mercredi 25 mars 2015
Ritournelle
Dans des temps gris
Pour réapprendre ce qu’est voir.
Au paradis
Qu’on s’est depuis peinturluré
Avec entrain
L’œil débordé, bête affolée
Ne voit plus rien
Et moi, public d’un numéro
De trapéziste
J’acclame le danger, pas l’art
Haut sur la piste.
Or, arrivant à oublier
Cime et abîme
On va toujours me reprocher
Mon peu d’estime.
Peut-être faut-il retourner
Au paradis
Pour réapprendre ce qu’est voir
Dans des temps gris.
24 Mars 2015
samedi 14 mars 2015
Uralte Sommernächte
Das bisschen Gratisgabe Natur
Wenn sie könnten, würden sie den auch noch kommerzialisieren
Noch können sie nicht, aber wartet nur.“
So sprachen wir, und laue Lüfte strichen
Um uns, die wir so heftig aufbegehrten.
Der Mond stieg flimmernd auf, die Lasten wichen
Während sich ringsum dunkle Schatten mehrten.
Es scheint, der Fortschritt geht in diese Richtung.
Wir hatten damals nur dafür kein Ohr:
Das Sommernachtgespräch, der Wert von Dichtung –
Es kam uns alles unbezahlbar vor.
So sprachen wir, doch ohne zu erkennen
Wie recht wir damit hatten, ja
Wir redeten ins Leere noch beim Benennen
Der Fakten, denn diese Fakten – sie waren schon da.
Doch wir, in Gärten sitzend wie gewöhnlich
Wussten noch nicht, dass auch die Sommernacht
Einer bezahlen muss, bezahlt werden muss nämlich
Noch, dass man in ihr Weltenpläne macht.
13. März 2015
vendredi 13 mars 2015
Vom Kriege
Komme ich an den vor sich hin welkenden Blumensträußen vorbei
Und an den vielen ausgegangenen Lichtlein
Und stelle vielleicht noch eines dazu
Und versuche, es anzuzünden
Blicke hinüber zu den beiden Soldätchen
Die sich hinter der Sperre brav die Beine vertreten
Und sage mir:
Der Frieden ist dem Krieg
Weiß der Himmel vorzuziehen
Doch allzu langer Frieden verkrustet, ja er
Verkrüppelt auch – auf seine Weise – und
Sieht man genauer hin, erkennt man die Verwüstungen.
Ich wünschte mir einen neuen Frieden, einen ganz jungen
Mit den belebenden Zügen eines unmittelbaren Nachkriegs
Eines Friedens derer, die noch einmal davongekommen sind –
Doch der ist auf die Dauer nicht zu haben.
So ähnelt lange währender Frieden
Trotz allem immer mehr einem Krieg, es ist
Immer mehr Krieg in diesem Frieden, immer mehr Tod
– Und nicht einmal besonders verborgen;
Solcher Frieden wird allmählich zum Friedhofsfrieden
Ist am Ende kaum mehr etwas wert
Und verdient seinen Namen nicht mehr.
Wenn es so weitergeht, sage ich mir, wird demnächst
Auch hier wieder richtiger Krieg ausbrechen
Wir sind jedenfalls auf dem besten Weg
Von diesem Frieden in jenen Krieg
Und die Blumensträuße, Lichtlein und gelangweilten Soldätchen
Können es leider nicht aufhalten
Denn es ist ja die Luft selbst
Die Krieg wieder einmal als Lösung erscheinen lässt.
Und dann schaue ich nochmals hinüber zu den beiden
Die sich hinter der Sperre brav die Beine vertreten
Und wie zur Antwort müde die Köpfe sinken lassen.
11 Mars 2015
lundi 9 mars 2015
Point de retour
Venues du fond des âges, de notre plus belle époque
Je suis incapable d’en retrouver l’esprit.
Je le ressens et j’en suis émerveillé, je le retrouve
Et pourtant, je ne le retrouve pas.
Mais il y a plus que cela que je retrouve sans le retrouver.
Il y a l’ami infidèle
Auquel je ne puis m’adresser que de la manière suivante :
Quelle chance qu’on ne se fréquente plus –
Tu n’es plus beau.
Comme ça, il te reste ta jeunesse
Lorsque par hasard tu me viens à l’esprit.
Quelle chance que tu n’aies pas voulu rester mon ami –
Amis, on se verrait, et à force d’être ensemble
Il m’aurait peut-être échappé comme tu as vieilli
Mais puisqu’on ne se rencontre presque plus jamais
Les rares fois que je tombe sur toi, cette vérité me frappe :
Tu t’es fané, rabougri, recroquevillé comme un
Pruneau dans cette peau autrefois éclatante
Qui, enfin, correspond à ta sécheresse de toujours
Et je suis heureux que tu repartes bien vite
Pour redevenir le beau jeune homme auquel je pardonne tout.
Avec encore un peu plus de chance, on ne se reverra plus jamais
Et ta chair finira par tomber toute seule.
T’as bien fait d’être un ami infidèle.
Voilà ce qui se passe
Lorsque, venant du fond des âges
On retrouve même la jeunesse
Quand on s’y retrouve en face
Et qu’on ne la retrouve plus.
6 Mars 2015
mercredi 4 mars 2015
De bons vieux amis, suite
Et d’être en fin de compte comme chez des gens.
Peut-être toujours un peu moins de formalité
Mais désormais des propos comme chez les gens.
Du quant-à-soi, comme chez les gens.
De la tenue, comme chez les gens.
Décidément de la pose.
Ça doit être l’âge, me dis-je, la normalisation de l’âge.
L’âge n’est pas un naufrage –
Vieillir c’est la normalité –
Le naufrage c’est le normal.
Mais j’ignore si on l’a oublié entre-temps
Ou si on a fini par l’accepter.
N’osant plus poser ce genre de question
J’ignore donc si je me trouve brusquement
Face à la sagesse.
17 Février 2015
mardi 3 mars 2015
Area lata
Wo führt er denn schon hin?
Ins eigne Nest, wo ich mit mir
Wieder nicht einig bin.
Was sollte schon der Fluchtweg sein?
Hinweg in fremde Welten?
Der geht dahin, wo doch auch nur
Dieselben Regeln gelten.
Die Regeln sind mir längst bekannt:
Diktat der Einigkeit.
Im engen Nest, der weiten Welt
Wartet derselbe Streit.
Weich ich dem Streiten zwar nicht aus
Will nur nicht einig werden
Sind alle Weg und Steg versperrt
Im Himmel und auf Erden.
