jeudi 13 août 2015

Hinterhalt

Ist das zu Recht im Hinterhalt zu nennen
Was nur eben bei sich selbst ist?
Wen blendet denn schon die aschgraue Verheißung
Des Steins, bevor draus Feuer geschlagen wird?

Vielleicht verborgen der Grund, doch nicht die Weise.
Vielleicht verborgen das nicht billig zu Habende.
Deswegen etwa auch der Hinterhalt.
Ein ganzes Leben steckt dahinter.

Allein hermetisch das Warum.
Wer es nicht lebt, ja, der sieht es vielleicht nicht:
Das zumindest sollte augenfällig sein.
Aber was ist schon Licht?

Schon so spät jetzt. Das Eigne
Hängt auch an dir wie schwere Ketten
Nur eben Eisen im Goldglanz versinkender Sonne
Nicht ordinäre goldne Ketten.


Réserve

Peut-on appeler à juste titre en cachette
Ce qui, simplement, est chez soi ?
Qui donc éblouirait la promesse cendrée
Du silex avant que n’en parte le feu ?

Cachée peut-être la raison, pas la manière.
Caché peut-être rien que ce qui n’est facile.
Voilà pourquoi la réserve.
Là-derrière, planquée, une vie entière.

Est hermétique le seul pourquoi.
Peut-être faut-il la vivre, cette vie, pour la voir :
Cela au moins devrait être une évidence.
Mais qu’est-ce après tout que la lumière ?

Il est déjà tard. Ta nature
T’encombre, toi aussi, de lourdes chaînes ;
Seulement, des fers dorés par le soleil couchant
Pas de vulgaires chaînes en or.


Reserve

Who can call with good reason lying in wait
The thing that simply abides in itself?
Who’d be dazzled by the ash-gray commitment
Of a flint yet before fire struck from it?

Maybe hidden the grounds, not the manner.
Maybe just hidden what isn’t easy to get.
That’s why the reserve.
And behind it, stashed away, a proper lifetime.

Hermetic only the grounds.
If you don’t live it, you might happen to not see it:
This at least should be apparent.
But what is light after all?

It is getting late now. Your belongings
Do encumber you, too, like heavy chains –
Irons gilded, indeed, by the sunset
No gaudy gold chains.


August 12, 2015

dimanche 2 août 2015

Ernte

Das aus dem Frühnebel tretende Einhorn
Das nichts ankündigt

Die klaren, kalten Tage
Ohne Botschaft oder Auftrag

Die Dämmerung mit ihren Buckelgestalten
Fäuste ballend, aber stumm

Die erscheinenden Gedanken
Aus dem einsamen Meer aufgestiegen

Jenes Leben aus Erschütterung und Ängsten
Nutzlos jähem Bemerken:

Nicht kann die Ernte doch eingefahren werden
Nein, nicht vor Nacht und Schlaf.


Récolte

La licorne surgie des brumes matinales
Sans annoncer une chose

Les journées claires et froides
Sans tâche ou message

Les créatures bossues du crépuscule
Serrant les poings, mais muettes

Les pensées qui apparaissent
Jaillies de la mer déserte

Cette vie faite de chocs et d’angoisses
De la brusque et inutile aperception :

La récolte ne sera pas engrangée
Non, pas avant nuit et sommeil.


Harvest

Stepping out of early mist the unicorn
Herald of nothing

The clear and cold days
Without message or mission

Twilight’s hunchbacked apparitions
Clenching fists but in silence

The thoughts cropped up
Sprung from the desolate sea

This life of anguish and commotion
Of unhelpful sudden insight:

There shall be no harvest to reap
No, not until night and sleep.


July 29 & EN 31, 2015

samedi 1 août 2015

Ein Dichter meines Alters

Ein Dichter meines Alters beklagt sich
Etwas erreicht zu haben. Eventuell zuviel.
Dahin, die holde freie Jugend, weh
Ach weh, die Zwangsjacke des Erreichthabens!

Ich bin auch meines Alters
Und habe nichts erreicht, gar nichts.
Dahin, die hoffende Jugend, weh
Ach weh, die bewahrte holde Freiheit!

Wir spielen beide bei den Alten Herren
Nur nicht in derselben Liga.
Soll ich nun Gefühle entwickeln für dich
Der du einer Vorgeschichte nachtrauerst?

Wirst eben Eintrittsgeld bezahlt haben müssen.
Ich weiß es jedoch nicht, blieb unerfahren;
Der so viel banalere Misserfolg lässt
Keinen Platz für Schadenfreude.


Un poète de mon âge

Un poète de mon âge se lamente
D’avoir réussi. Éventuellement trop.
Adieu, belle jeunesse libre, las
Ô las, camisole de la réussite !

Moi aussi, je suis de mon âge
Et cela sans avoir réussi quoi que ce soit.
Adieu, jeunesse pleine d’espoir, las
Ô las, belle liberté conservée !

Tous les deux chez les vétérans
Nous n’évoluons pas dans la même ligue.
Faudrait-il que j’aie des sentiments pour toi
Qui regrettes désormais une préhistoire ?

T’as dû payer ton billet d’entrée, mais
Je n’en sais rien, faute d’expérience ;
L’autrement banal échec ne laisse
Pas de place pour m’en réjouir.


29 Juillet 2015

mercredi 29 juillet 2015

Herkunft

Man wurzelt schnell ein –
Zwei oder drei Generationen genügen.
Die Vorfahren waren eingewurzelt

Und zogen doch immer wieder um
Gehörten verschiedenen Völkern an
Darunter auch speziell umziehendem

Und wirken doch überall schon verwurzelt
(Oder wenigstens nicht entwurzelt)
Falls einmal die Sprache auf sie kommt.

Liegt das an der Sprache, an den
Vorfahren oder war es damals einfach so?
Zu lange her, man kann es nicht mehr entscheiden.

Ich bin jedenfalls auch umgezogen
Und Einwurzelung ist gerade nicht, jawohl
Das glatte Gegenteil scheint an der Tagesordnung

Und darum weiß ich kaum, wie sie gedacht haben
Was sie allweil so umtrieb, geneigte Vorfahren
Inwiefern in ihrer grauen Vorzeit

Sie sich also auch voneinander unterschieden
Und nicht nur etwas andre Rituale pflegten
Und sich etwas anders ernsthaft gaben.

Wie ein Frankenstein aus ihnen zusammengefügt
Lebe ich so, als sei alles neu: neu, ungedacht
Und unterschiedlich, aber alles in allem

– Das heißt im Anderswo irgendwo –
Muss ich ihnen dann wohl ähneln, meinen Vorfahren.
Ist das gleichgültig?

Man gewöhnt sich an das Neue
Doch an das Alte kann man sich nicht mehr gewöhnen
Denn es ist schon wie vergangen.


Origine

C’est vite arrivé qu’on prenne racine –
Deux ou trois générations suffisent.
Les ancêtres avaient pris racine.

Pourtant, ils ne cessaient de bouger
Appartenant à des peuplades diverses
Dont une qui est spécialement déménageuse

Tout en donnant l’impression d’être enracinés
(Ou du moins pas trop déracinés)
Quand il se trouve qu’on parle d’eux.

Serait-ce à cause du parler, à cause d’eux
Ou était-ce tout simplement comme ça autrefois ?
Cela fait bien trop longtemps, on ne saurait plus le dire.

Moi aussi, j’ai bougé, pour l’instant
Sans qu’il y ait eu enracinement, hélas
C’est le contraire qui est à l’ordre du jour ;

Et voilà pourquoi je ne sais guère leurs pensées
Et ce qui a dû les remuer, ces chers ancêtres
Et en quoi, en leur immémoriale grisaille

Eux aussi se distinguaient nettement l’un de l’autre
Au-delà de s’adonner à des rituels différents
Et d’être sérieux chacun à sa manière.

Tel un Frankenstein composé d’eux tous
Je vis comme si tout était neuf : neuf, impensé
Et dissemblable, mais, tout compte fait

– Bien quelque part dans mon ailleurs –
Je dois alors leur ressembler à mes ancêtres.
Serait-ce sans importance ?

Si l’on finit toujours par s’habituer au neuf
Impossible de s’habituer à l’ancien
Car celui-là, il est déjà comme parti.


25 Juillet 2015

lundi 27 juillet 2015

Von den Fundstücken

Er sagt, er sucht nicht nach ihnen
Erwartet jedoch, dass sie kommen.
Dass sie auf ihn stoßen, ihm zustoßen.
Damit sie aber kommen, muss er gehen.
Er muss rennen, damit sie ihm nachlaufen.
Doch wenn sie dann irgendwo auf ihn stoßen
Haben sie sich von ihrem Geburtsort entfernt.
Es wäre schön, sie noch an ihrer Quelle zu finden
Ganz herrlich, gleich an der Quelle darauf zu stoßen.
Also dort, wo sie sich tränken. Aber das geschieht selten.
Und ob es dann die gelungensten sind, ist eine andere Frage.

Darum behilft er sich mit dem reinen Wegrennen vor ihnen.
Mit jenem Wegrennen, das freilich einem Warten ähnelt
Dem wenigstens hoffnungsvollen Fliehen sozusagen
Und solche Kühnheit hat immerhin zum Ergebnis
Dass sie tatsächlich irgendwann auf ihn stoßen
Wenn auch erst weit entfernt von der Quelle
Denn um sie an der Quelle zu überraschen
Bräuchte es weniger Hoffen und Fliehen
Als schieres, ungetrübtes Nichtwollen
Was jedoch seine Kräfte übersteigt
Die allzu wunschbereiten Kräfte.

27. Juli 2015

dimanche 26 juillet 2015

On a Close Shave

     Now any different, shaven pan?
So, was that soul’s patch naught but fly
A stylish trick and alibi
    The mental piece (you’ll catch my drift)
Being a barren bluff again
And no more hotbed breeding thrift
Nor nest for knickknack, chin-aware?

    Like any other, barbered skin
Must shine its truth, in mirror style
As if lost outgrowth by some wile
    Would clear one’s mind, and yet lay bare
The yarn spun by the raffish chin.
So, any different? Anywhere?
– Nah. Just another fashion shift.

