____________________________________________déjà ?
– Quelle question. De simples tâches en l’occurrence, et c’est la
_________________________________nature qui les a faites.
– La main de l’homme, sur un rocher du désert, ce n’est donc pas
_________________________________________la nature ?
– Restons un peu sérieux.
Un homme qui serait « nature »
Il pisserait peut-être contre, laissant à la limite
Un gribouillis obscène, un mot grossier ou un numéro de
_________________________________________téléphone
Mais jamais, au grand jamais, il n’y graverait ni chasseurs stylisés
__________________________________ni chevaux réalistes.
– Alors, si j’ai bien compris, la nature de l’homme
Qui se manifeste dans sa main
En un lieu isolé
Est obscène ou n’est pas
Et c’est pour cela que nous sommes venus de si loin en cette
____________________________________ grande solitude
Et si admiratifs devant ce qui n’est point le résultat de la nature.
Puis si contents de retourner à la civilisation, hein ?
Novembre 2014
mardi 25 novembre 2014
Geschmack am Makellosen
Das passiert selten, ich war überrascht festzustellen
Dass Reinlichkeit etwas für sich hat –
Man fühlt sich wie unmittelbar nach der Dusche.
Die ganze Wohnung eine Art von Badezimmer
Dessen schiere Präsenz noch den Gast von allem Unrat läutert:
Mir fiel bei Tisch nur absolut Stubenreines ein, also
Brillieren konnte ich nicht in diesem blitzblanken Kontext.
Es ist wohl eine Frage von Kinderstube.
Wer mich in eine aufgeräumte Wohnung lädt
Bekommt es mit einem leergeräumten Besucher zu tun
Der bloß noch Gemeinplätze absondert.
Als der Großmeister einmal sein versifftes Atelier ausmistete
Verwandelte ihn das auch quasi in einen „Kunstmaler“
Und er traute sich dann lange nicht mehr.
Ich glaube, nur regelrechten Rüpeln macht es nichts aus
Doch Bacon und mir hat man es irgendwann ausgetrieben.
Und seither profitiert unsereiner nicht mehr vom Makellosen.
24 Novembre 2014
mercredi 19 novembre 2014
Principe de réalité
On peut les sauver par l’amour
Qu’on cesse d’éprouver pour eux :
Dès lors tout seuls, sans cour
Les rois font de beaux gueux.
Ne piquera certes personne
La rose, belle sans qu’on l’aime ;
Alors, qu’on l’abandonne
La chose, à elle-même !
Devenu plus rien que lui-même
Ainsi restera ce qu’il est
Ce grain d’espoir qu’on sème
Dans un bon sol gelé.
19 Novembre 2014