3. März 2015
mercredi 25 février 2015
Et patet in curas
Ich schon so oft gegangen
Dass jeden Stein ich weiß, und sah
Nun kaum durch Abendnebel.
Da wurde mir auf einmal klar:
Ich war im Nichts gefangen
Und jenen Nebeln unleugbar
Schon näher als dem Leben.
Ich sah auch, dass belanglos war
Wie oft hier noch gegangen
Doch hörte meinen Schritt und mich
Erfasste Todesbangen.
25. Februar 2015
mercredi 18 février 2015
Household Eucharist
Not the bread. The finger.
I wasn’t exactly drunk but I had
Had some wine and then
Finger may come before bread.
“This is my blood”, as the saying goes
When choosing body over bread.
Another holy communion thus, injury-prone.
Do I know if one has to be befuddled
To try and make it through identifications?
Or am I able to draw a line between
Martyrdom and factual accident? Surely not.
I have simply experienced
One fallout of transubstantiation.
Häusliche Eucharistie
Das Messer ging in meinen Finger
Nicht ins Brot. In den Finger.
War zwar nicht direkt betrunken, doch
Etwas Wein hatte ich schon intus und dann
Mag der Finger vor dem Brot kommen.
„Dies ist mein Blut“, wie es heißt
Wenn der Leib dem Brot vorgezogen wird.
Also auch so ein Abendmahl, unfallträchtig.
Weiß ich, ob man berauscht sein muss
Um aufwärts zu streben durch Identifizierungen?
Oder bin ich etwa fähig, zwischen Märtyrertum
Und reinem Pech zu unterscheiden? Sicherlich nicht.
Ich habe jetzt nur die Konsequenzen
Von Transsubstantiation zu spüren bekommen.
16. Februar 2015, dt. Übers. 18. Februar
mardi 17 février 2015
Critique de film
J’ai d’abord pensé que c’était pour draguer le public
Mais après réflexion, je me demande.
Pourquoi ces retours faciles
Lorsqu’il s’agit de donner un sens précis
À une chose qui a le don de les émoustiller tous ?
Galvaudée, la nudité n’est plus normale, et pourtant.
Rien de plus naturel – le cinéaste n’est pas le seul à le dire –
Que la facilité. La facilité c’est la nature.
Ne pèle-t-on pas tel légume, de nature peu vêtu
Avant de le passer à la casserole, avant
Qu’il ne soit cuit pour de bon ?
Peu à l’aise avec les acquis
L’homme, lui, a toujours besoin de nouveau –
De ces justifications répétées à l’infini.
Couchés ensemble, ce qui déjà n’est pas mal
L’un a tiré sur la couverture
Et l’autre, du coup, s’est retrouvé de nouveau à poil.
Voilà, par exemple, une scène de cinéma.
Facile parce que tout n’est que couverture dans
Le rapport de force naturel.
Avant, on quittait les beautés
Avant, laissant le spectateur inconscient
Du combat à jamais indécis entre corps et couvertures.
Il y avait certes bien plus d’élégance dans les toiles ;
Néanmoins, à quoi bon camoufler
Avenir et attirance du vide ?
11 Février 2015
mercredi 4 février 2015
Fait divers
De formation marxiste, j’aurais été enclin à penser que celui qui met la main sur les affaires d’un possédant appartient à une fraction de la population qui s’en fout du plastoc assumé et aspire plutôt au luxe. Or, mes enjoliveurs à moi n’étaient que d’un modèle des plus courants et pas clinquants pour un sou. Il semblerait donc que les classes dangereuses aient entre-temps contracté le sens du joli humble, autrement dit du humblement joli. Dès qu’il s’agit de bagnole, même celles-ci tiennent à enjoliver pour pas cher. Si ce n’est pas désespérant ! C’est sûr, avec un lumpen ainsi dénaturé, le grand soir n’est pas pour demain la veille.
3. Februar 2015
jeudi 22 janvier 2015
Von einem Höheren
Und auch nie aus der Mode gekommen
Die Welt funktioniert nur so.
Doch jetzt hört man
Immer mehr Zeitgenossen
Müssten wieder an etwas glauben
Und zwar einen Höheren, der einem etwas abverlangt
Denn ein Höherer, der Forderungen stellt, sei durchaus höher
Als einer, der alles mit sich machen lässt.
Bedürfnis also nach keinem
Der gegebenenfalls die andere Backe hinhält, aber einem
Der auch vom Bedürftigen nicht verlangt, die andere hinzuhalten.
Wäre das überhaupt eine Leistung, solchem Beispiel zu folgen?
Vermutlich. Nur kommt das eh nicht vor. Ich
Habe jedenfalls noch keinen getroffen
Der wieder an etwas geglaubt und daraufhin
Einfach Backen hingehalten hätte.
Ich habe bei denjenigen, die wieder glauben
Höchstens eine Haltung vorgefunden
Die an zivilisationsmüde Arschbacken erinnert
Die sich, urlaubsbeschwingt, den Exoten offerieren.
10 Janvier 2015 [commencé avant le 7]
dimanche 18 janvier 2015
Besessenheiten
Ja, meint der Überzeugte, so
Wie es in meinem Herzen aussieht
Soll es auch um mich herum aussehen
Soll es im Staat aussehen, soll es
In der Welt aussehen.
Und – warum nicht? – im gesamten Universum.
Ein törichter Wunsch
Angesichts des Durcheinanders im menschlichen Herzen
– Und von vornherein erfüllt.
Warum also noch die ganzen Anstrengungen? Extra=
Reinigungen, Peinigungen, Steinigungen?
Die Ordnung des Herzens ist köstliches Chaos
Lohnend nur im Kampf gegen Tod und Totenstille
Und es entspricht sich doch schon alles – so
Vollkommen, wie denn eigentlich nur im Märchen.
Dîn, dawla, dunyâ –
Glaube, Staatlichkeit und Welt:
Selbstverständlich war früher alles besser, Überzeugter
Und erst törichter Eifer hat alles versaut.
Toreneifer, wütend Vorzeit auferstehen lassen
Solange sie noch nicht vergangen ist –
Ein Rundblick, ein einziges
Blinzeln gen Himmel
Müsste davon überzeugen.
Durfte kürzlich zuhören
Wie einer seine Überzeugungen vom Unsichtbaren kundtat.
Als eine Art von Gegenpapst wusste er
Was andere nicht wissen: wie
Es im Unsichtbaren aussieht nämlich.
Das Tier weiß es nicht
Der Mensch weiß es nicht
Ein Gegenpapst ? Quatsch! Er
Musste, dieser Wissende, der Gott sein
Der keinen anderen neben sich duldet.