July 25, 2015

mardi 14 juillet 2015

Sündenfall


i. Worauf es ankommt

Die Früchte der Erde genossen –
Nicht als Obst, sondern durch die Brennblase gegangen;
Das Destillat zuvor bezahlt mit Geld;
Dieses Geld durch Nichtstun erworben (schändlich!);
Destillat aber die Grundlage für ein neues Gedicht.

Lebenswasser = Menschenwerk
Dichtereien = Menschenwerk
Jedoch unter anderen Bedingungen.

Mit den Früchten der Erde weiß jeder etwas anzufangen;
Mit dem daraus Gebrannten eigentlich auch;
Aber mit dem aus Brand sublimierten Wortgebäude?

Es gibt Menschenwerk und Menschenwerk
Insofern es hierzulande an Erwartungen mangelt.


ii. Wo wird es sein?

Wartet einer darauf?
Nein, niemand.
Arbeitet einer daran?
Ja, jemand.
Wo wird es sein, dieses Werk?
In der Erwartung: nirgendwo
Aber irgendwo.

Das Werk kommt seinem Schöpfer gleich
Und der Schöpfer seinem Werk –
Das ist hiermit bewiesen.

Und rechtfertigt selbst das verborgene.


iii. Die Lehre

Was freilich sollen Rechtfertigungen
Wo doch der reine Alkohol genügt?
Der Mensch soll sein Werk nicht zu weit treiben
Wenn er möchte, dass es für sich selbst spricht.

Das Werk, das nicht mehr für sich selbst spricht
– Ob erwartet oder nicht –
Ist nur noch den Menschen wert
Der es fabriziert hat.

Eine Lehre, egal
Ob für den Menschen
Oder sein Werk.

8. Juli 2015

mardi 30 juin 2015

Großes Rätsel

Jemand sitzt in einem vergitterten Raum.
Alles vergittert. Alles.
Wie ist er nur hineingekommen?
Es muss ihm doch jemand geöffnet haben.
Jene vergitterte Tür.
Jetzt sitzt er da wie das Segelschiff in seiner Pulle.

Man fragt sich zwar, wie er es geschafft hat
Aber er passt hinein. So perfekt
Als sei er dort geboren, hineingeboren wie die Williamsbirne.

Glas oder Gitterstäbe –
Was das Lebendige dahinter hält
Ist einzig und allein, dass es nicht hindurchkommt.
Diese Binsenweisheit löst aber keineswegs das Problem
Dass es durch sie auch nicht hineinkommt
Und zuweilen dennoch dahinter ist.

Es ist ein arg gewitzter Helfer
Der das zustande bringt.
Von selbst schafft man es nicht.
Von selbst schafft man nur das Unglücklichsein.



Grande énigme

Celui-là est dans un pièce grillagée.
Grillagée partout. Partout.
Comment donc a-t-il pu y entrer?
C’est que quelqu’un a dû lui ouvrir.
Cette porte grillagée.
Maintenant, il fait le voilier dans sa bouteille.

Si l’on se demande bien comment il a pu faire
Il y semble tellement à sa place
Qu’on le dirait né dedans, comme une poire Williams.

Du verre ou du grillage –
Ce qui retient le vivant derrière
C’est uniquement qu’il ne saurait passer à travers.
Ceci dit, il y a toujours le problème
Qu’il ne passe pas non plus de l’autre côté
Et pourtant s’y trouve parfois prisonnier.

Doit être par trop malin
Celui qui aide à réussir un tel coup.
Tout seul, on n’y arriverait pas.
Tout seul, on n’arrive qu’à être malheureux.

28 Juin 2015

lundi 29 juin 2015

Verwilderte Gärten

Verwilderte Gärten
Oder romantisch zugewachsene Grabstätten
Haben in Deutschland nur in Gedichten ihren Platz;
In der Wirklichkeit
Kommt ein Brief von der Stadt- oder Friedhofsverwaltung
Und es muss gerichtet werden.

Dass wegen eines krumm eingesunkenen alten Steines
Mit der Zwangsauflösung des Grabs aufgrund von Ungepflegtheit
_____________________________________  gedroht wird
– der Fachausdruck ist „Abräumen“ –
Allein diese Tatsache
Lässt des Landes historische Flächenbombardierung
In durchaus milderem Lichte erscheinen.

Was man will, das bekommt man auch.

28. Juni 2015

dimanche 28 juin 2015

Tugenden


i. Was erhält und was zerstört

Lieblos waltende Gestalten
Wollen ihm sein Glück erhalten
Wesen, die das Herz betören
Wollen dieses Glück zerstören.

Warum ist das so, warum
Ist es denn nicht andersrum?
Vielleicht fehlt an seinem Glück
Einfach noch ein kleines Stück.


ii. Was hilft

Gut ist es zu gehen.
Hat einer genug, kann er sich davonmachen.
Nichts mehr sagen, sich wortlos abseilen.
Jedoch würdigen Ganges, nicht etwa
Zetermordio schreiend flüchten.

Gut ist auch zu stehen.
Allem Druck zu widerstehen. Wortlos. Beharrend.
Hier stehe ich, ihr Armleuchter, ich wenigstens
Kann nicht anders; und wer eben auch nicht
Anders mag können, der stehe mir bei.

Das Beste aber ist zu flehen.
Gelobt seien stürzende Tränen, seien ringende Hände;
Denn es sind die vom Leid geplagten Wortreichen
Sowie die zungenfertig ihr Leid Klagenden
Denen die Glorie winkt.

Gehen ist gut, stehen ist gut
Wer aber gar zu flehen versteht
Der hat in dieser Welt von Unbarmherzigkeit
Den Weg zur Glorie beschritten.
Ja, so edel geht es dann doch auch wieder in ihr zu.


iii. Ce qu’il en est


Les vertus de l’enfance
Ne sont pas les vertus de l’âge adulte
Ne sont pas les vertus du grand âge

Mais ce n’est pas ton âge que tu as
Mais celui de tes vertus.


25 Juin 2015

jeudi 25 juin 2015

Délestage

En perdant un peu de poids
Je me suis amusé à remonter cette pente
Qui veut que je m’alourdis
Tout en glissant vers l’état final, squelettique.

Entre le mouvement réversible
Et l’irréversible
Je me suis donc un peu amusé. Oui, un peu, sans
Grand espoir, en lâchant quelque lest.

Allégé glisserai-je moins vite
Et sera-t-il moins choquant, le contraste
Entre le futur moribond trop en chair
Et son cadavre rongé ?

On n’en est pas à un paradoxe près
Et je me suis donc amusé avec moi-même
M’acharnant péniblement contre ce qui m’attend.
Mais, rassurez-vous, le résultat des efforts était minime.

24 Juin 2015

mercredi 24 juin 2015

Schatten

Man hat partout den Schatten bemüht
Als ob es ein Schatten wäre
Wer einen vom Licht in die Dunkelheit zieht
Und vom Leichten ins Schwere.

Mein Schatten zeigt mir keinen Weg
Er fängt nur an bei mir
Denn steht mir eine Wand im Weg
Strebt er hoch an ihr.

Und gibt er so die Richtung an
Verhöhnt er mich zugleich.
Hinweg, du hämischer Schattenmann
In das Schattenreich!

23. Juni 2015

samedi 6 juin 2015

Parfois, je me demande


1. Nuit de fièvre

C’est une créature qui a le feu au derrière.
Je l’ai touchée et je peux te l’assurer :
Elle a le cul en feu.

C’est qu’elle a dû prendre un sacré coup de froid.
Si je continue à l’avoir aussi près de moi, cette
Créature tellement chaude

Je finirai comme elle.
Alors nous serons deux à avoir le feu au derrière
Et plus vraiment envie de nous amuser.

Parfois, je ne comprends rien à nos façons de parler.


2. L’intelligence d’en rire

Il y a des gens aux rires importants.
Ils ont peut-être de très grandes bouches
Et quand ils rient, bruyamment, cela va de soi.

Ce peuvent être des personnes fort intelligentes
Qui ne rient que de circonstances
Risibles aux yeux des personnes fort intelligentes

Mais leurs éclats habillent comme un uniforme :
En s’esclaffant, ils se mettent à ressembler aux autres
Y compris les imbéciles que font se gondoler les pires bêtises.

Oui, la vie même se rapproche de la bêtise
Une fois devenue cause de risée ;
Le rire, à l’instar de la mort, efface donc les distinctions.

Alors, comment faire si l’on trouve une chose cocasse
Et qu’on a peut-être une très grande bouche
Tout en étant terriblement intelligent ?

Parfois, le rire trompe son monde, et je suis gentil, là.


3. Un cas d’empathie instinctive

J’ai recommencé à me taper un classique moderne
Et au chapitre 3 déjà, j’étais repris par mon ancienne fatigue ;
J’en avais, me semblait-il, assez lu.

C’est comme ça, moi et la grande littérature :
Ne la prenant pas pour un pensum
Quand je sature, je referme et repose.

Peu d’ouvrages ont tenu jusqu’à la dernière page
Et pourtant, je les chéris, tous ;
Je ne méprise point l’œuvre que je rechigne à finir

Car j’admire l’effort de l’avoir écrite
Certes autant que mon envie, vaine, réitérée
D’en venir à bout avant qu’elle ne me tombe des mains.

C’est que le temps ici-bas est compté
Et l’auteur et moi – voilà le véritable miracle –
Ayant fait quelque peu connaissance, on se comprend sans mots.

Seulement, parfois, je me demande à quoi ça sert.


24 Mai / 5 Juin 2015

samedi 9 mai 2015

Left Out in Rain

Lorsque la pluie s’abat en ville, un peu de réalité se déverse. Petite ondée révélatrice, montrant l’humanité sous son vrai jour. La mienne aussi.

Tout naturellement, les uns hissent leurs boucliers et les déploient de conserve, tandis que d’autres pressent juste le pas ou se mettent carrément à courir. Puis certains parmi ces désarmés sortent l’arme secrète : leur propension à réparer en payant, faisant le bonheur du premier qui propose des expédients. D’autres encore, de la race du gibier, cherchent refuge et tant pis s’il s’y presse déjà foule, alors que d’encore plus petites natures y renoncent et reprennent leur fuite en avant victimale. Remarquons néanmoins que personne ne se bat et que nos cigales ne tentent pas non plus de s’approprier par la force les trésors des détestables fourmis enriflardées ; et pourtant ce serait souvent chose aisée. Il est toutefois bien rare de voir un gaillard se protéger sous l’ombrelle fleurie forcément arrachée à une frêle demoiselle. Ce n’est pas encore le moment des soldes, et le vernis civilisationnel nous préserve donc tous de l’opprobre au même titre que le dais portable les plus chanceux d’entre nous des caprices du ciel.