Und weil er eben so schön um das Nichts wusste
Waren wir Blinden ganz nahe daran, ihm zu huldigen
Und das erwartete er wohl auch.
Es wurde ihm dann aber doch nicht gehuldigt
– Zu frivol ist der Ignoranten Seele –
Und womöglich sogar schüchtern widersprochen
Was ihn erzürnte
Weil er doch wusste, was er wusste.
Das Tier weiß es nicht
Der Mensch weiß es nicht
Einen anderen Gott soll es nicht geben
– Zumindest keinen anderen als diesen Wissenden –
Wer also sollte wissen, wenn nicht er?
Und wer zürnen, wenn nicht er?
Sie trafen aber nicht, seine Blitze.
Nein, zur Salzsäule erstarrte darob keiner
– Womit er womöglich seinen fehlenden Beweis lieferte.
6 Janvier 2015
mercredi 17 décembre 2014
The One Answer
Est-ce que ça m’a réveillé ? Ça doit quand même être le vent, me dis-je. Du tremblement des fenêtres je déduis un vent, un vent nocturne qui ne s’entend pas. C’est donc comme ça que je pense, me dis-je pendant les instants où rien ne tremble, c’est donc comme ça que je vis : Pas un bruit, juste des vitres qui tremblent.
Et à partir de là, peut-être, je me réveille et fais des idées. Sans preuve, sans nez dehors, gratuitement, dans la chaleur de mon lit.
C’est normal, ça ? En pleine nuit, oui.
En pleine nuit, me dis-je encore, avant de me rendormir, en pleine nuit on ne se rend compte que des secousses, mais pas des causes. Quant aux causes... plus le courage...
Light as feathers are things mirrored
Little or large, in standing water
The slightest breeze makes them tremble.
Fickle foam are reflections
For not leaving a mind
Mere inattention, turncoat gust snuffs them out.
Spirited spire and patient puddle:
A valiant vertical into homely horizontal –
What else to reap beside quick sleep?
And should I have had the stamina:
Endways waking the banal sting of desires
But stirring circles into a pool.
No doubt, I wouldn’t take action stretched out
Except for toppling the plumb over into the level
– Which comes a steep thing in its turn.
*
See, like rolled off my shoulders
December 16, 2014
(Photograph by Doug Brittain)
mercredi 10 décembre 2014
Solche Gärten
Um die Gärten zu sehen.
Man muss hier zuerst eingezogen sein
Oder wenigstens eingeladen.
Von der Straße aus sieht man nur Häuserfronten.
Von den Häusern aus sieht man hinunter auf Gärten.
Sehr viel Grün, wer zu Besuch kommt, ist überrascht.
Man muss sich, denke ich, auch eine Ansicht irgendwie aneignen
Bevor man sieht, was es damit auf sich hat.
Man sieht auf die Ansicht erst hinunter
Wenn man Eintrittsgeld bezahlt hat:
Dazugehört ohne dazuzugehören
Wenn quasi Grund zum Neid besteht.
Auch Ansichten sieht man nicht von der Straße aus
Doch die Gärten sind meist menschenleer
Und liegt dort ein Fahrrad herum, bewegt es sich nicht mehr.
Verwahrlost sind diese wertvollen Gärten aber nicht
Es ist eine Frage des Besitzes.
Muss man denn unbedingt etwas machen aus seinem Besitz?
Vermutlich stört, dass man in diesen Gärten nie ganz bei sich ist.
Einer der Nachbarn, die Einsicht haben
Kann beispielsweise der Ansicht sein
Dass dort ein Fahrrad herumliegt, das sich zu wenig bewegt.
Das ist das Privileg des Besitzlosen:
Dennoch eine Ansicht zu haben.
Es ist alles andere als ausgemacht
Wer mehr von solchen Gärten profitiert:
Diejenigen, denen sie gehören
Oder diejenigen, die von oben ihre Ansicht haben.
Il faut vivre ici
Pour les voir, les jardins.
Il faut d’abord avoir emménagé
Ou du moins être convié.
De la rue, on ne voit que des rangées de maisons.
Des maisons, on a vue sur des jardins.
Beaucoup de vert, les invités sont surpris.
Pareil pour une vue de l’esprit, je pense :
Elle aussi, il faut d’abord la faire un peu sienne
Avant de voir ce qu’il en est.
Elle se cache tant qu’on n’a pas payé un droit d’entrée :
Celui de n’en avoir d’autre que de regard.
Lorsqu’il y a donc motif d’être jaloux.
Vues de l’esprit ou points de vue – tous invisibles de la rue ;
Mais les jardins sont le plus souvent déserts
Et s’il y traîne un vélo, il ne bouge plus.
Pourtant, ils ne sont pas en déshérence, ces précieux jardins.
C’est une question de propriété.
Faut-il absolument faire quelque chose de ce qu’on possède ?
Il est peut-être gênant qu’on n’y soit jamais vraiment chez soi.
L’un des voisins avec vue sur eux
Peut par exemple considérer
Qu’il y traîne un vélo qui ne bouge pas assez.
Voilà le privilège de celui qui ne possède pas :
Il lui reste son point de vue.
Il n’est pas encore dit
Qui profite le plus de tels jardins :
Leurs propriétaires ou ceux
Qui, d’en haut, ont leurs points de vue.
6 Décembre 2014
dimanche 30 novembre 2014
Fortdauernder Kampf der Kulturen
1. Wüstenpalais
Ein Photo des nächtlichen Bundeskanzleramts.
Ich kenne es nicht, das Berlin, das ich kenne
Hieß West-, lag vor der Wiedervereinigung
Hatte so etwas noch nicht und war über-
Haupt ziemlich heruntergekommen.
Auf dem Photo sieht das Amt fast aus wie
Ein orientalischer Palast an einem Wüstensee.
Das können sie, die Orientalen: Paläste malerisch an
Wasserflächen setzen, und zwar Wasserflächen, die sie
Auch noch mitten in der Wüste angelegt haben.
Das können sie aber nicht, die Deutschen: Dass ein
Bundeskanzleramt nämlich auch dann noch, wenn man
Genauer hinschaut, nach etwas gleichsieht.
Schaut man nämlich genauer hin, ist die Wasserfläche
Nur eine ordinär-neue Uferpromenade, die Bäume
Entsprechen EU-Grünanlagenstandard
Und selbst der Kran im Hintergrund gibt zu
Keinen übertriebenen Hoffnungen Anlass. Man
Bemerkt, dass das Land nicht vom Emir regiert wird
Sich also, Weltoffenheit hin oder her, auch
In dieser Beziehung nicht so viel geändert hat
Dass ein Besuch ungewohnte Erfahrungen brächte.
Das Christentum hat zwar viel mit Gewissensfragen zu tun
Mithin mit Verinnerlichung – das zeigt auch dieses Kanzleramt –
Doch dass freie Grundordnung, demokratischer Grundkonsens
Plus Frauenquote sich unweigerlich auch materiell
Auswirken – also irgendwie die Optik vermasseln – das
Lag auch schon zu meinen Zeiten auf der Hand.
Und ob nun Orientalen oder nicht:
Leute mit Schönheitssinn macht das krank.
Himmel, ungelenk bleibt ungelenk
Solches Abkupfern beschwichtigt sie nicht
Es herrscht – das muss man hier einmal ganz deutlich sagen –
Einfach ein Kampf der Kulturen.
2. Unlüftbare Schleier des Realen
Ein entfernter Bekannter erzählte mir einmal
Dass er als Student (oder junger Architekt)
Einen Entwurf zu den Ölscheichs geschickt hatte
– Es handelte sich um einen Wettbewerb –
Und dann irgendwann ein Photo bekam:
Das eigene Werk, riesengroß, in Marmor.
Wollte man sich dort erst am Objekt entscheiden
Oder hatte er gewonnen, ich weiß es nicht mehr –
Theorie war in der Wüste jedenfalls Praxis geworden.
Ein erhebendes Gefühl.
So erhebend wie jede Verwirklichung.
Eingeladen, das mit eigenen Augen zu sehen, hatte man ihn aber
Nicht. Es blieb beim Photo. Weshalb
Doch der Schleier des Unwirklichen über der Sache noch liegt.
Ja, auch die Wüste bewahrt sich gerne ihre Innerlichkeit.
Das ist ein weiteres Element im Kampf der Kulturen.
Qu’étudiant (ou jeune architecte)
Il avait envoyé un dessin aux émirs
– Il s’agissait d’un concours –
Pour recevoir quelque temps après une photo
Montrant son œuvre : gigantesque, tout en marbre.
Leur fallait-il l’objet afin de se décider
Ou l’étudiant l’avait-il remporté ? Quoi qu’il en soit
Sa théorie, dans le désert, s’était faite pratique
Procurant ce sentiment d’élévation
Immanquable lorsqu’une chose se réalise.
Mais cela en restait là, à la photo. On
Ne l’invitait pas à venir voir en personne.
Ainsi, tout gardait-il à jamais un côté abstrait
Comme voilé par le niqab d’une irréalité possible.
C’est parce que le désert, lui aussi, est jaloux de son cœur.
Voilà un autre élément dans le clash des cultures.]
30. November 2014 [Moqr ul-Mostšār am 29.]
samedi 29 novembre 2014
Abwrackprämien
Jede Generation hat ihre fixen Ideen, die ihr das ganze Leben über bleiben, als ob jenseits der Wetterlagen stets ein bestimmtes Klima herrschte, man also auch durch den Zeitpunkt in eine Klimazone hineingeboren sei, wobei andauerndes Nieseln, ständiger Nebel oder ewig stahlblauer Himmel nicht gegeneinander aufzurechnen sind: Es gibt kein schönes oder schlechtes Wetter, nur Empfindungen, Töne, quasi Gesichte, die im Einklang stehen, stehen müssen.
Über die Generationen hinweg zu kommunizieren, lässt Wetterumschwung erfahren, und es ist natürlich nicht ganz einfach, mit jemandem überein zu kommen, wenn der sich tatsächlich unter anderen klimatischen Verhältnissen, in einer anderen Tages- oder Jahreszeit bewegt. Gemeinsam einzuhalten, wenn vor einem plötzlich ein morscher Knorren sein Wächtergesicht aus der Dämmerung reckt, erfordert keine großen Worte.
i.
Wir brausten damals im Cabrio
Doch alles verging wie der Wind;
Nur breche nicht den Stab, mio
Dolore, wir sind, wie wir sind!
Das Cabrio ist längst verkauft
Es soff auch zu viel Benzin.
Wer weiß, ob es noch heute sauft
Bloß: unsere Zeit ist dahin.
Dahin, vergangen, alles fort
Was wir uns im Fahrtwind geschworen.
Man hörte ja nicht mal sein eigenes Wort...
So ist denn nicht viel verloren.
ii.
Nichts schien uns unwichtiger
Als das Private
Nichts schien uns unrichtiger
Als Reservate
Allerdings lebten auch wir
Nur aus der Nähe:
Fernweh ersetzte kein „Hier
Stirb und erstehe!“
Wünsche verhülltem dem Blick
In jenem Alter
Die harte Regel des Hic
Rhodus, hic salta.
Nicht etwa lernten wir dann
Uns zu begnügen
Doch, dass sich Wo, Wie und Wann
Zusammenfügen.
iii.
Es lebten dort tüchtige Leute
Mit ziemlich verschlafenen Kindern
Doch in demselben Heute
Denselben trüben Wintern.
Auch den Kindern gelang es nicht
Mit ihrem Faulpelzwitzeln
Und vorlauten Vätergericht
Die Sonne hervorzukitzeln.
Es lag wohl an der Jahreszeit
Und der ererbten Öde.
Nicht einmal mangelnde Tüchtigkeit
Macht einen weniger blöde.
iv.
Man sieht es mir wohl an: Ich sah von Nahem
Was andre höchstens aus der Ferne sahen
Und sah, was wieder andre sahen, nicht –
Das sehe ich am anderen Gesicht.
Brav teilen wir uns Zeit und Raum und wähnen
Vor uns und hinter uns den Abgrund gähnen
Den wir mit andern Augen anders sähen;
Mehr gibt man sich nur selten zu verstehen.
v.
Da hat sich wer jahrzehntelang
An Leichtigkeiten geübt:
Schwereres gab ihm seinen Rang
Als sich sein Auge getrübt.
Was leicht ist und was schwer ist? Nun
Der Tod ist leicht und schwer;
Doch willst du Rosen, musst du tun
Als ob es das Leben wär.
Und tat er fast ein Leben lang
An Flaum und Schaum sich messen:
Gerettet hat sein Schwanengesang
Ihn aber vor dem Vergessen.
28. November 2014
mercredi 26 novembre 2014
Expression naturelle
Assistée par le soleil : structure, cassure, ombre.
Parfois, ces traces qu’on déchiffrerait presque
Sont tout à fait l’œuvre de bestioles
Mais lorsque ce sont carrément des signes que l’homme y a
__________________________________________apposés
De tels endroits deviennent, bien plus tard, des attractions.