Loin de moi l’idée d’y trouver une consolation. On aurait à la limite pu prévoir la pluie ; mais jamais qui réagirait de quelle manière. On bute là contre une énigme qui désespère. Comment savoir pour de bon ? Nous faudra-t-il un autre totalitarisme ? Quels piteux impératifs que ceux de la prescience.

Si j’ai échappé jusqu’à présent aux véritables catastrophes, je me rends compte du principe : le moindre contretemps découvre. C’est un exploit d’avoir réponse à tout, même si ce « tout » est un peu prévisible ; en attendant, mes sympathies vont à ceux qui, supportant leur insouciance avec grâce, en récoltent les fruits nécessaires. Faute de bouleversements historiques c’est l’averse d’un instant qui me persuade, et loin des calvaires c’est le petit désagrément d’une après-midi parisienne qui arrive à me faire reconnaître en celui qui, vite trempé jusqu’aux os, court en silence – soit plus ou moins à mes côtés, soit dans une direction qui me surprendra toujours.


          Me, pour, and thoughts “par for the course”:
          I need no other (pelting) source
          No further circumbendibus
          That skies are empty. Empty plus.

          It’s not about materialism
          Or if clouds, burst, might prompt a schism
          Cutting the host of “dumb” from “shrewd”;
          It’s just about a state of mood.

          Need no umbrella to keep dry
          No Red-Sea drench to liquefy;
          Suffice a welkin keen to meet
          Its own requirements, and sheet.


[Zur Erinnerung. Ich habe wieder keinen, stellte er fest. Ich habe nie einen. Und wenn ich einen habe, bin ich nicht in der Lage, korrekt damit umzugehen. Dabei ist es doch ganz einfach: Du kannst die Leute mögen und dennoch lernen, dich so zu benehmen, dass es nützlich für dich ist. Normal nützlich. Egoistisch genug bist du ja, oder?
Man muss auch Nützlichkeiten zu gehorchen lernen. Auch dann parieren, wenn man anderer Meinung ist, das Geschwätz vom Kadavergehorsam hin oder her. Wer pariert schon gerne; aber wir leben jetzt in so erträglichen Verhältnissen, dass es wirklich normal ist, im Regen zu stehen. Nicht schlimm, normal. Vor allem „Pech“ ist das nicht. Nicht gewappnet außer Haus zu gehen, bleibt allerdings unnormal, es bleibt schlicht lächerlich – nicht zuletzt im Metaphysischen. Weil ein Niederschlag den Himmel von der Erde nämlich nicht trennt, sondern die beiden erst vereint miteinander.]


7. Mai 2015

dimanche 26 avril 2015

Trois épigrammes


i.

    Un ancien cimetière.
Depuis longtemps on n’y enterre plus
Mais on n’a pas non plus déterré.
    Portail rouillé, verrouillé, mais mur ci et là écroulé
La terre garde son butin
Alors que les preuves s’en vont.

    Ce à quoi je pense encore
Mais que je n’aime plus
A disparu de la terre
    Dans la terre
Tout est leurre
Comme ce caillou que j’y place en souvenir.

    La paix est-elle donc revenue ?
La mauvaise herbe pousse-t-elle désormais à bon droit
Lorsque je me remémore le passé ?
    Mon caillou si léger
Est d’origine volcanique
Pesant encore sur la tombe
    Qui s’enfonce.
Où serai-je, moi
Quand elle aura disparu tout à fait ?


ii.

    Ah, les jolis fruits peints
Frais et appétissants
Seulement sans chair, faits pour l’œil
    Sur le fond de la vieille coupe
Dont on a mangé les fruits –
De ceux-là, ils ne sont point trace, ni souvenir ;
    Ils y étaient avant
Ils y seront après
Et ne disparaîtront qu’avec la coupe même.

    Y ont-ils été mis pour servir d’appât
Tel le canard de bois ancré dans la mare
Ou sont-ils des matrices ?
    Je n’en sais rien, mais je constate
Qu’une fois les fruits consommés
Leur image, inaltérable, se révèle.

    Oui, je sais où se trouve la mémoire
Sans savoir où se loge l’oubli
Qui pourtant n’est pas rien et a, lui aussi, sa vie
    Dans le creux d’un vieux crâne
Contenant des icônes
À jamais fraîches et séduisantes.


iii.

    En fouillant dans un tiroir, je tombe
Sur un tas de lettres dans un étui en cellophane.
Je ne les rouvre pas, je me souviens et cela me suffit ;
    Une fois de plus, je suis allé à ta rencontre.
Nouveauté, dépends-tu du nombre de fois
Fraîcheur, des attentes ?

    Le travail de mémoire
S’accomplit hors de moi
Mais pas loin de mes yeux.
    Quand elle m’apporte un album, je feuillette
Distrait, ailleurs
Ce n’est pas le moment ; et pourtant.
    Quand elle me montre la maison qui a changé de maître
Sans y croire, je la suis, de pièce en pièce
Et si je ne reconnais plus rien, je m’y promène.

    Ressentir un plaisir au même instant
L’un et l’autre, en se touchant –
Voilà ce qu’elle propose, la mémoire :
    Hors de l’un, hors de l’autre
Mais pas loin de nos yeux
Qui, bien que préoccupés par autre chose, participent.


26 Avril 2015

samedi 18 avril 2015

Von der Nützlichkeit des Beschreibens


1. Schnürsenkelbinden

Spätestens seit der Einschulung
Aber vermutlich schon viel früher
Wusste ich, wie man Schnürsenkel bindet.
Jedenfalls seit mehr als einem halben Jahrhundert kann ich das
Aber nach wie vor bin ich nicht in der Lage
Mir kalt vorzustellen, was ich da genau mache
Geschweige denn fähig, diesen Vorgang zu beschreiben, kann
Ja noch nicht einmal mit Sicherheit sagen
Ob ich damit ein Schleiflein oder Schläuflein fabriziere.
Ich kann etwas, doch weiß anscheinend nicht, wie es vonstatten
_____________________________________________ geht
Weil ich es eben wie im Schlaf kann.

Ich weiß nicht
Ob mein Leben mein Schicksal ist
Oder was Leben oder Schicksal überhaupt sein könnte
Aber ich kann es offenbar
Ohne zu wissen, wie es geht
Seit über einem halben Jahrhundert
Und es wäre sehr dumm, mir vorzuwerfen
Dass ich es tatsächlich nicht beschreiben kann.

– Besonders viel ist es nicht, was du gelernt hast, wirst du sagen
Wenn du es noch nicht einmal auszuführen vermagst.
Und dein Leben sieht dann eben danach aus.

Ja, ich kann das wenige halt auch nur im Schlaf, und
Wenig Erlerntes war so nützlich wie das Schnürsenkelbinden –
Damit könntest du recht haben.

Und es hat schon auch recht, das arme Schicksal
Dass es so unnütz vor sich geht, und so unter
Verzicht auf meine Mitwisserschaft.


2. Aus dem Nähkästchen geplaudert

Ist nicht viel herumgekommen
Nur einmal kurz, und dann versehentlich.
Es gibt also nicht viel zu erzählen oder beschreiben.

Von oben kam dann der scheinbar liebende Magnet
Und zog die verschütteten Stecknadeln allesamt an.
Kleben nun an ihm und eine jede zeigt woanders hin
Köpfchen auch jeweils in die ihm passende Richtung;
Doch in der Welt kommt man so nicht herum.

Immerhin sind sie zahlreich, auf kleinstem Raum
Sieht es auch nicht so aus, quasi geordnet –
Wie es sich gehört für die Opfer eines
Der tatsächlich nicht liebt, sondern nur
Kalt anzieht nach seiner Magnetennatur
Und unter solchen Bedingungen festhält
Dass man einfach nicht mehr herumkommt.

Schwerkraft, schwarzes Loch, Geldprobleme
Und zufrieden wie eben ein Stecknädelchen
Das an so vielen anderen Stecknädelchen hängt.


De l'utilité de décrire

1. Faire des lacets

Au plus tard au moment de la scolarisation
Mais probablement bien avant
J’ai su comment faire des lacets.
Je le sais, donc, depuis plus d’un demi-siècle
Mais ne suis toujours pas en mesure
De m’imaginer à froid comment je m’y prends au juste
Sans parler de mon incapacité à le décrire, oui
Je ne peux même pas dire avec certitude
Si je fabrique alors des boucles ou plutôt un nœud.
Je sais faire et pourtant j’ignore comme cela se passe
– Rien que parce que je sais le faire sur le bout des doigts.

J’ignore
Si ma vie est mon destin
Et ce que vie ou destin pourraient bien être ;
Or, je sais faire, semblerait-il
Depuis plus d’un demi-siècle
Sans savoir comme cela se passe
Et il serait parfaitement stupide de me reprocher
Qu’en effet, je suis infichu d’en livrer la description.

– Tu n’as donc pas appris grand-chose, me diras-tu
Si tu n’es même pas fichu de le détailler.
Et ta vie se présente en conséquence.

Oui, ce peu, je ne le sais que sur le bout des doigts, et peu
De ce que j’ai appris était aussi utile que savoir faire des lacets –
En cela, tu pourrais bien avoir raison.

Et le pauvre destin, lui, a finalement aussi raison
De se passer de manière si inutile, et en
Se passant de ma complicité.


2. Tombée de la boîte de couture

N’a pas bourlingué beaucoup
Rien qu’une fois, et par mégarde.
A donc fort peu à raconter ou à décrire.

Puis est venu d’en haut l’aimant dit aimant
Pour les attirer, toutes ces épingles répandues.
Depuis, elles y collent, chacune montrant ailleurs
Leurs petites têtes aussi dans la direction préférée ;
Mais ce n’est pas comme ça qu’on roule sa bosse.