Voyez, c’est la main de l’homme, un miracle, ce n’est pas un
___________________________________________hasard
C’est dû à l’ancien habitant du désert et ce sont là de véritables
_______________________________________personnages
Vous ne vous trompez pas : sous l’érosion, en effet des chasseurs
_____________________________________avec des lances.
– Mais là, à côté, cette espèce de camion-citerne ? En avaient-ils
____________________________________________déjà ?
– Quelle question. De simples tâches en l’occurrence, et c’est la
_________________________________nature qui les a faites.
– La main de l’homme, sur un rocher du désert, ce n’est donc pas
_________________________________________la nature ?
– Restons un peu sérieux.
Un homme qui serait « nature »
Il pisserait peut-être contre, laissant à la limite
Un gribouillis obscène, un mot grossier ou un numéro de
_________________________________________téléphone
Mais jamais, au grand jamais, il n’y graverait ni chasseurs stylisés
__________________________________ni chevaux réalistes.
– Alors, si j’ai bien compris, la nature de l’homme
Qui se manifeste dans sa main
En un lieu isolé
Est obscène ou n’est pas
Et c’est pour cela que nous sommes venus de si loin en cette
____________________________________ grande solitude
Et si admiratifs devant ce qui n’est point le résultat de la nature.
Puis si contents de retourner à la civilisation, hein ?
Novembre 2014
mardi 25 novembre 2014
Geschmack am Makellosen
Das passiert selten, ich war überrascht festzustellen
Dass Reinlichkeit etwas für sich hat –
Man fühlt sich wie unmittelbar nach der Dusche.
Die ganze Wohnung eine Art von Badezimmer
Dessen schiere Präsenz noch den Gast von allem Unrat läutert:
Mir fiel bei Tisch nur absolut Stubenreines ein, also
Brillieren konnte ich nicht in diesem blitzblanken Kontext.
Es ist wohl eine Frage von Kinderstube.
Wer mich in eine aufgeräumte Wohnung lädt
Bekommt es mit einem leergeräumten Besucher zu tun
Der bloß noch Gemeinplätze absondert.
Als der Großmeister einmal sein versifftes Atelier ausmistete
Verwandelte ihn das auch quasi in einen „Kunstmaler“
Und er traute sich dann lange nicht mehr.
Ich glaube, nur regelrechten Rüpeln macht es nichts aus
Doch Bacon und mir hat man es irgendwann ausgetrieben.
Und seither profitiert unsereiner nicht mehr vom Makellosen.
24 Novembre 2014
mercredi 19 novembre 2014
Principe de réalité
On peut les sauver par l’amour
Qu’on cesse d’éprouver pour eux :
Dès lors tout seuls, sans cour
Les rois font de beaux gueux.
Ne piquera certes personne
La rose, belle sans qu’on l’aime ;
Alors, qu’on l’abandonne
La chose, à elle-même !
Devenu plus rien que lui-même
Ainsi restera ce qu’il est
Ce grain d’espoir qu’on sème
Dans un bon sol gelé.
19 Novembre 2014
mercredi 12 novembre 2014
Gute alte Freunde
Mit denen ich seinerzeit Pferde gestohlen habe, die mich aber
Nicht mehr besuchen, niemals anrufen und mir auch nie
_______________________________________ schreiben;
Rufe ich sie an, fallen wir sofort in den vertraulichen alten Ton
Doch ich merke bald, dass wir nicht mehr viel voneinander wissen
Und es trifft sich auch nie, dass wir uns treffen könnten.
Deshalb werde ich wohl demnächst aufhören mit meinen
_______________________________ einseitigen Initiativen.
Wir sind dann gute alte Freunde, die den Kontakt verloren haben.
Ich weiß nicht, ob ich mir damals die Falschen ausgesucht habe
Doch es kommt mir vor, als ginge es mit diesen guten alten
________________________________________Freunden
Wie den Irdischen mit den Überirdischen:
Die Gottheiten melden sich selbst nie
Doch wenn wir sie anrufen, herrscht sofort wieder der
________________________________ vertrauliche alte Ton
Nur gelingt es nie, ein Treffen zu vereinbaren
Und wir wissen auch nicht mehr viel voneinander.
So entschwinden die Götter allmählich aus dem Bewusstsein
Wie die guten alten Freunde
Mit denen man seinerzeit Pferde gestohlen hat.
11 Novembre 2014
lundi 3 novembre 2014
Vom Hörensagen
Und eine Welt ersteht neu, die
Im Licht schon längst verblichen war.
Welche Signale aus dem schwarzen Universum?
Fernes Stimmengewirr, des Öftern mündend in Gelächter
Dringt heran zu dem verbannten Kind
Als ob die Großen sich unten vergnügten
Ja, als herrsche nicht überall Nacht
Und eines nur ausgeschlossen sei vom schönen Fest –
Wo doch das Nachtreich keine Grenzpfähle kennt
Und Finsternis alles verhüllt um zu sein.
Was herschallt aus der Welt, ist nicht die Welt
Es sind heftigere Wünsche
Solche vom Hörensagen, früh, noch uneingezäunt, keine
Wie verschwommen auch immer erschaute Vision
Weil schließlich überall Nacht ist
Wenn das lauschende Ohr übernimmt.
31 Octobre 2014
dimanche 2 novembre 2014
Eigene Qualitäten
1. Reiner und schöner
Launen des Tages, für die Ewigkeit in den Arm geritzt
Unvergängliche Zeugen dafür, dass Versprechen niemals
___________________________________eingehalten werden
Sich früh schon den Leib mit gebrochenen Schwüren
_____________________________________verschandelnd –
So kindisch ist auch das Veröffentlichen
(Die Haut ist dann das Papier)
Doch zum Glück finden wenige einen Verleger.
Jungfräulich bis auf den jüngsten Tag, alt werdend
Ohne die sichtbaren Spuren vergangener Jugend:
Derart unüberprüfbar verdirbt es sich reiner und schöner.
2. Moralisch einwandfrei
Keinen juckt es, was der Alte
Auf seinem Grundstückchen werkelt
Wie er da den lieben langen Tag herumfuhrwerkt.
Er könnte eine Leiche verbuddeln bei dem Gerümpel.
Aber dazu bräuchte er zuerst eine Leiche
Und so weit geht er nicht, so weit ist es noch nicht mit ihm.
Er beschränkt sich also auf sein Dreckszeug
Dieser noch lebende, moralisch einwandfreie Alte
Allerdings so diskret, als gäbe es einen Leichnam zu verbuddeln.
3. Robust und dennoch leicht
Jedes Ding hat seine ureigenen Qualitäten
Und so sollte doch auch er seine Qualitäten haben.
Aber welche? Es ist die Welt, die sie vergibt.
Das Schuhwerk sollte bequem und rutschfest sein
Der Anorak auf jeden Fall wasserdicht
Und der Rucksack robust und dennoch leicht.
Das weiß er, und damit begibt er sich auf seine Ausflüge
Ganz ohne eigene Qualität, denn die
Wird vergeben von anderen, und er wandert ins Menschenleere.
4. Und nicht verfallener
In der Einsamkeit kann man immer noch auf Spiegel
______________________________________zurückgreifen.
Auf den so gut versteckten Teich beispielsweise, in dem das
Mythische Wesen sich anschaut.
Selbstliebe, die sich an die Vergangenheit hält
Und eines Tages beginnt, für den jungen Mann, der man war
Quasi zärtliche Gefühle zu entwickeln –
Ist das nun ein Zeichen deiner Verwesung?
Was soll denn gegen solch ein Selbstporträt einzuwenden sein?
Es ist dem Tod nicht stärker eigen als jedes andere Bild.
1. Et plus pur et plus beau
28 Octobre 2014
mardi 21 octobre 2014
Ce qu’on est
Inhabituellement ensoleillé. Quelque peu à l’écart de la foule
Quatre messieurs d’un certain âge –
Élancés, en grand boubou, rouge, or
Noir et blanc, aux belles toques assorties, dans les mains
Des cannes cloutées d’argent – posément en discussion.
Les croisant, je suis touché par la grandeur de l’Afrique
Et je me dis qu’à quelques frais il est possible
D’être reconnu comme ce qu’on est.
Mais ce type ébouriffé et en loques
Que j’y rencontre été comme hiver, matin et soir
Avec ses colliers rouillés –
Ses bâtons, ses ballots, son fatras limite ordure
Et son air dérangé, son mutisme, son immobilisme
Puis, oui, son ubiquité sur tous les bancs publics du coin –
C’est quand même autre chose, lui, et je me dis
Qu’avec un peu de magie il est en effet possible
D’être reconnu comme ce qu’on est.
21 Octobre 2014
dimanche 19 octobre 2014
Du culte de Çiva
1. Tombeau de verre
Un verre dans lequel on a bu pendant longtemps
Avec lequel on a déménagé
Devient apprivoisé. On l’a choisi et apprivoisé.
Presque comme un animal de compagnie.
On l’appelle, et lui, il rapplique
Pour entrer en communication.
Suis-je fou si j’en vois quasiment la queue qui s’agite
Lorsque j’y verse mon vin ?
Celui qui le soigne, qui le lave et qui le soigne
A des responsabilités, mais mieux encore : Pas touche, je
M’en charge moi-même !
Voilà pourquoi, lorsqu’il a été brisé, c’était la rage.
Oui, il y a des verres antiques encore en bonne santé
On a brisé un verre qui aurait pu devenir multi-centenaire
Qui m’aurait survécu restant mon verre à tout jamais
Si l’on ne me l’avait pas arraché de la main
Arraché comme la pomme du Paradis de son arbre.
2. De l’utilisation sensée d’une kalachnikov
On peut tuer quelqu’un avec un rouleau à pâtisserie
Mais ce rouleau est censé étaler de la pâte ;
Il doit y avoir également une manière intelligente d’employer une
______________________________________kalachnikov
Faire des trous dans le fromage, par exemple.
– On n’a pas besoin d’aller si loin.
Il est beaucoup plus facile de faire quelque chose de sensé avec
_______________________________________une kalach.
Serre-là sous ton bras et va-t-en découvrir le monde
En jouissant de ce qu’il t’offrira de beau.
Tu as des doutes sur sa sincérité ?
Dis, la pâte étalée, est-elle sincère ?
Mais oui, on peut transformer le monde à l’aide d’une kalachnikov
Le monde est, pour ainsi dire, déjà en état de paradis ;
Il n’y manquait que quelque chose de sensé dans tes pattes.
17. Oktober 2014
samedi 18 octobre 2014
Fähigkeiten
um fliegen zu können
Kaum ein Spatzengehirn.
So war das Frühwerk vielleicht bedeutender
als alles Spätere.
Er weiß nicht, wann er davonfliegen muss, und
weiß es doch: Er fliegt auf jeden Fall davon.
So war das Frühwerk verwegener
als alles Spätere: er konnte noch nicht fliegen.
Doch was half es dem großen Geist, fliegen zu lernen
Wo doch ein Spatzenhirn genügt?
Braucht es Kiemen und Flossen
um halbwegs schwimmen zu können?
Und einen Karpfenkopf?
So war das Spätwerk gewiss gewichtiger
als alles Frühere.
Er weiß nicht, wann er davonschwimmen muss, und
weiß es doch: Er schwimmt auf jeden Fall davon.
So war das Spätwerk weit kühner
als alles Frühere: er konnte nun halbwegs schwimmen.
Doch, es half ihm, sich ein klein wenig freischwimmen zu können
Um am Ende wie ein Karpfen zu verstummen.
Capacités
Pas besoin de beaucoup de cervelle
pour savoir voler
À peine le cerveau d’un moineau.
Ainsi, l’œuvre de jeunesse était peut-être plus importante
que tout ce qu’il a écrit après.
Il ignore quand il faut s’envoler, et pourtant
il le sait : il s’envole dans tous les cas.
Ainsi, l’œuvre de jeunesse était plus audacieuse
Lorsque suffit un cerveau de moineau ?
A-t-on besoin d’ouïes et de nageoires
pour savoir à peu près nager ?
Puis la tête d’une carpe ?
Ainsi, l’œuvre tardive avait certes plus de poids
que tout ce qu’il avait fait avant.
Elle ignore quand il faut s’ennager, et pourtant
elle le sait : elle s’ennage dans tous les cas.
Ainsi, l’œuvre tardive était plus téméraire
que tout ce qu’il avait fait avant : il savait dès lors un peu
___________________________________________nager.
C’est en quoi il profitait au grand homme d’avoir appris à surnager
Pour finir par se taire comme une carpe.
16 Octobre 2014
mardi 2 septembre 2014
Papou de salon
Des gens calmes dans la forêt calme, débarqués dans un salon
___________________________________________ calme.
Je serais presque Papou si le salon n’était pas si petit
Et mon arbre exotique si chétif.
Les spectateurs sont, en tout cas, plus proches des Papous
Que ceux qui ont tourné le film :
De purs produits de la télé, grands voyageurs, personnes du
___________________________________________monde.
Qui n’est pas grand voyageur ne rencontre pas ses semblables.
Heureusement, il y a le poste.