Pour le moins, c’est un grand nombre, ramassé sur un espace
Minuscule et, malgré l’apparence, quasiment ordonné –
Comme il convient pour les victimes de quelqu’un
Qui en réalité n’aime pas mais ne fait qu’attirer
Froidement obéissant à sa nature d’aimant
Retenant sous des conditions telles
Qu’on n’arrive plus à bouger.

Gravité, trou noir, problèmes de thune
Et content comme peut-être une petite épingle
Collée à tant d’autres petites épingles.

17 Avril 2015

mardi 14 avril 2015

Mitgeschlepptes Wissen

Es ist zwar keine Rückkehr in die Vergangenheit, doch ich
Wandere mit diesem lieben kleinen Hund, den man mir
Ausgeliehen hat, durch diesen lieben kleinen Wald
Den man mir auch ausgeliehen hat, und wo
Neuer Frühling auszuschlagen beginnt

Und über all dem Beginnenden ein
Pechschwarzer Muezzin weit oben vom
Forchenminarett zum hellen Amsel-‘Asr anhält:
Schau an, welch alte Ergriffenheit in solchem Wäldchen
In dem seit über dreißig Jahren ich nicht mehr gewandert bin.

Zwar lange her, und doch gelingt es mir nicht
Mit neuen, fremden Augen zu sehen, mit den Augen
Beispielsweise des von Natur verblüfften Eingewanderten
Der ich geworden sein sollte; Wissen ist freilich zu verwurzelt
Und dieses Wäldchen muss immer bei mir gewesen sein, scheint es

Gleich der Muttersprache unnehmbar, herumgeschlepptes Wissen
Und ob nun Rückkehr oder nicht, alt oder neu: Allzu viel und
Doch zu wenig ist in der Zwischenzeit geschehen, und so
Will ich nur schnellstmöglich wieder weg, Himmel, ja
Bloß weg von hier – wie vor über dreißig Jahren.


Un savoir trimballé

Bien qu’il ne s’agisse nullement d’un retour en arrière, je
Me promène avec ce cher petit chien qu’on m’a prêté
À travers cette chère petite forêt, également prêtée
Où un nouveau printemps se met à bourgeonner

Et parmi toutes ces prémices, du haut
D’un minaret conifère, un muezzin de jais
En appelle, enjoué, à la prière du merle  :  Dis
Donc, quelle vieille émotion dans un tel bosquet
Que depuis plus de trente ans je n’ai plus parcouru.

Bien longtemps, et pourtant je n’arrive pas
À voir avec des yeux neufs, ceux par exemple
De l’immigré, époustouflé par nature, que j’aurais
Dû devenir  ;  le savoir est bien trop enraciné, et cette
Petite forêt a dû rester avec moi depuis toujours, paraît-il

À l’instar de la langue maternelle imprenable, un savoir trimballé
Et qu’il s’agisse d’un retour ou pas, du vieux ou du neuf  :  trop
Et en même temps pas assez s’est passé entre-temps, et c’est
Pourquoi je n’ai que l’envie de me barrer, ciel, hors d’ici
Vite  –  exactement comme il y a plus de trente ans.


13 Avril 2015

mercredi 25 mars 2015

Ritournelle

Peut-être faut-il retourner
Dans des temps gris
Pour réapprendre ce qu’est voir.
Au paradis

Qu’on s’est depuis peinturluré
Avec entrain
L’œil débordé, bête affolée
Ne voit plus rien

Et moi, public d’un numéro
De trapéziste
J’acclame le danger, pas l’art
Haut sur la piste.

Or, arrivant à oublier
Cime et abîme
On va toujours me reprocher
Mon peu d’estime.

Peut-être faut-il retourner
Au paradis
Pour réapprendre ce qu’est voir
Dans des temps gris.

24 Mars 2015

samedi 14 mars 2015

Uralte Sommernächte

„Der kühle Abendwind, von dem doch alle profitieren
Das bisschen Gratisgabe Natur
Wenn sie könnten, würden sie den auch noch kommerzialisieren
Noch können sie nicht, aber wartet nur.“

So sprachen wir, und laue Lüfte strichen
Um uns, die wir so heftig aufbegehrten.
Der Mond stieg flimmernd auf, die Lasten wichen
Während sich ringsum dunkle Schatten mehrten.

Es scheint, der Fortschritt geht in diese Richtung.
Wir hatten damals nur dafür kein Ohr:
Das Sommernachtgespräch, der Wert von Dichtung –
Es kam uns alles unbezahlbar vor.

So sprachen wir, doch ohne zu erkennen
Wie recht wir damit hatten, ja
Wir redeten ins Leere noch beim Benennen
Der Fakten, denn diese Fakten – sie waren schon da.

Doch wir, in Gärten sitzend wie gewöhnlich
Wussten noch nicht, dass auch die Sommernacht
Einer bezahlen muss, bezahlt werden muss nämlich
Noch, dass man in ihr Weltenpläne macht.

13. März 2015

vendredi 13 mars 2015

Vom Kriege

Auf dem Weg in die Stadt
Komme ich an den vor sich hin welkenden Blumensträußen vorbei
Und an den vielen ausgegangenen Lichtlein
Und stelle vielleicht noch eines dazu
Und versuche, es anzuzünden
Blicke hinüber zu den beiden Soldätchen
Die sich hinter der Sperre brav die Beine vertreten
Und sage mir:

Der Frieden ist dem Krieg
Weiß der Himmel vorzuziehen
Doch allzu langer Frieden verkrustet, ja er
Verkrüppelt auch – auf seine Weise – und
Sieht man genauer hin, erkennt man die Verwüstungen.
Ich wünschte mir einen neuen Frieden, einen ganz jungen
Mit den belebenden Zügen eines unmittelbaren Nachkriegs
Eines Friedens derer, die noch einmal davongekommen sind –
Doch der ist auf die Dauer nicht zu haben.

So ähnelt lange währender Frieden
Trotz allem immer mehr einem Krieg, es ist
Immer mehr Krieg in diesem Frieden, immer mehr Tod
– Und nicht einmal besonders verborgen;
Solcher Frieden wird allmählich zum Friedhofsfrieden
Ist am Ende kaum mehr etwas wert
Und verdient seinen Namen nicht mehr.
Wenn es so weitergeht, sage ich mir, wird demnächst
Auch hier wieder richtiger Krieg ausbrechen
Wir sind jedenfalls auf dem besten Weg
Von diesem Frieden in jenen Krieg
Und die Blumensträuße, Lichtlein und gelangweilten Soldätchen
Können es leider nicht aufhalten
Denn es ist ja die Luft selbst
Die Krieg wieder einmal als Lösung erscheinen lässt.

Und dann schaue ich nochmals hinüber zu den beiden
Die sich hinter der Sperre brav die Beine vertreten
Und wie zur Antwort müde die Köpfe sinken lassen.


De la guerre

En allant en ville
Je longe toute cette masse de bouquets qui, peu à peu, se fanent
Et ce tas de bougies éteintes
Et j’y pose peut-être une de plus
Et j’essaie de l’allumer, puis
Je jette un œil en direction des deux troufions
Qui, derrière la barrière, font gentiment les cent pas
Et je me dis :

Le ciel sait comme la paix
Est préférable à la guerre
Mais une paix qui dure trop finit par encroûter, oui
Elle estropie aussi – à sa manière – et
Si on regarde bien on en aperçoit les dommages.
Moi, je souhaiterais une paix nouvelle, toute jeune
Aux traits vivifiés d’une immédiate après-guerre
La paix de ceux qui ont survécu de justesse ;
Or, cette paix n’est pas possible à la longue.

Ainsi, une paix qui a duré trop longtemps
Ressemble malgré tout de plus en plus à une guerre
Il y a de plus en plus de guerre en elle, de guerre et de mort
– Et même pas tellement cachées ;
Une telle paix, devenue paix de cimetière
Ne vaut alors plus grand-chose
Et ne mérite plus son nom.
Si ça continue ainsi, me dis-je, il y aura
Bientôt une nouvelle guerre véritable
Nous sommes, en tout cas, sur le chemin
De cette paix-ci vers cette guerre-là
Et les bouquets, bougies et troufions ennuyés
Hélas, ne pourront pas l’empêcher
Parce que c’est l’air même
Qui, une fois de plus, fait penser à la guerre comme solution.

Puis je lance encore un regard par-dessus la barrière
Où les deux font gentiment les cent pas
Et, fatigués, me répondent en baissant la tête.


11 Mars 2015

lundi 9 mars 2015

Point de retour

Même en me vautrant dans des images
Venues du fond des âges, de notre plus belle époque
Je suis incapable d’en retrouver l’esprit.
Je le ressens et j’en suis émerveillé, je le retrouve
Et pourtant, je ne le retrouve pas.
Mais il y a plus que cela que je retrouve sans le retrouver.

Il y a l’ami infidèle
Auquel je ne puis m’adresser que de la manière suivante :

Quelle chance qu’on ne se fréquente plus –
Tu n’es plus beau.
Comme ça, il te reste ta jeunesse
Lorsque par hasard tu me viens à l’esprit.
Quelle chance que tu n’aies pas voulu rester mon ami –
Amis, on se verrait, et à force d’être ensemble
Il m’aurait peut-être échappé comme tu as vieilli
Mais puisqu’on ne se rencontre presque plus jamais
Les rares fois que je tombe sur toi, cette vérité me frappe :
Tu t’es fané, rabougri, recroquevillé comme un
Pruneau dans cette peau autrefois éclatante
Qui, enfin, correspond à ta sécheresse de toujours
Et je suis heureux que tu repartes bien vite
Pour redevenir le beau jeune homme auquel je pardonne tout.
Avec encore un peu plus de chance, on ne se reverra plus jamais
Et ta chair finira par tomber toute seule.
T’as bien fait d’être un ami infidèle.

Voilà ce qui se passe
Lorsque, venant du fond des âges
On retrouve même la jeunesse
Quand on s’y retrouve en face
Et qu’on ne la retrouve plus.