Mais ils sont tout à fait de l’autre côté de la barrière, ces
_____________________________________entremetteurs ;
Qu’ils le veuillent ou non
Ils sont tellement du côté du bruit
Que même le silence rentre dans ce cadre-là.
Quoi donc savoir de ses frères ?
J’aimerais que les Papous sentent
Comme c’est beau
Qu’on ne se connaisse pas.
1. September 2014
mardi 5 août 2014
La bonne distance
Il faut se tenir à distance.
Distance, on te connaît
Autant qu’inexistence.
Cette fatalité qui fait
Que tout doit rester inchangé
Et que sagacité
Ne saurait déranger.
samedi 5 juillet 2014
Gesetze der Logik
Hätte ich meinen Kopf jedoch nur ein ganz klein wenig nach rechts gedreht, wäre sofort ein Fenster gekommen und mein Blick hätte durchaus zum Horizont schweifen können. Mir hätte sich ein wunderbares Panorama geboten, mit ungetrübter Sicht auf die Unendlichkeit.
Keinen Röntgenblick erlernen, sondern nur leicht den Kopf wenden – das lehren einen die Gesetze der Logik. Eine Antwort auf berechtigte Fragen ist das allerdings nicht. Deshalb saß ich in diesem Sessel und sinnierte. Mit Scheuklappen, wenn man so möchte, aber doch auch nicht zum Augentraining.
9 Janvier 2014, trad. 10 Juin 2014
mardi 3 juin 2014
Beunruhigende Symptome
Ich sollte mich eigentlich untersuchen lassen
Dringend sogar, meint die Ärztin.
Sie kann mir aber nur empfehlen, nicht befehlen
Und ich will nicht so recht.
Es ist nicht so, dass ich Bammel davor hätte
Mir hinten oder vorne etwas hineinschieben zu lassen
Nein, prinzipiell habe ich davor nicht groß Angst, ich habe
Bloß keinerlei Vertrauen in die Hineinschiebenden.
Wenn man sich vorne oder hinten etwas hineinschieben lässt
Muss man nämlich ein gewisses Vertrauen haben, jawohl
Bei solchen Vorgängen muss eine Vertrauensbasis herrschen
Und die herrscht leider nicht. Ja, und denjenigen
Die auch noch behaupten, die ganze Schieberei sei doch nur
Zu meinem Besten, denen traue ich zweimal nicht, und
Besonders, wenn sie es von Berufswegen behaupten.
Ich lasse mir eben nur sehr ungern
Von jemandem hinten oder vorne etwas hineinschieben
Falls diese Person von Berufswegen behauptet
Es sei zu meinem Wohl und sich
Dafür bezahlen lässt. Es war schon immer so
Dass ich den Professionalismus ablehne.
Du sagst: Klar, du hasst die Geldgier
Doch wer schiebt denn tatsächlich aus reiner Menschenliebe
Naivlern wie uns hinten oder vorne etwas hinein?
– Ich kann dem seine Berechtigung nicht absprechen.
Du scheinst dich auszukennen, schon oft
Hat mich dein scharfes Urteil überrascht und unsicher gemacht.
Je devrais faire passer un examen
29 Mai 2014
lundi 5 mai 2014
L’appel du chat
L’appel du chat devient parfois bizarre :
Rauque, aigu, triste, vif, modulé non sans audace
Et facile à confondre avec le geignement d’un nourrisson.
On le perçoit au loin, mais jamais aucun chat
Ne s’exprime ainsi en notre présence ;
On ne lui connaît pas ce côté-là
Le côté adulte, je présume.
Il y a d’autres innocences
Dont on ignore certains râles, et
Pas plus mal de ne pas être au courant
De toute leur gamme en matière de sonorités.
Et cela bien que ces appels de chat ressemblent
Aux bruits émis par ceux que l’on pense
Encore transparents, si ce n’est
Tromperie dès le début.
25 Avril 2014
jeudi 3 avril 2014
Un bref instant
Il amenait avec lui meubles, baldaquin et tout
Car l’endroit était nu.
Il doit être gratifiant
D’arriver en grande pompe
Chez sa belle au bois dormant, mais
Belle à poil et sans aucun maquillage
Et qu’on parera de fanfreluches
Pour une grande fête
Avant de la rendre, les feux éteints
À sa nudité première.
Comme si tel visiteur
Était nécessaire au lustre
D’un château bâti de pierre
Qui auréole, en vérité, celui qui l’investit
Apportant peu, et rien que du futile :
Quelque bahut, quelque tenture
Et le passage de son enflure.
3 Avril 2013
mercredi 5 mars 2014
Fugato
i. Roseaux rivaux
Das Licht tritt durch die Ritzen früh am Tag
Es ist jetzt Morgen, sagen diese Ritzen.
Der strahlende Athlet dahinter mag
Zu dieser Stunde schon die Welt besitzen –
Mich hinter Barrikaden kriegt es nicht
Das in den Ritzen sitzende Gelicht.
Wo Elegante heute promenieren
War früher See. Nun Dämme aufgerichtet.
Ein Sturm, der das gewagte Werk vernichtet
Mag sich zwar eines Tages wieder rühren
Doch mich hält ab, was auf die Zeit vertraut
Und unbemerkt sich in den Ritzen staut.
Ich hätte mich auch längst hervorgestohlen
Gäbs da nicht zu viel, das zurückhält, ich
Wär selbst gedrungen, selber unmerklich
Säß nicht schon zu viel zwischen Tür und Bohlen.
So kann den Ekel ich nicht überwinden
Durch solche Ritzen einen Weg zu finden.
ii. Regrets
Un soir, pas nécessairement fait pour, tant pis
Me suis-je dit, il faut tenter de se refaire
Et sans plus de façons j’ai quitté mon repaire
Pour prendre l’air qui m’attendait. Mal m’en a pris.
J’étais glacé lorsque j’ai regagné mon antre
Où je me suis revigoré en moins de deux
Et puisque je m’étais couché seul dans le pieu
C’était mon propre feu qui m’a chauffé le ventre.
L’âme a clamé sa part, la brave, et elle m’a
Expédié en enfer pour expier dans la flamme.
Faute de diable, nul bûcher pour que j’y crame
Ne brûlant que par moi, je suis parti de là.
Me croyant guéri je suis ressorti alors
Pour replonger seul dans ce bordel improbable ;
J’ai regretté mon page et mon enfer sans diable
Tout en me trouvant toujours mieux fiévreux que mort.
iii. That which We Call a Rose
War auch nicht Shakespeare, wer sich Shakespeare hieß
Und schrieb nicht Shakespeare, was ihm zugeschrieben
Ist doch von Shakespeare, was er hinterließ
Egal, was er im Leben sonst getrieben
Als sei Shakespeare von Shakespeare nicht zu trennen
Begann er sich erst einmal so zu nennen.