6 Mars 2015

mercredi 4 mars 2015

De bons vieux amis, suite

Bizarre d’être invité chez des amis de trente ans
Et d’être en fin de compte comme chez des gens.
Peut-être toujours un peu moins de formalité
Mais désormais des propos comme chez les gens.
Du quant-à-soi, comme chez les gens.
De la tenue, comme chez les gens.
Décidément de la pose.

Ça doit être l’âge, me dis-je, la normalisation de l’âge.
L’âge n’est pas un naufrage –
Vieillir c’est la normalité –
Le naufrage c’est le normal.

Mais j’ignore si on l’a oublié entre-temps
Ou si on a fini par l’accepter.
N’osant plus poser ce genre de question
J’ignore donc si je me trouve brusquement
Face à la sagesse.

17 Février 2015

mardi 3 mars 2015

Area lata

Was soll denn groß ein Heimweg sein?
Wo führt er denn schon hin?
Ins eigne Nest, wo ich mit mir
Wieder nicht einig bin.

Was sollte schon der Fluchtweg sein?
Hinweg in fremde Welten?
Der geht dahin, wo doch auch nur
Dieselben Regeln gelten.

Die Regeln sind mir längst bekannt:
Diktat der Einigkeit.
Im engen Nest, der weiten Welt
Wartet derselbe Streit.

Weich ich dem Streiten zwar nicht aus
Will nur nicht einig werden
Sind alle Weg und Steg versperrt
Im Himmel und auf Erden.

3. März 2015

mercredi 25 février 2015

Et patet in curas

Ich ging den Weg, den Jahr um Jahr
Ich schon so oft gegangen
Dass jeden Stein ich weiß, und sah
Nun kaum durch Abendnebel.

Da wurde mir auf einmal klar:
Ich war im Nichts gefangen
Und jenen Nebeln unleugbar
Schon näher als dem Leben.

Ich sah auch, dass belanglos war
Wie oft hier noch gegangen
Doch hörte meinen Schritt und mich
Erfasste Todesbangen.

25. Februar 2015

mercredi 18 février 2015

Household Eucharist

Cut my finger.
Not the bread. The finger.
I wasn’t exactly drunk but I had
Had some wine and then
Finger may come before bread.

“This is my blood”, as the saying goes
When choosing body over bread.
Another holy communion thus, injury-prone.

Do I know if one has to be befuddled
To try and make it through identifications?
Or am I able to draw a line between
Martyrdom and factual accident? Surely not.
I have simply experienced
One fallout of transubstantiation.


Eucharistie domestique

La lame est rentrée dans mon doigt
Pas dans le pain. Le doigt.
Je n’étais pas vraiment bourré mais
J’en avais bu du vin et alors
Le doigt vient parfois avant le pain.

« Ceci est mon sang », comme il est dit
Lorsqu’on préfère le corps au pain.
Encore une sainte communion donc, accidentelle.

Sais-je s’il faut être enivré
Pour s’y retrouver par des identifications ?
Ou suis-je capable de faire la distinction
Entre martyre choisi et infortune ? Certes pas.
C’est juste que je viens de sentir
Le contrecoup de la transsubstantiation.


Häusliche Eucharistie

Das Messer ging in meinen Finger
Nicht ins Brot. In den Finger.
War zwar nicht direkt betrunken, doch
Etwas Wein hatte ich schon intus und dann
Mag der Finger vor dem Brot kommen.

„Dies ist mein Blut“, wie es heißt
Wenn der Leib dem Brot vorgezogen wird.
Also auch so ein Abendmahl, unfallträchtig.

Weiß ich, ob man berauscht sein muss
Um aufwärts zu streben durch Identifizierungen?
Oder bin ich etwa fähig, zwischen Märtyrertum
Und reinem Pech zu unterscheiden? Sicherlich nicht.
Ich habe jetzt nur die Konsequenzen
Von Transsubstantiation zu spüren bekommen.


16. Februar 2015, dt. Übers. 18. Februar

mardi 17 février 2015

Critique de film

Vu un film dans lequel les beautés étaient facilement nues.
J’ai d’abord pensé que c’était pour draguer le public
Mais après réflexion, je me demande.

Pourquoi ces retours faciles
Lorsqu’il s’agit de donner un sens précis
À une chose qui a le don de les émoustiller tous ?

Galvaudée, la nudité n’est plus normale, et pourtant.
Rien de plus naturel – le cinéaste n’est pas le seul à le dire –
Que la facilité. La facilité c’est la nature.

Ne pèle-t-on pas tel légume, de nature peu vêtu
Avant de le passer à la casserole, avant
Qu’il ne soit cuit pour de bon ?

Peu à l’aise avec les acquis
L’homme, lui, a toujours besoin de nouveau –
De ces justifications répétées à l’infini.

Couchés ensemble, ce qui déjà n’est pas mal
L’un a tiré sur la couverture
Et l’autre, du coup, s’est retrouvé de nouveau à poil.

Voilà, par exemple, une scène de cinéma.
Facile parce que tout n’est que couverture dans
Le rapport de force naturel.

Avant, on quittait les beautés
Avant, laissant le spectateur inconscient
Du combat à jamais indécis entre corps et couvertures.

Il y avait certes bien plus d’élégance dans les toiles ;
Néanmoins, à quoi bon camoufler
Avenir et attirance du vide ?

11 Février 2015

mercredi 4 février 2015

Fait divers

On m’a piqué les enjoliveurs. Tous les quatre d’un coup. J’ignore pourquoi, car les enjoliveurs sont en plastique, ce ne sont pas des objets de valeur, et on peut vivre sans. La voiture roule impeccable sans. Ça lui donne même un petit air sportif. En fait, je ne m’étais pas vraiment rendu compte avant que j’en possédais.
De formation marxiste, j’aurais été enclin à penser que celui qui met la main sur les affaires d’un possédant appartient à une fraction de la population qui s’en fout du plastoc assumé et aspire plutôt au luxe. Or, mes enjoliveurs à moi n’étaient que d’un modèle des plus courants et pas clinquants pour un sou. Il semblerait donc que les classes dangereuses aient entre-temps contracté le sens du joli humble, autrement dit du humblement joli. Dès qu’il s’agit de bagnole, même celles-ci tiennent à enjoliver pour pas cher. Si ce n’est pas désespérant ! C’est sûr, avec un lumpen ainsi dénaturé, le grand soir n’est pas pour demain la veille.
 

A swankily motorised pilgrim
Was one firm supporter of wheel trim
But near Knock he was ripped
Off, his felloes being stripped
Which reminded that shite of his sealed rim.


[Man hat mir die Radkappen geklaut. Alle vier auf einmal. Keine Ahnung, warum; denn Radkappen sind aus Plastik, nichts Wertvolles, man kann auch ohne sie leben. Auch ohne fährt ein Auto tadellos. Radkappenlosigkeit verleiht ihm sogar eine kleine sportliche Note. Tatsächlich war mir zuvor überhaupt nicht aufgefallen, dass ich welche besaß.
Als ausgebildeter Marxist hätte ich eher erwartet, dass diejenigen, die sich des Besitzes der Besitzenden bemächtigen, zu jenen Bevölkerungsteilen gehören, denen billiger Plastikkram gleichgültig ist und deren Sinn eher nach Höherem, nach Luxus steht. Besagte Radkappen gehörten aber zur schlichteren Sorte und hatten überhaupt nichts Luxuriöses an sich. Es scheint also, dass selbst die gefährlichen Klassen hinsichtlich ihres Schönheitssinns mittlerweile von Anspruchslosigkeit infiziert sind, anders gesagt: dass ihr Streben kleinbürgerliche Enge angenommen hat. Sobald es sich um die Blechkiste dreht, geht es auch ihnen um das Verschönern mit einfachsten Mitteln. Ist das nicht zum Davonlaufen? Kein Wunder, dass bei derartig degeneriertem Lumpenproletariat Sozialrevolutionen nicht mehr an der Tagesordnung sind.]


3. Februar 2015

jeudi 22 janvier 2015

Von einem Höheren

Uralt, dieses Bedürfnis zu dienen um bedient zu werden
Und auch nie aus der Mode gekommen
Die Welt funktioniert nur so.
Doch jetzt hört man
Immer mehr Zeitgenossen
Müssten wieder an etwas glauben
Und zwar einen Höheren, der einem etwas abverlangt
Denn ein Höherer, der Forderungen stellt, sei durchaus höher
Als einer, der alles mit sich machen lässt.
Bedürfnis also nach keinem
Der gegebenenfalls die andere Backe hinhält, aber einem
Der auch vom Bedürftigen nicht verlangt, die andere hinzuhalten.

Wäre das überhaupt eine Leistung, solchem Beispiel zu folgen?
Vermutlich. Nur kommt das eh nicht vor. Ich
Habe jedenfalls noch keinen getroffen
Der wieder an etwas geglaubt und daraufhin
Einfach Backen hingehalten hätte.
Ich habe bei denjenigen, die wieder glauben
Höchstens eine Haltung vorgefunden
Die an zivilisationsmüde Arschbacken erinnert
Die sich, urlaubsbeschwingt, den Exoten offerieren.


De quelqu’un de supérieur

Très vieux, ce besoin de servir pour être servi
Et jamais passé de mode.
C’est comme ça que tout fonctionne.
Or, j’entends
Qu’il y aurait de plus en plus de congénères
Éprouvant de nouveau le besoin de croire, précisément
En quelqu’un de supérieur qui aurait des exigences
Car le supérieur exigeant serait bien supérieur
À celui qui se laisse faire.
Donc pas besoin de croire en celui
Qui, le cas échéant, tend l’autre joue, mais en celui
Qui ne l’exige pas non plus du besogneux.

Serait-ce d’ailleurs une prouesse de suivre un tel exemple ?
Je le suppose ; seulement, cela n’arrive pas. Moi
En tout cas, je n’ai jamais rencontré une seule personne
Qui, croyant de nouveau en quelque chose, se serait
Juste borné à tendre des joues.
Chez ceux et celles qui croient de nouveau
Je n’ai trouvé que l’attitude
Des fesses qui, avachies par trop de civilisation
Racolent, d'humeur vacancière, les sauvages du coin.