Wer bleibt schon, wer er ist, sobald es einen
Gibt, der wie er ist, ist er auch nicht er:
Insofern er es ist, darf man es meinen
Und es wär tragisch, wenn es nicht so wär
Dass einzig an den Werken wird erkannt
Ob einer ist, wonach er sich genannt.
Ich allerdings – vielleicht, weil ich noch lebe –
Fänd mich mit einem Double schwerlich ab;
Nicht etwa, dass es einen andern gäbe
Verstörte mich, doch dass es mich nie gab
Sobald ein anderer dies Dasein führte
Und fasste, was nur mich allein berührte.
2. - 4. März 2014
dimanche 2 mars 2014
Die Ansteckungsgefahr
Ward morgens angetreten zur Kontrolle;
Hygiene spielt damals eine Rolle
Man kanns begrüßen oder auch beklagen.
Wir durften jedenfalls die Beine heben
Und wer verpilzt war, wurde abgesprüht
Woran der Unvoreingenommne sieht:
Es ist nicht alles schwarz und weiß im Leben.
Schaust du dir nun versonnen auf die Zehen
Und weißt nicht recht, was du davon sollst halten:
Gras wächst auf den Ruinen, doch die Alten
Erzählen manchmal Dinge, die geschehen.
1er Mars 2014
jeudi 6 février 2014
If Deep Calls to Deep
Les hommes ne sont pas moins curieux que les singes
On a demandé à des singes de se comporter comme des hommes.
Avec le naturel qui les caractérise, ils se sont prêtés au jeu.
Le temps d’apprentissage était court, beaucoup plus court
Que lorsque l’homme apprend une langue étrangère.
Tout concourait dans le singe à faire l’homme
Comme tout concourt dans l’homme à faire le singe.
Si l’on veut parler d’avance ou de recul, on n’avance
Pas moins facilement qu’on ne recule –
Terrain meuble ou sol stable : progresser
N’est pas plus dur que régresser. Et pourtant.
Puisqu’il y a cause et effet, et puisque
Pour monticuliser il faut creuser et vice versa
Le pelleteur se trouve plus tôt au fond d’un trou
Que monté sur un mamelon même modeste.
Il descend plus aisément qu’il ne s’élève ;
Sans bien comprendre ce phénomène
Il l’observe en se grattant la tête
Fût-il singe ou fût-il homme.
5 Février 2013
mardi 21 janvier 2014
En brasserie
Tout près du monde et celui-ci tout près de moi
Les yeux des gens parfois attirés par ma viande
Et moi, les levant pour des chairs rasant la vitre
Parfois pas moins tentantes que mon rond de gîte.
Des yeux donc tombaient en marchant sur un bon plat
Et d’autres yeux suivaient, en mâchant, des rondeurs
Vernies d’être passées si près de ma fourchette.
Vitrine à deux côtés, on aurait pu penser
Qu’il se nourrit, le monde, en brassant les idées.
Lorsque je suis sorti, me mêlant aux passants
Ce monde-là ne m’intéressait plus autant.
Ai-je besoin d’un présentoir pour apprécier ?
J’étais rassasié par un bout de bidoche –
Belles sont les idées, aussi belles que fausses.
21 Janvier 2014
mardi 7 janvier 2014
Ausgewachsen
Er hatte sich ausgewachsen zu einem richtigen Mann.
Was soll man dazu sagen? Glückwunsch?
Die Dinge werden ernst ohne ihr Zutun, ohne eigene Schuld.
Gefolgt werden muss ihnen –
Doch endlich zur Form gefunden? Unsinn.
Zwar beeindruckend, aber nicht besonders lustig
Dass er fortan wohl auch ernst genommen wird;
Denn wenn etwas nun richtig ist, war es das schon vorher
Und vermutlich sogar ein Stück richtiger.
Anscheinend ist es nur so, dass das Richtige
Erst dann, wenn es seinen Schmelz verloren hat
Glaubhaft zu werden beginnt.
Wenn man sich erinnern muss, wie es früher war.
Ein schon lange aus dem Fluss gefischter Kiesel
Den man nur noch durch die Tränen wiedersehen kann.
Et le voilà devenu un vrai homme.
Quoi en dire ? Félicitations ?
Les choses se font sérieuses sans leur concours, sans qu’on en soit responsable.
Il faut les suivre –
Ont-elles pourtant trouvé leur forme ? Bêtises.
Certes impressionnant, mais pas spécialement drôle
Que, dorénavant, il sera sans doute aussi pris au sérieux ;
Car si quelque chose est vrai maintenant, ce l’était déjà avant
Et probablement même un petit peu davantage.
On dirait que le vrai ne devient crédible
Qu’à partir du moment où
Il a perdu sa grâce.
Lorsqu’il faut se souvenir
Comment c’était avant.
Un galet longtemps sorti de l’eau
À revoir uniquement à travers les larmes.
6 Janvier 2014
lundi 6 janvier 2014
Thin
And meager is meager.
The anorexic teen in spandex jeans
Understands she still has baby fat to shed, a
Sure discernible excess when
Crammed into skin-tight.
There is a point from where you dare.
The courage of displaying one’s shortcomings
Isn’t limited to the slovenly elderly.
Huge thigh gap, generational, yes
All set to finish her journey
Astraddle on a gurney.
But the stick legs so far keep her up and spindling
Toward cutoff date.
Bone frame so salient that one can x-ray
The insight she has of herself and also learn from it.
If she should survive the ordeal of such youth, any given age
Will have gone from her, rubbed away
Like antler velvet
Her last loose ounces of derm.
Before, transparency is
A meager trump card.
A hope, a purpose.
January 5, 2014
mercredi 1 janvier 2014
Limbus
Stelle ich mir vor, was drinsteht.
Wenn sie dann ankommen und ich sie öffne
Ist die Überraschung nicht mehr so groß.
Früher verlobten sich die Leute brieflich
Nach Erhalt eines Medaillons mit dem Portrait
Der ihnen noch unbekannten Person, mehr
Mussten sie nicht wissen, um sich unsterblich zu verlieben.
Entstieg diese Person der Kutsche
Begann der Trott.
Auch mir fällt es leichter
Mich in ein Foto zu verknallen.
Eine Wirklichkeit ohne Buch, auf das man warten muss
Ohne Medaillon oder Fotografie
Wäre die Hölle
Für einen liebesfähigen Menschen.