10 Janvier 2015 [commencé avant le 7]

dimanche 18 janvier 2015

Besessenheiten

1. Wunschbesessen 
دين  - دولة  - دنيا

Ja, meint der Überzeugte, so
Wie es in meinem Herzen aussieht
Soll es auch um mich herum aussehen
Soll es im Staat aussehen, soll es
In der Welt aussehen.
Und – warum nicht? – im gesamten Universum.

Ein törichter Wunsch
Angesichts des Durcheinanders im menschlichen Herzen
– Und von vornherein erfüllt.
Warum also noch die ganzen Anstrengungen? Extra=
Reinigungen, Peinigungen, Steinigungen?

Die Ordnung des Herzens ist köstliches Chaos
Lohnend nur im Kampf gegen Tod und Totenstille
Und es entspricht sich doch schon alles – so
Vollkommen, wie denn eigentlich nur im Märchen.

Dîn, dawla, dunyâ
Glaube, Staatlichkeit und Welt:
Selbstverständlich war früher alles besser, Überzeugter
Und erst törichter Eifer hat alles versaut.
Toreneifer, wütend Vorzeit auferstehen lassen
Solange sie noch nicht vergangen ist –
Ein Rundblick, ein einziges
Blinzeln gen Himmel
Müsste davon überzeugen.


2. Göttliche Erwartungen

Durfte kürzlich zuhören
Wie einer seine Überzeugungen vom Unsichtbaren kundtat.
Als eine Art von Gegenpapst wusste er
Was andere nicht wissen: wie
Es im Unsichtbaren aussieht nämlich.

Das Tier weiß es nicht
Der Mensch weiß es nicht
Ein Gegenpapst ? Quatsch! Er
Musste, dieser Wissende, der Gott sein
Der keinen anderen neben sich duldet.
Und weil er eben so schön um das Nichts wusste
Waren wir Blinden ganz nahe daran, ihm zu huldigen
Und das erwartete er wohl auch.

Es wurde ihm dann aber doch nicht gehuldigt
– Zu frivol ist der Ignoranten Seele –
Und womöglich sogar schüchtern widersprochen
Was ihn erzürnte
Weil er doch wusste, was er wusste.

Das Tier weiß es nicht
Der Mensch weiß es nicht
Einen anderen Gott soll es nicht geben
– Zumindest keinen anderen als diesen Wissenden –
Wer also sollte wissen, wenn nicht er?
Und wer zürnen, wenn nicht er?

Sie trafen aber nicht, seine Blitze.
Nein, zur Salzsäule erstarrte darob keiner
– Womit er womöglich seinen fehlenden Beweis lieferte.


[Divines attentes

L’autre jour, j’ai pu écouter quelqu’un
Qui professait ses convictions quant à l’invisible.
En tant qu’espèce d’antipape il savait
Ce que d’autres ignorent : comment
Cela se passe dans l’invisible.

Les bêtes l’ignorent
Les hommes l’ignorent
Lui, antipape ? Bêtises ! Celui
Qui sait ne peut être que ce dieu
Qui ne tolère point d’autre à ses côtés.
Et parce qu’il était si parfaitement au courant du néant
Nous, aveugles, on en était sur le point de lui rendre hommage
Ce à quoi il s’attendait, je suppose.

Mais à la fin, on renonçait
– Elle est bien trop frivole, l’âme des ignorants –
Nous risquant même à quelque contradiction timide
Ce qui le mit en colère
Puisqu’il savait ce qu’il savait.

Les bêtes l’ignorent
Les hommes l’ignorent
Il n’y a pas d’autre dieu soi-disant
– Du moins pas d’autre que celui-ci, qui savait –
Qui d’autre donc à posséder la science sinon lui ?
Et qui donc à se mettre en colère sinon lui ?

Mais elles ratèrent leurs cibles, ses foudres
Nul d’entre nous ne se figeant en statue de sel
– Échec qui quasiment lui fournissait la preuve manquante.]


6 Janvier 2015

mercredi 17 décembre 2014

The One Answer

En pleine nuit les vitres tremblent, mais aucun bruit, pas de bruit de métro ni celui d’un gros vent. Juste des vitres qui, périodiquement, tremblent. 
Est-ce que ça m’a réveillé ? Ça doit quand même être le vent, me dis-je. Du tremblement des fenêtres je déduis un vent, un vent nocturne qui ne s’entend pas. C’est donc comme ça que je pense, me dis-je pendant les instants où rien ne tremble, c’est donc comme ça que je vis : Pas un bruit, juste des vitres qui tremblent.
Et à partir de là, peut-être, je me réveille et fais des idées. Sans preuve, sans nez dehors, gratuitement, dans la chaleur de mon lit. 
C’est normal, ça ? En pleine nuit, oui. 
En pleine nuit, me dis-je encore, avant de me rendormir, en pleine nuit on ne se rend compte que des secousses, mais pas des causes. Quant aux causes... plus le courage...

Light as feathers are things mirrored
Little or large, in standing water
The slightest breeze makes them tremble.

Fickle foam are reflections
For not leaving a mind
Mere inattention, turncoat gust snuffs them out.

Spirited spire and patient puddle:
A valiant vertical into homely horizontal –
What else to reap beside quick sleep?

And should I have had the stamina:
Endways waking the banal sting of desires
But stirring circles into a pool.

No doubt, I wouldn’t take action stretched out
Except for toppling the plumb over into the level
– Which comes a steep thing in its turn.

                                  *

Some clear puddle of steeple
Wising up slumbered into
A far tolling of chimes.

See, like rolled off my shoulders
Numbed Atlas, a load
I couldn’t ever have carried.


December 16, 2014


                                              (Photograph by Doug Brittain)

mercredi 10 décembre 2014

Solche Gärten

Man muss hier wohnen
Um die Gärten zu sehen.
Man muss hier zuerst eingezogen sein
Oder wenigstens eingeladen.
Von der Straße aus sieht man nur Häuserfronten.
Von den Häusern aus sieht man hinunter auf Gärten.
Sehr viel Grün, wer zu Besuch kommt, ist überrascht.

Man muss sich, denke ich, auch eine Ansicht irgendwie aneignen
Bevor man sieht, was es damit auf sich hat.
Man sieht auf die Ansicht erst hinunter
Wenn man Eintrittsgeld bezahlt hat:
Dazugehört ohne dazuzugehören
Wenn quasi Grund zum Neid besteht.

Auch Ansichten sieht man nicht von der Straße aus
Doch die Gärten sind meist menschenleer
Und liegt dort ein Fahrrad herum, bewegt es sich nicht mehr.
Verwahrlost sind diese wertvollen Gärten aber nicht
Es ist eine Frage des Besitzes.
Muss man denn unbedingt etwas machen aus seinem Besitz?

Vermutlich stört, dass man in diesen Gärten nie ganz bei sich ist.
Einer der Nachbarn, die Einsicht haben
Kann beispielsweise der Ansicht sein
Dass dort ein Fahrrad herumliegt, das sich zu wenig bewegt.
Das ist das Privileg des Besitzlosen:
Dennoch eine Ansicht zu haben.

Es ist alles andere als ausgemacht
Wer mehr von solchen Gärten profitiert:
Diejenigen, denen sie gehören
Oder diejenigen, die von oben ihre Ansicht haben.


De tels jardins

Il faut vivre ici
Pour les voir, les jardins.
Il faut d’abord avoir emménagé
Ou du moins être convié.
De la rue, on ne voit que des rangées de maisons.
Des maisons, on a vue sur des jardins.
Beaucoup de vert, les invités sont surpris.

Pareil pour une vue de l’esprit, je pense :
Elle aussi, il faut d’abord la faire un peu sienne
Avant de voir ce qu’il en est.
Elle se cache tant qu’on n’a pas payé un droit d’entrée :
Celui de n’en avoir d’autre que de regard.
Lorsqu’il y a donc motif d’être jaloux.

Vues de l’esprit ou points de vue – tous invisibles de la rue ;
Mais les jardins sont le plus souvent déserts
Et s’il y traîne un vélo, il ne bouge plus.
Pourtant, ils ne sont pas en déshérence, ces précieux jardins.
C’est une question de propriété.
Faut-il absolument faire quelque chose de ce qu’on possède ?

Il est peut-être gênant qu’on n’y soit jamais vraiment chez soi.
L’un des voisins avec vue sur eux
Peut par exemple considérer
Qu’il y traîne un vélo qui ne bouge pas assez.
Voilà le privilège de celui qui ne possède pas :
Il lui reste son point de vue.

Il n’est pas encore dit
Qui profite le plus de tels jardins :
Leurs propriétaires ou ceux
Qui, d’en haut, ont leurs points de vue.


6 Décembre 2014

dimanche 30 novembre 2014

Fortdauernder Kampf der Kulturen


1. Wüstenpalais
             
مقر المستشار


Ein Photo des nächtlichen Bundeskanzleramts.
Ich kenne es nicht, das Berlin, das ich kenne
Hieß West-, lag vor der Wiedervereinigung
Hatte so etwas noch nicht und war über-
Haupt ziemlich heruntergekommen.

Auf dem Photo sieht das Amt fast aus wie
Ein orientalischer Palast an einem Wüstensee.
Das können sie, die Orientalen: Paläste malerisch an
Wasserflächen setzen, und zwar Wasserflächen, die sie
Auch noch mitten in der Wüste angelegt haben.
Das können sie aber nicht, die Deutschen: Dass ein
Bundeskanzleramt nämlich auch dann noch, wenn man
Genauer hinschaut, nach etwas gleichsieht.

Schaut man nämlich genauer hin, ist die Wasserfläche
Nur eine ordinär-neue Uferpromenade, die Bäume
Entsprechen EU-Grünanlagenstandard
Und selbst der Kran im Hintergrund gibt zu
Keinen übertriebenen Hoffnungen Anlass. Man
Bemerkt, dass das Land nicht vom Emir regiert wird
Sich also, Weltoffenheit hin oder her, auch
In dieser Beziehung nicht so viel geändert hat
Dass ein Besuch ungewohnte Erfahrungen brächte.

Das Christentum hat zwar viel mit Gewissensfragen zu tun
Mithin mit Verinnerlichung – das zeigt auch dieses Kanzleramt –
Doch dass freie Grundordnung, demokratischer Grundkonsens
Plus Frauenquote sich unweigerlich auch materiell
Auswirken – also irgendwie die Optik vermasseln – das
Lag auch schon zu meinen Zeiten auf der Hand.
Und ob nun Orientalen oder nicht:
Leute mit Schönheitssinn macht das krank.

Himmel, ungelenk bleibt ungelenk
Solches Abkupfern beschwichtigt sie nicht
Es herrscht – das muss man hier einmal ganz deutlich sagen –
Einfach ein Kampf der Kulturen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. Unlüftbare Schleier des Realen

Ein entfernter Bekannter erzählte mir einmal
Dass er als Student (oder junger Architekt)
Einen Entwurf zu den Ölscheichs geschickt hatte
– Es handelte sich um einen Wettbewerb –
Und dann irgendwann ein Photo bekam:
Das eigene Werk, riesengroß, in Marmor.

Wollte man sich dort erst am Objekt entscheiden
Oder hatte er gewonnen, ich weiß es nicht mehr –
Theorie war in der Wüste jedenfalls Praxis geworden.
Ein erhebendes Gefühl.
So erhebend wie jede Verwirklichung.

Eingeladen, das mit eigenen Augen zu sehen, hatte man ihn aber
Nicht. Es blieb beim Photo. Weshalb
Doch der Schleier des Unwirklichen über der Sache noch liegt.
Ja, auch die Wüste bewahrt sich gerne ihre Innerlichkeit.
Das ist ein weiteres Element im Kampf der Kulturen.



[Une lointaine connaissance m’a raconté un jour
Qu’étudiant (ou jeune architecte)
Il avait envoyé un dessin aux émirs
– Il s’agissait d’un concours –
Pour recevoir quelque temps après une photo
Montrant son œuvre : gigantesque, tout en marbre.

Leur fallait-il l’objet afin de se décider
Ou l’étudiant l’avait-il remporté ? Quoi qu’il en soit
Sa théorie, dans le désert, s’était faite pratique
Procurant ce sentiment d’élévation
Immanquable lorsqu’une chose se réalise.

Mais cela en restait là, à la photo. On
Ne l’invitait pas à venir voir en personne.
Ainsi, tout gardait-il à jamais un côté abstrait
Comme voilé par le niqab d’une irréalité possible.

C’est parce que le désert, lui aussi, est jaloux de son cœur.
Voilà un autre élément dans le clash des cultures.]


30. November 2014     [Moqr ul-Mostšār am 29.]

samedi 29 novembre 2014

Abwrackprämien

Jede Witterung, zu jeder Tages- oder Jahreszeit, schafft eine eigene Atmosphäre, und wer lebt, kann sich dem eigentlich nicht entziehen, denn entzieht er sich, lebt er nicht so recht.
Jede Generation hat ihre fixen Ideen, die ihr das ganze Leben über bleiben, als ob jenseits der Wetterlagen stets ein bestimmtes Klima herrschte, man also auch durch den Zeitpunkt in eine Klimazone hineingeboren sei, wobei andauerndes Nieseln, ständiger Nebel oder ewig stahlblauer Himmel nicht gegeneinander aufzurechnen sind: Es gibt kein schönes oder schlechtes Wetter, nur Empfindungen, Töne, quasi Gesichte, die im Einklang stehen, stehen müssen.
Über die Generationen hinweg zu kommunizieren, lässt Wetterumschwung erfahren, und es ist natürlich nicht ganz einfach, mit jemandem überein zu kommen, wenn der sich tatsächlich unter anderen klimatischen Verhältnissen, in einer anderen Tages- oder Jahreszeit bewegt. Gemeinsam einzuhalten, wenn vor einem plötzlich ein morscher Knorren sein Wächtergesicht aus der Dämmerung reckt, erfordert keine großen Worte.

i.

Wir brausten damals im Cabrio
Doch alles verging wie der Wind;
Nur breche nicht den Stab, mio
Dolore, wir sind, wie wir sind!

Das Cabrio ist längst verkauft
Es soff auch zu viel Benzin.
Wer weiß, ob es noch heute sauft
Bloß: unsere Zeit ist dahin.

Dahin, vergangen, alles fort
Was wir uns im Fahrtwind geschworen.
Man hörte ja nicht mal sein eigenes Wort...
So ist denn nicht viel verloren.


ii.

Nichts schien uns unwichtiger
Als das Private
Nichts schien uns unrichtiger
Als Reservate

Allerdings lebten auch wir
Nur aus der Nähe:
Fernweh ersetzte kein „Hier
Stirb und erstehe!“

Wünsche verhülltem dem Blick
In jenem Alter
Die harte Regel des Hic
Rhodus, hic salta.

Nicht etwa lernten wir dann
Uns zu begnügen
Doch, dass sich Wo, Wie und Wann
Zusammenfügen.


iii.

Es lebten dort tüchtige Leute
Mit ziemlich verschlafenen Kindern
Doch in demselben Heute
Denselben trüben Wintern.

Auch den Kindern gelang es nicht
Mit ihrem Faulpelzwitzeln
Und vorlauten Vätergericht
Die Sonne hervorzukitzeln.

Es lag wohl an der Jahreszeit
Und der ererbten Öde.
Nicht einmal mangelnde Tüchtigkeit
Macht einen weniger blöde.


iv.

Man sieht es mir wohl an: Ich sah von Nahem
Was andre höchstens aus der Ferne sahen
Und sah, was wieder andre sahen, nicht –
Das sehe ich am anderen Gesicht.

Brav teilen wir uns Zeit und Raum und wähnen
Vor uns und hinter uns den Abgrund gähnen
Den wir mit andern Augen anders sähen;
Mehr gibt man sich nur selten zu verstehen.


v.

Da hat sich wer jahrzehntelang
An Leichtigkeiten geübt:
Schwereres gab ihm seinen Rang
Als sich sein Auge getrübt.

Was leicht ist und was schwer ist? Nun
Der Tod ist leicht und schwer;
Doch willst du Rosen, musst du tun
Als ob es das Leben wär.

Und tat er fast ein Leben lang
An Flaum und Schaum sich messen:
Gerettet hat sein Schwanengesang
Ihn aber vor dem Vergessen.


28. November 2014

mercredi 26 novembre 2014

Expression naturelle

Normalement, sur un rocher, c’est la géologie qui dessine
Assistée par le soleil : structure, cassure, ombre.
Parfois, ces traces qu’on déchiffrerait presque
Sont tout à fait l’œuvre de bestioles
Mais lorsque ce sont carrément des signes que l’homme y a
__________________________________________apposés
De tels endroits deviennent, bien plus tard, des attractions.

Voyez, c’est la main de l’homme, un miracle, ce n’est pas un
___________________________________________hasard
C’est dû à l’ancien habitant du désert et ce sont là de véritables
_______________________________________personnages
Vous ne vous trompez pas : sous l’érosion, en effet des chasseurs
_____________________________________avec des lances.

– Mais là, à côté, cette espèce de camion-citerne ? En avaient-ils
____________________________________________déjà ?
– Quelle question. De simples tâches en l’occurrence, et c’est la
_________________________________nature qui les a faites.

– La main de l’homme, sur un rocher du désert, ce n’est donc pas
_________________________________________la nature ?
– Restons un peu sérieux.
Un homme qui serait « nature »
Il pisserait peut-être contre, laissant à la limite
Un gribouillis obscène, un mot grossier ou un numéro de
_________________________________________téléphone
Mais jamais, au grand jamais, il n’y graverait ni chasseurs stylisés
__________________________________ni chevaux réalistes.

– Alors, si j’ai bien compris, la nature de l’homme
Qui se manifeste dans sa main
En un lieu isolé
Est obscène ou n’est pas
Et c’est pour cela que nous sommes venus de si loin en cette
____________________________________ grande solitude
Et si admiratifs devant ce qui n’est point le résultat de la nature.
Puis si contents de retourner à la civilisation, hein ?

Novembre 2014

mardi 25 novembre 2014

Geschmack am Makellosen

Kürzlich war ich in eine pieksaubere Wohnung eingeladen.
Das passiert selten, ich war überrascht festzustellen
Dass Reinlichkeit etwas für sich hat –
Man fühlt sich wie unmittelbar nach der Dusche.
Die ganze Wohnung eine Art von Badezimmer
Dessen schiere Präsenz noch den Gast von allem Unrat läutert:
Mir fiel bei Tisch nur absolut Stubenreines ein, also
Brillieren konnte ich nicht in diesem blitzblanken Kontext.
Es ist wohl eine Frage von Kinderstube.

Wer mich in eine aufgeräumte Wohnung lädt
Bekommt es mit einem leergeräumten Besucher zu tun
Der bloß noch Gemeinplätze absondert.
Als der Großmeister einmal sein versifftes Atelier ausmistete
Verwandelte ihn das auch quasi in einen „Kunstmaler“
Und er traute sich dann lange nicht mehr.
Ich glaube, nur regelrechten Rüpeln macht es nichts aus
Doch Bacon und mir hat man es irgendwann ausgetrieben.
Und seither profitiert unsereiner nicht mehr vom Makellosen.


Le goût de l’immaculé

Il y a peu, j’étais invité dans un appart super impecc.
La chose m’arrive rarement, je constatais avec surprise
Que le bichonnage a ses charmes –
On se sent comme immédiatement après la douche.
L’appartement tout entier, une espèce de salle de bains
Dont la pure présence décrasse jusqu’aux invités :
À table, je n’avais que des idées absolument propres sur elles
Impossible de briller dans ce contexte nickel.
Ce doit être une question d’éducation.

Qui me convie dans un appart super rangé
Aura affaire à un convive super vidé
N’excrétant plus rien d’autre que des lieux communs.
Lorsqu’une fois il a nettoyé le bordel de son atelier
Tel grand maître s’est transformé quasiment en « artiste peintre »
Et de longtemps n’a plus eu le courage de rien faire.
Je pense que seuls des malappris y sont imperméables
Mais à Bacon et à moi, on nous l’a tôt fait passer.
L’immaculé, on ne sait plus en tirer parti.


24 Novembre 2014

mercredi 19 novembre 2014

Principe de réalité

Bien banal de constater que vivre, que grandir, c’est choisir. Bons choix, mauvais choix, ce n’est pas le problème. Ni même s’il est possible de se rattraper lorsqu’on a changé d’avis parce que, justement, on a grandi, mûri au long de ses choix douteux. La question est comment on couche dans le lit qu’on s’est fait. Et en ce domaine, la nature est admirable. Je subodore qu’on couche toujours bien, et je ne salue pas là le triomphe d’une quelconque prédestination, ni l’inévitable victoire du réel, ni la résignation comme base de survie, mais l’ingéniosité d’une nature qui a voulu qu’on ne peut juger qu’après coup. La veille, on n’a pas pu juger, on a uniquement eu le choix, le libre arbitre dans les vapes d’une volonté sauvage, mais jugé après coup, tout devient nécessité. Et puisque c’est elle qui fait la loi, tout est exactement bon et à sa place, tout est juste, tout va. Si les circonstances le permettaient, on pourrait presque être enclin à s'exclamer que tout est bigrement bien fait, dis donc !


On peut les sauver par l’amour
Qu’on cesse d’éprouver pour eux :
Dès lors tout seuls, sans cour
Les rois font de beaux gueux.

Ne piquera certes personne
La rose, belle sans qu’on l’aime ;
Alors, qu’on l’abandonne
La chose, à elle-même !

Devenu plus rien que lui-même
Ainsi restera ce qu’il est
Ce grain d’espoir qu’on sème
Dans un bon sol gelé.


19 Novembre 2014

mercredi 12 novembre 2014

Gute alte Freunde

Ich habe ein paar gute alte Freunde
Mit denen ich seinerzeit Pferde gestohlen habe, die mich aber
Nicht mehr besuchen, niemals anrufen und mir auch nie
_______________________________________ schreiben;
Rufe ich sie an, fallen wir sofort in den vertraulichen alten Ton
Doch ich merke bald, dass wir nicht mehr viel voneinander wissen
Und es trifft sich auch nie, dass wir uns treffen könnten.
Deshalb werde ich wohl demnächst aufhören mit meinen
_______________________________ einseitigen Initiativen.
Wir sind dann gute alte Freunde, die den Kontakt verloren haben.

Ich weiß nicht, ob ich mir damals die Falschen ausgesucht habe
Doch es kommt mir vor, als ginge es mit diesen guten alten
________________________________________Freunden
Wie den Irdischen mit den Überirdischen:
Die Gottheiten melden sich selbst nie
Doch wenn wir sie anrufen, herrscht sofort wieder der
________________________________ vertrauliche alte Ton
Nur gelingt es nie, ein Treffen zu vereinbaren
Und wir wissen auch nicht mehr viel voneinander.
So entschwinden die Götter allmählich aus dem Bewusstsein
Wie die guten alten Freunde
Mit denen man seinerzeit Pferde gestohlen hat.


De bons vieux amis

J’ai quelques bons vieux amis
Avec qui, dans le temps, j’ai fait les quatre cents coups
Mais qui ne me visitent plus jamais, qui ne m’appellent jamais
Et qui ne m’écrivent pas non plus.
Si moi, je les appelle, nous retrouvons aussitôt ce vieux ton intime
Mais je remarque qu’on ne sait plus grand-chose l’un de l’autre
Et ça tombe jamais bien qu’on puisse se rencontrer.
C’est pourquoi j’ai l’intention de cesser de les relancer.
Nous serons alors de bons vieux amis qui ont perdu contact.

J’ignore si, à l’époque, j’ai choisi les mauvais
Mais j’ai l’impression qu’il en va avec ces bons vieux amis
Comme avec les forces supraterrestres :
Les divinités ne nous contactent jamais
Mais si nous, on les appelle, on retrouve aussitôt ce vieux ton intime
Seulement on n’arrive jamais à fixer rendez-vous
Et nous ne savons plus grand-chose l’un de l’autre.
Ainsi, les dieux quittent-ils peu à peu le champ de notre conscience
Comme de bons vieux amis
Avec qui, dans le temps, on a fait les quatre cents coups.


11 Novembre 2014

lundi 3 novembre 2014

Vom Hörensagen

In der Dunkelheit übernimmt das Ohr
Und eine Welt ersteht neu, die
Im Licht schon längst verblichen war.

Welche Signale aus dem schwarzen Universum?
Fernes Stimmengewirr, des Öftern mündend in Gelächter
Dringt heran zu dem verbannten Kind
Als ob die Großen sich unten vergnügten

Ja, als herrsche nicht überall Nacht
Und eines nur ausgeschlossen sei vom schönen Fest –
Wo doch das Nachtreich keine Grenzpfähle kennt
Und Finsternis alles verhüllt um zu sein.

Was herschallt aus der Welt, ist nicht die Welt
Es sind heftigere Wünsche
Solche vom Hörensagen, früh, noch uneingezäunt, keine
Wie verschwommen auch immer erschaute Vision

Weil schließlich überall Nacht ist
Wenn das lauschende Ohr übernimmt.


De l’ouï-dire

Dans le noir, c’est l’oreille qui prend le relais
Et un monde renaît qui
Dans la lumière depuis longtemps s’était fané.

Quels signaux émet l’univers sombre ?
Un lacis de voix lointaines, souvent éclatées en rires
Montant vers l’enfant relégué
Comme si les grands s’amusaient en bas.

Oui, comme s’il ne faisait pas nuit partout
Et qu’on était seulement exclu de la belle fête
Alors que l’empire nocturne ignore poteaux ou bornes
Parce que les ténèbres voilent tout pour exister.

Ce qui résonne du monde n’est pas le monde
Ce sont désirs plus violents
Ceux de l’ouï-dire, primitifs, pas encore clôturés
Point de vision entr’aperçue dans le brouillard

Puisque la nuit est partout
Lorsqu’à l’affût l’oreille prend le relais.


31 Octobre 2014

dimanche 2 novembre 2014

Eigene Qualitäten


1. Reiner und schöner

Launen des Tages, für die Ewigkeit in den Arm geritzt
Unvergängliche Zeugen dafür, dass Versprechen niemals 
___________________________________eingehalten werden
Sich früh schon den Leib mit gebrochenen Schwüren
_____________________________________verschandelnd –

So kindisch ist auch das Veröffentlichen
(Die Haut ist dann das Papier)
Doch zum Glück finden wenige einen Verleger.

Jungfräulich bis auf den jüngsten Tag, alt werdend
Ohne die sichtbaren Spuren vergangener Jugend:
Derart unüberprüfbar verdirbt es sich reiner und schöner.


2. Moralisch einwandfrei

Keinen juckt es, was der Alte
Auf seinem Grundstückchen werkelt
Wie er da den lieben langen Tag herumfuhrwerkt.

Er könnte eine Leiche verbuddeln bei dem Gerümpel.
Aber dazu bräuchte er zuerst eine Leiche
Und so weit geht er nicht, so weit ist es noch nicht mit ihm.

Er beschränkt sich also auf sein Dreckszeug
Dieser noch lebende, moralisch einwandfreie Alte
Allerdings so diskret, als gäbe es einen Leichnam zu verbuddeln.


3. Robust und dennoch leicht

Jedes Ding hat seine ureigenen Qualitäten
Und so sollte doch auch er seine Qualitäten haben.
Aber welche? Es ist die Welt, die sie vergibt.

Das Schuhwerk sollte bequem und rutschfest sein
Der Anorak auf jeden Fall wasserdicht
Und der Rucksack robust und dennoch leicht.

Das weiß er, und damit begibt er sich auf seine Ausflüge
Ganz ohne eigene Qualität, denn die
Wird vergeben von anderen, und er wandert ins Menschenleere.


4. Und nicht verfallener

In der Einsamkeit kann man immer noch auf Spiegel
______________________________________zurückgreifen.
Auf den so gut versteckten Teich beispielsweise, in dem das
Mythische Wesen sich anschaut.

Selbstliebe, die sich an die Vergangenheit hält
Und eines Tages beginnt, für den jungen Mann, der man war
Quasi zärtliche Gefühle zu entwickeln –

Ist das nun ein Zeichen deiner Verwesung?
Was soll denn gegen solch ein Selbstporträt einzuwenden sein?
Es ist dem Tod nicht stärker eigen als jedes andere Bild.


Qualités propres

1. Et plus pur et plus beau

Lubies d’un jour, pour toujours burinées dans le bras
Témoins impérissables que promesses ne sont jamais tenues
Le corps tôt déjà défiguré par des serments d’ivrogne –

Pas moins puérile est la publication
(Le papier faisant office de peau)
Mais par chance, peu sont ceux qui trouvent un éditeur.

Immaculé jusqu’au Jugement dernier, vieillissant
Sans les traces visibles de jeunesse passée :
Ainsi indémontrable et plus pur et plus beau est ton pourrissement.


2. Moralement impeccable

On s’en fiche du vioc, et de ce
Qu’il fabrique sur son bout de terrain
De ce qu’il y manigance à longueur de journée.

Il pourrait enterrer un cadavre dans sa déchetterie.
Mais pour ça, il lui faudrait d’abord le cadavre
Et il ne va pas si loin, lui, il n’en est pas encore arrivé là.

Il se limite donc à ses immondices
Ce vioc toujours en vie et moralement impeccable
Mais si discrètement comme s’il y avait un cadavre à enterrer.


3. Robuste tout en restant léger

Chaque chose a ses qualités propres.
Ainsi, lui aussi devrait avoir ses qualités.
Mais lesquelles ? C’est le monde qui les donne.

Les bottes doivent être commodes et antidérapantes
L’anorak est censé être étanche
Et le sac à dos robuste tout en restant léger.

Cela, il se sait, et avec ça il effectue ses excursions
Tout à fait sans qualité propre, puisque
C’est autrui qui la donne et lui, il se rend où il n’y a âme qui vive.


4. Et pas plus périmé

En solitude, on peut toujours avoir recours aux miroirs.
Par exemple à cet étang si bien caché dans lequel
Se reflète l’être mythique.

Amour de soi qui s’en tient au passé
Et un jour se met à développer des sentiments quasiment tendres
Pour le jeune homme qu’on était –

Serait-ce là un des signes de ta putréfaction ?
Qu’est-ce qu’il y aurait à objecter à un tel autoportrait ?
Il n’est pas plus du domaine de la mort que tout autre image.


28 Octobre 2014